27.12.2016

In Kurzvortr├Ągen informierten drei ├ärzte des Weilburger Krankenhauses

ÔÇ×Herz unter StressÔÇť: Bluthochdruck, Diabetes und Cholesterin

Elena Schumann (v.l.), Lars Hettler, Andreas Schlutius, Dieter K├╝hmichel und Dr. Michael Seng. Foto: Bach Elena Schumann (v.l.), Lars Hettler, Andreas Schlutius, Dieter K├╝hmichel und Dr. Michael Seng.

Im Rahmen der Herzwochen der Deutschen Herzstiftung fand im Kommunikationszentrum des Kreiskrankenhauses Weilburg eine Vortragsveranstaltung zum Thema „Herz unter Stress“ statt.

Kurzvorträge über Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Unter der Obhut des Chefarztes der Inneren Medizin/Kardiologie im Weilburger Krankenhaus, Dr. med. Michael Seng, hielten die Klinikärzte, die sich besonders mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen beschäftigen, Kurzvorträge: Andreas Schlutius über Bluthochdruck, Elena Schumann über Diabetes und Lars Hettler über Cholesterin.

Risikokrankheiten werden häufig unterschätzt
Das Herz hat die Aufgabe, mit 100 000 Schlägen pro Tag 7000 Liter Blut durch das Gefäßsystem des Körpers zu pumpen, um Organe und Muskeln mit Sauerstoff und Nährstoffen zu versorgen. Gefährlich wird es, wenn Herz und Gefäße hohem Stress durch Bluthochdruck, Diabetes mellitus und Fettstoffwechselstörungen (erhöhte Blutfettspiegel/LDL-Cholesterin) ausgesetzt sind. Sie zählen zu den wichtigsten Risikokrankheiten für Herzinfarkt, Schlaganfall, Herzschwäche, Herzrhythmusstörungen und Nierenversagen. Die Risikokrankheiten werden häufig unterschätzt und bleiben oft unentdeckt und unbehandelt.

Mehr als 20 Millionen Erwachsene leiden an Bluthochdruck
Das Tückische dabei ist, dass trotz der Behandlung vieler Patienten häufig die Medikation nicht gut eingestellt ist oder die Medikamente aufgrund von Nebenwirkungen nicht konsequent eingenommen werden. Oder aber ein Patient lebt weiterhin ungesund. Häufige Faktoren für Bluthochdruck sind Übergewicht, zu viel Salz im Essen, zu viel Alkohol, zu wenig Obst und Gemüse und Bewegungsmangel. An Bluthochdruck leiden in Deutschland nach Schätzungen mehr als 20 Millionen Erwachsene. Von Diabetes sind etwa 4,6 Millionen Menschen betroffene.

20 Prozent der Betroffenen wissen nichts von ihrer Erkrankung
Bei Bluthochdruck wissen etwa 20 Prozent der Betroffenen nichts von ihrer Erkrankung, weil sie sich lange damit fit und gut fühlen. So riskieren sie mit dem „stillen Killer“ eine schleichende Schädigung ihrer Gefäße und Organe wie Herz, Gehirn, Nieren und Augen. Ähnliches gilt für erhöhte Blutzuckerspiegel (Diabetes), die die Gefäßverkalkung (Arteriosklerose) und die Gefahr für Herzinfarkt, Schlaganfall, Schädigung der Nieren-/ Beingefäße beschleunigen.

Zu viel Cholesterin im Blut bereitet Probleme
Cholesterin ist ein Blutfett und nicht prinzipiell schlecht, meinte Lars Hettler. Cholesterin sei an vielen lebenswichtigen Prozessen im Körper beteiligt. Probleme bereite das Cholesterin aber, wenn zu viel im Blut schwimme. Dann könne es für Verkalkungen in den Wänden der Blutgefäße sorgen – und auch einen Herzinfarkt und/oder Schlaganfall verursachen.

Therapieoptionen
Alle zwei Jahre solle man einen Gesundheitscheckup wahrnehmen. Falls dabei ein hoher Cholesterinspiegel festgestellt werde, gebe es zwei Therapieoptionen. Erstens – das falle meist sehr schwer–die Lebensstilveränderung. Gesunde (mediterrane) Ernährung, Gewichtsabnahme, regelmäßige Bewegung, Rauchen stoppen und Alkohol reduzieren beispielsweise. Zweitens ist die medikamentöse Therapie nötig – sollte Ersteres nicht ausreichen.

Deutsche Herzstiftung hilft
Geeignete Rezepte und Kochbücher für eine gesunde Ernährung sind bei der Deutschen Herzstiftung erhältlich. Von ihr bot Dieter Kühmichel Informationsmaterial an. Er nutzte die Gelegenheit, als Berater der Deutschen Herzstiftung Interessierte für eine Selbsthilfegruppe zu gewinnen.




Quelle: Weilburg-Live (Margit Bach)
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