24.12.2016

Jubil├Ąum

Sterbekasse der Feuerwehren wurde 85

"85 Jahre alt, aber immer noch ein Erfolgsmodell", sagt Vorsitzender Erich Cromm zur ältesten Selbsthilfeeinrichtung der Feuerwehren im Landkreis Limburg-Weilburg. Derzeit schenken 3.100 Feuerwehrmitglieder aus 70 Wehren der Sterbekasse ihr Vertrauen. Insgesamt 3.700 Versicherungen werden vom Sterbekassenteam verwaltet. Ziel ist, im Sterbefall den Hinterbliebenen ein Sterbegeld als Zuschuss zu den Beerdigungskosten zu hinterlassen.

Ansprechpartner ist die Feuerwehr vor Ort
Derzeit zahlt die Sterbekasse je nach Eintrittsalter für einen Beitrag ab 1,00 € monatlich ein Sterbegeld von 1.125 € aus, das jedoch auch auf bis zu 5.000 € erhöht werden kann. Bei Unfalltod wird sogar die doppelte Summe ausgeschüttet. Einen Aufnahmeantrag können alle aktiven, passiven und fördernden Mitglieder einer Freiwilligen Feuerwehr im gesamten Landkreis Limburg-Weilburg stellen. Ansprechpartner ist die Feuerwehr vor Ort.

Neue Tarife ab 2017
"Aufgrund des derzeit niedrigen Zinsniveaus muss die Sterbekasse ab dem Jahr 2017 neue Tarife mit einer niedrigen Sterbegeldleistung einführen. Wer aber in diesem Jahr noch beitritt, kann sich die alten günstigen Vertragsbedingungen noch sichern", so Geschäftsführer Bernd Reimann. Die "Weilburger Sterbekasse der Feuerwehren aG", wie sie derzeit noch heißt, soll im kommenden Jahr umbenannt werden und dann auch "Limburg-Weilburg" im Titel führen.

Weitere Informationen findet man unter www.steka-limburg-weilburg.de.

Gründung unter Kreisbrandinspektor Richard Moser aus Weilburg
Gegründet wurde die Selbsthilfeeinrichtung am 28. Juni 1931 als "Sterbekasse auf Gegenseitigkeit (aG)" des 6. Kreisfeuerwehrverbandes Oberlahn im Nassauischen Feuerwehrverband in Gaudernbach unter Kreisbrandinspektor Richard Moser aus Weilburg. Bis auf die Feuerwehr Niedershausen traten alle Feuerwehren des Oberlahnkreises mit ihren Mitgliedern der Sterbekasse bei. Der damalige Landrat Hans Jenner konnte jedoch etwas später auch die Niedershausener zum Beitritt überzeugen. Zur Bildung eines Grundstocks bei Gründung der Kasse, wurde aus der Kreisverbandskasse ein Betrag von 500,- Reichsmark zur Verfügung gestellt. Die eintretenden Wehren zahlten zudem noch 50 Reichspfennig pro Mitglied ihrer Wehr.

 

 


Ab 1945 übernahm Ernst Joeres die Geschäftsführung
In den Anfangsjahren wurde die Kasse im Umlageverfahren geführt. Verstarb ein Mitglied, wurde von allen Mitgliedern ein kleiner Betrag kassiert. Was mit der Sterbekasse ab dem Jahr 1934 geschah, als der Nassauische Feuerwehrverband von den Nazis aufgelöst wurde, ist weder bekannt noch in irgendeiner Form dokumentiert. Bekannt ist, dass die Sterbekasse ab 1948 wieder unverändert im Umlageverfahren Sterbegeld einsammelte. Nach dem Krieg übernahm ab 1945 Ernst Joeres unter Kreisbrandinspektor Langenbach die Geschäftsführung der Sterbekasse.

Das Umlageverfahren wurde in ein Beitragsverfahren umgestellt
Anfang 1956 erhob die Kasse von den Mitgliedswehren eine Sonderumlage, um den Angehörigen der vermissten Feuerwehrkameraden des Zweiten Weltkrieges eine Spende von 300,00 DM zu zahlen. Im gleichen Jahr wurde auf Grund einer Regierungsverfügung vom 10.09.1956 das Umlageverfahren in ein Beitragsverfahren umgestellt. Zudem erhielt die Sterbekasse eine Satzung und es wurde im August 1956 von Herrn Ed. Ebelt aus Frankfurt ein versicherungsmathematisches Gutachten erstellt. Hiernach konnte das Regierungspräsidium am 30. April 1957 der Sterbehilfe die Erlaubnis zur Aufnahme des Geschäftsbetriebes erteilen. Somit war sichergestellt, dass die Mitglieder einen Rechtsanspruch auf das Sterbegeld hatten und die Kasse gemäß den Gutachten Rückstellungen zu bilden hatte.

Die Kreisverbände wurden 1975 zusammengeführt
Joeres begleitete die Sterbekasse bis 1983; sein Stellvertreter war der erst kürzlich verstorbene Kamerad Karl Zimmermann aus Freienfels. Nachfolger als Geschäftsführer wurde August Bördner. Im Jahr 1970 übergab er dieses Amt an seinen Sohn Gerold Bördner, der bis 2008 die Geschicke der Sterbekasse leitete. Aufgrund der Neugliederung der bisherigen Landkreise Limburg und Oberlahn zum Landkreis Limburg-Weilburg wurden auch die bis dahin getrennt geführten beiden Kreisverbände im September 1975 zum Kreisfeuerwehrverband Limburg-Weilburg zusammengeführt.


Geschäftsführer Gerold Bördner zeigte unermüdlichen Einsatz
Die Sterbekasse wurde unter der Führung des neuen Verbandes zu einer selbstständigen Einrichtung mit einem eigenen gewählten Vorstand umgewandelt. "Wir brauchen ein unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis für die Feuerwehrleute im Landkreis", gab Geschäftsführer Gerold Bördner als Losung heraus. Dank dessen unermüdlichen Einsatzes für die Sterbekasse, konnte die Weilburger Sterbekasse weiterhin bestehen. Einige andere Sterbekassen im Nassauischen Feuerwehrverband mussten aus verschiedenen Gründen aufgelöst werden.

Unfallversicherung wurde einbezogen
Bördner sorgte dafür, dass sich die Feuerwehrmitglieder durch höhere Beiträge besser absichern konnten und dass eine Unfallversicherung mit doppelter Zahlung des Sterbegeldes einbezogen wurde. Diese Philosophie wird durch dessen Nachfolger Bernd Reimann seit 2008 fortgeführt. An der Seite von Gerold Bördner und Bernd Reimann setzten sich zudem die jeweiligen Vorsitzenden der Sterbekasse, Heinz Bördner, Karlheinz Schliffer und Manfred Frey beharrlich für die Sterbekasse ein.

Vorsitzender Erich Cromm will Mitgliedszahlen erhöhen
Auch der derzeitige Vorsitzende Erich Cromm ist entschlossen, die Mitgliedszahlen zu erhöhen. "Es gilt auch die Mitglieder der Feuerwehren im Altkreis Limburg von der hervorragenden Selbsthilfeeinrichtung zu überzeugen", so Cromm.


Quelle: Kreisfeuerwehrverband Limburg-Weilburg e.V.
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