25.12.2016

Erster Erfahrungsaustausch zum Bundeskinderschutzgesetz

Kinderschutz in der Jugendarbeit

Joachim Hebgen, Leiter des Amtes für Jugend, Schule und Familie in der Kreisverwaltung Limburg-Weilburg, begrüßte in der Aula des Schlosses Hadamar 35 Vertreterinnen und Vertreter von Vereinen, Verbänden und Kirchengemeinden. Der Anlass hierfür lag in dem am 1. Januar 2012 in Kraft getretenen Bundeskinderschutzgesetz.

Erster Erfahrungsaustausch zum Bundeskinderschutzgesetz
Dort wird die Pflicht zur Vorlage von Führungszeugnissen im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe festgelegt, um dem besonderen Schutzbedürfnis von Kindern und Jugendlichen, insbesondere bezogen auf Sexualstraftaten, Rechnung zu tragen. Damit soll die Tätigkeit bzw. Beschäftigung einschlägig vorbestrafter Personen ausgeschlossen werden. Während zuvor lediglich hauptamtlich tätige Fachkräfte sowie Tagespflege- und Vollzeitpflegepersonen ein Führungszeugnis vorlegen mussten, greift diese Verpflichtung nun grundsätzlich auch für neben- und ehrenamtlich Tätige, was auch Landrat Manfred Michel begrüßt.

Fördermittel nur mit Vereinbarung
Der Gesetzgeber hat zudem den Abschluss von Vereinbarungen zwischen den örtlichen Trägern der öffentlichen Jugendhilfe und den Trägern der freien Jugendhilfe sowie den Vereinen geregelt. Durch diese Vereinbarungen soll sichergestellt werden, dass unter der Verantwortung der Träger der freien Jugendhilfe bzw. der Vereine ebenfalls keine einschlägig vorbestraften Personen, neben- oder ehrenamtlich, Kinder oder Jugendliche betreuen. Seit dem 1. Januar 2014 werden daher im Landkreis Limburg-Weilburg nur noch den Trägern und Vereinen Fördermittel für die Jugendarbeit gewährt, die eine solche Vereinbarung mit dem Landkreis abgeschlossen haben. 131 Vereine, Kirchengemeinden und Verbände haben sich mittlerweile mit dem Landkreis Limburg-Weilburg vereinbart.

Erfahrungen wurden diskutiert
Im Rahmen der Veranstaltung wurden die Erfahrungen mit der Umsetzung der neuen gesetzlichen Regelungen im Verein diskutiert. Neben einem relativ hohen Verwaltungsaufwand wurden auch die Chancen und der Nutzen einer Sensibilisierung für dieses Thema von den Vereinsvertreterinnen und Vereinsvertretern benannt. Anlass zur Kritik bestand vor allem in der Wiedervorlagefrist für erweiterte Führungszeugnisse in der ehrenamtlichen Arbeit, die drei Jahre beträgt. Eine Wiedervorlage alle fünf Jahre würde den Verwaltungs- und Organisationsaufwand in den Vereinen wesentlich erleichtern.

Kinder so gut wie möglich schützen
Rechtsanwalt Thomas Weikert, Präsident des Tischtennis-Weltverbandes, hielt ein Impulsreferat, in dem er den Kinder- und Jugendschutz als ein Qualitätskriterium für die verbandliche Jugendarbeit darstellte. Er sieht im Vorlegen der erweiterten Führungszeugnisse, auch von ehrenamtlich Tätigen, einen wesentlichen Baustein zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor einschlägig vorbestraften Sexualstraftätern. Allerdings muss es aus seiner Sicht eine dauerhafte Aufgabe der Vereine sein, sich über die Vorlage von Führungszeugnissen hinaus offen und aktiv mit der Thematik des Kinderschutzes auseinanderzusetzen und sich und die Vereinsmitglieder immer wieder dafür zu sensibilisieren. Einen hundertprozentigen Schutz vor Übergriffen werde es nicht geben, aber es gelte alles daran zu setzen, Kinder so gut wie möglich zu schützen. Diese Aufgabe müsse auch in den Vereinen oberste Priorität haben. Mit Blick auf die Eltern sei dies ein deutliches Statement der Wertschätzung und ein wesentliches Qualitätsmerkmal der Vereinsarbeit.

Informationsveranstaltungen
Der Landkreis bietet jedes Jahr zwei Informationsveranstaltungen zur Sensibilisierung für dieses Thema und zur Klärung offener Fragen an - so auch im Jahr 2017:

  • 4. Mai 2017, 19:00 Uhr, Albert Wagner Saal, Kreishaus Weilburg
  • 8. November 2017, 19:00 Uhr, Saal Westerwald, Kreishaus Limburg


Nähere Informationen erhalten Sie bei folgenden Ansprechpersonen:

Silke Arnold
Netzwerkkoordinatorin Frühe Hilfen und Kinderschutz
Amt für Jugend, Schule und Familie
Telefon: 06431-296-804
Mail: s.arnold@limburg-weilburg.de

Dorothee Valentin
Bildungsreferentin
Jugendbildungswerk 
Telefon: 06431-296-363
Mail: d.valentin@limburg-weilburg.de




Quelle: Kreisausschuss des Landkreises Limburg-Weilburg
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