19.06.2017

4. ├Âffentliche Kreiskonferenz am 21. Juni 2017

Hessische Biodiversit├Ątsstrategie

Die Biodiversität ist die Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten und ihre genetische Variabilität. Sie ist die essenzielle Voraussetzung für eine intakte Natur und bildet gleichzeitig die Lebensgrundlage für den Menschen.

Sauberes Trinkwasser, saubere Luft, fruchtbare Böden und Rohstoffe
Denn nur ein intakter Naturhaushalt erbringt die dafür erforderlichen „Dienstleistungen“ wie sauberes Trinkwasser, saubere Luft, fruchtbare Böden und Rohstoffe, aber auch die erfolgreiche Anpassung an Veränderungen, wie sie beispielsweise der Klimawandel erfordert. Die Erhaltung der Vielseitigkeit und der Leistungsfähigkeit der Natur ist von ökonomischer, sozialer und kultureller Bedeutung,  und sie wird damit zur gesamtgesellschaftlichen Aufgabe und zur globalen Herausforderung. Natur und Landschaft sind aber darüber hinaus aufgrund ihres eigenen Wertes und auch in Verantwortung für künftige Generationen im besiedelten und unbesiedelten Bereich zu schützen (§ 1 Bundesnaturschutzgesetz).

Viele Arten von Pflanzen und Tieren von der Bildfläche verschwunden
Die Erkenntnis ist an sich nicht neu, denn in den vergangenen Jahrzehnten sind im Zuge der Umsetzung des technischen Fortschritts und den damit einhergehenden zunehmenden Ansprüchen an die Nutzung unserer Kulturlandschaft viele Arten von Pflanzen und Tieren von der Bildfläche verschwunden. Natur hatte sich auch bei uns den ökonomischen Interessen und Bedürfnissen einer modernen Wachstumsgesellschaft unterzuordnen, wir benötigten Flächen für Siedlung und Gewerbe, für Infrastruktur und die Verfolgung von Freizeitinteressen. Land- und Forstwirtschaft wurden intensiviert. Und auch in Hessen werden heute noch jeden Tag drei bis fünf Hektar der Kulturlandschaft für Siedlung, Gewerbe und Infrastruktur entzogen. Darunter leiden die Lebensräume für Pflanzen und Tiere.

Bereits erste Erfolge für die Erhaltung der Vielfalt zu verzeichnen
Hessen setzt sich aber schon seit langem und in vielfältiger Weise für die Erhaltung seiner natürlichen Vielfalt ein. So sind auch bereits erste Erfolge zu verzeichnen, wie die Rückkehr des Luchses, die Wiederausbreitung der Wildkatze oder die Bestandszunahmen großer Vogelarten wie des Wanderfalken oder des Uhus.

Erhaltung und Verbesserung der Lebensräume für Tiere und Pflanzen
Die Hessische Biodiversitätsstrategie steht im Rahmen der Hessischen Nachhaltigkeitsstrategie. Sie setzt zur Erhaltung und Verbesserung der Lebensräume für Tiere und Pflanzen auf ein ganzes Bündel von Maßnahmen und Projekten, und vor allem auch auf eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit der Akteure, um das gesellschaftliche Bewusstsein und die Einsicht in unsere gemeinsame Verantwortung zu erhöhen. Gleichzeitig soll auch die Vernetzung und die Kommunikation aller auf diesem Gebiet tätigen Menschen und Institutionen verbessert werden. Im Mittelpunkt stehen dabei besonders bedrohte Arten und ihre Lebensräume.

4. öffentliche Kreiskonferenz
Nach drei Kreiskonferenzen  vertieft der Landkreis Limburg-Weilburg  das Thema nun weiter und führt in seiner Veranstaltungsreihe zur Biodiversität  die 4. öffentliche Kreiskonferenz durch. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen diesmal die Themen Kommunaler Biotopschutz und die Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie in unserem Landkreis.
In den vergangenen Jahrzehnten sind unsere Städte und Gemeinden im ländlichen Raum stärker in die Pflicht genommen worden, Beiträge zur Erhaltung und Entwicklung von Lebensräumen für Tiere und Pflanzen zu leisten. Sie tun dies zum einen durch die Gestaltung der Bauleitplanung. Zum anderen sind sie aber auch Dreh- und Angelpunkt der Artikulation von Ansprüchen unserer Gesellschaft an die Kulturlandschaft. Diese Ansprüche gilt es in gute und akzeptierte Bahnen zu lenken. Sie können sich  verschiedener Planungsinstrumente bedienen. Eines davon ist die Erarbeitung eines Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzeptes (SILEK), wie es die Gemeinden Hünfelden und Brechen zusammen praktiziert haben. Es befindet sich gegenwärtig in der Umsetzung. Die Frage ist also, was können Kommunen zur Biodiversität beitragen?

Gutes Grundwasser ist Voraussetzung für das Leben
Auch unsere oberirdischen Gewässer sind Lebensräume für Tiere und Pflanzen, und ein gutes Grundwasser ist Voraussetzung für das Leben. Ziel der Europäischen Wasserrah-menrichtlinie ist die Erreichung bzw. der Erhalt eines guten Zustandes des Grundwassers und der oberirdischen Gewässer. Damit müssen sich gegenwärtig Kommunen, Behörden, Verbände und Bürger intensiv beschäftigen. In der Trägerschaft der Städte und Gemeinden und in Zusammenarbeit mit dem Landkreis und dem Land Hessen wurden und werden auch bei uns eine ganze Reihe von Fließgewässern in einen besseren Zustand versetzt. Dabei spielen neben der Wasserqualität beispielsweise die Beseitigung von Wanderungshindernissen (Wehre, Verrohrungen), eine natürliche Gewässerstruktur und die Schaffung von Raum für eine natürliche Dynamik von fließenden Gewässern eine wichtige Rolle.         

Darüber werden wir bei unserer 4. Kreiskonferenz zur Biodiversität sprechen.
Die 4. öffentliche Kreiskonferenz findet am Mittwoch, 21. Juni 2017, um 17.00 Uhr im Amt für den Ländlichen Raum,  in der Aula des Schlosses Hadamar, Gymnasium-straße 4, 65589 Hadamar, statt.
Der Erste Kreisbeigeordnete Helmut Jung lädt dazu alle interessierten Bürgerinnen und Bürger und alle mit der Natur und der Kulturlandschaft befassten Menschen und Institutionen herzlich ein.

Weitere Veranstaltungen folgen noch.
In ihnen sollen Aktivitäten und Themen zur Bio-diversität aus Sicht von Naturschutz, Land- und Forstwirtschaft und kommunalen Interes-sen näher beleuchtet und diskutiert werden.
Interessierte finden die Hessische Biodiversitätsstrategie auf der Seite des Hessischen Ministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz: 
https://umweltministerium.hessen.de/umwelt-natur/naturschutz/hessische-biodiversitaetsstrategie






Quelle: Jan Kieserg/ Kreisausschuss des Landkreises Limburg-Weilburg/sd
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