Der Merenberger Künstler Heinz Brayer-Dieken zeigt seine Bilder in der Weilburger Kreissparkasse
In der Kluft zwischen Denken und Tun
Heinz Brayer-Dieken, seit 1983 in Merenberg lebender 63-jähriger Künstler, bringt seine Vorstellungen und Anliegen, die er den Menschen nahe bringen und begreifbar machen will, in verschiedenen Techniken und Kunstrichtungen auf Papier und Leinwand.
Bei all seiner Vielseitigkeit hat er natürlich auch eine Vorliebe für bestimmte Stilrichtungen, Techniken und Motive. Gegenwärtig stellt er Ausschnitte aus seinem Schaffen im Foyer der Kreissparkasse Weilburg im Odersbacher Weg aus. Krieg und Frieden, politische und ethnische Verfolgungen, Flucht und Vertreibung und die Folgen der Auseinandersetzungen zwischen Völkern. Er hat sich dieses Thema gewählt, um von ihnen abzuschrecken.
Der Künstler hat Motive plakativ in kontrastreichem Schwarz-Weiß umgesetzt. Bespielsweise den Linolschnitt „Ich hatt’ einen Kameraden“, der an seine Kriegserlebnisse erinnert. Er zeigt einen Landser fern der Heimat in einem Schützengraben, der Stahlhelm auf der Stirnseite von einem Granatsplitter durchschlagen. Die Herrlichkeit: „Wenn die Soldaten durch die Stadt marschieren, öffnen die Mädels die Fenster und die Türen...“, wurde von der Wirklichkeit eingeholt.
Auf weiteren Bildern eine leidgeprüfte Frau, die einen Sterbenden in ihren Armen hält, vier abgemagerte KZ-Häftlinge und weitere Motive, die Leid und Grausamkeit des Krieges ausdrücken, aber auch die beiden berühmten Clowns, Oleg Popow und Charlie Rivel.
Die zweite Wand der Ausstellung zeigt Motive von den norddeutschen Küsten, teils aus Ostfriesland, der Geburtsstädte und ersten Heimat des Künstlers. Dort kamen ihm schon in seinen jungen Jahren Gedanken über die ständige Bedrohung menschlicher Existenz durch das Meer. Für ihn lag es nahe, in die Kluft einzudringen, die oft zwischen den Gedanken und dem, was einer tut, entsteht. Dabei bedient er sich verschiedener Techniken, vom Linolschnitt bis zum Aquarell. Heinz Brayer-Dieken ist durch seine kreative Mutter, eine Modezeichnerin, Schneidermeisterin und Lehrerin an einer Schneiderfachschule, zur Malerei gekommen und hat schon als Dreijähriger selbst gemalte Bildchen an kanadische Besatzungssoldaten verkauft.
Themen aus der Geschichte
Er versteht sich hauptsächlich als Zeichner und Grafiker. Bevorzugte Sujets sind Themen aus der jüngeren Geschichte, aber auch soziale Elemente und erotische Darstellungen.
Geöffnet ist die Ausstellung montags bis freitags von 8.30 bis 12 Uhr sowie von 14 bis 16.30, montags und donnerstags bis 18 Uhr.
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