12.09.2017

Delegiertenversammlung der Landes├Ąrztekammer

Lockerung des Fernbehandlungsverbots

Die Techniker Krankenkasse (TK) sieht in der Delegiertenversammlung der Landesärztekammer Hessen (LÄKH) eine Chance, das strikte Fernbehandlungsverbot in Hessen zu lockern.

Digitale Entwicklungen im hessischen Gesundheitswesen enorm eingeschränkt
Bisher noch sieht die Berufsordnung der hessischen Ärzte vor, dass eine digitale Behandlung erst dann erfolgen darf, nachdem der Patient zuvor einmal persönlich beim behandelnden Arzt vorstellig geworden ist. "Damit werden viele innovative digitale Entwicklungen im hessischen Gesundheitswesen enorm eingeschränkt. Wir würden uns deshalb wünschen, dass die Delegiertenversammlung der LÄKH die Formulierung in der ärztlichen Berufsordnung so verändert, dass künftig auch Modellprojekte möglich werden, bei denen Patienten ausschließlich über das Internet behandelt werden", so Dr. Barbara Voß, Leiterin der TK-Landesvertretung Hessen.

Gerade auf dem Land könne Telemedizin oftmals einen Arzttermin entbehrlich machen.
Das hat auch der 120. Deutsche Ärztetag Ende Mai in seinem Beschlussprotokoll festgestellt und die Bundesärztekammer beauftragt, die Musterberufsordnung so zu formulieren, dass auch reine telemedizinische Leistungen ohne vorherigen persönlichen Arzt-Patienten-Kontakt angeboten werden können - beispielsweise eine Videosprechstunde. Die LÄKH müsse aber nicht warten, bis die Bundesärztekammer diesem Auftrag nachgekommen sei. "Eine Änderung der in Hessen geltenden Berufsordnung ist unabhängig davon möglich", sagt Voß.

Ärztliche Berufsordnung der Landesärztekammer Baden-Württemberg als Vorbild
Als Vorbild könne beispielsweise die ärztliche Berufsordnung der Landesärztekammer Baden-Württemberg dienen, die bereits seit vergangenem Jahr reine telemedizinische Modellprojekte erlaube. "Die Telemedizin wird den Arztbesuch nie vollständig ersetzen können, doch sie kann in vielen Bereichen eine sinnvolle Unterstützung sein", sagt Voß. Die TK ist der Ansicht, dass eine ganze Reihe an Situationen aus dem Versorgungsalltag für telemedizinische Lösungen in Frage kommen: Sei es zur klassischen Vorsorge oder Nachsorge beispielsweise zur Kontrolle der Wundheilung. Ebenso gilt das für medizinische Beratung zu Impfungen oder Zweitmeinungen, wenn der Patient ein Rezept über ein nebenwirkungsarmes Medikament benötigt oder seinen Medikationsplan mit dem behandelnden Arzt besprechen muss. Nicht zuletzt ist der Einsatz von Telemedizin bei bestimmten Therapien sinnvoll, wie Logopädie oder Psychotherapie.

Experten tausche sich über die Digitalisierung des hessischen Gesundheitswesens aus
Aus Sicht der TK wäre eine Lockerung des Fernbehandlungsverbots durch die Delegiertenversammlung der LÄKH am 13. September ein besonderes starkes Zeichen, denn zeitgleich findet in Frankfurt der hessische E-Health-Kongress statt, bei dem sich Experten über die Digitalisierung des hessischen Gesundheitswesens austauschen. "Auch für die Wissenschaftler im neuen hessischen Kompetenzzentrum für Telemedizin und E-Health wäre dies ein wichtiges Signal. Denn das Fernbehandlungsverbot könnte dort viele spannende Entwicklungen blockieren", so Voß. Das Kompetenzzentrum des Landes Hessen nimmt am 1. Januar seine Arbeit auf.




Quelle: Julia Abb /Techniker Krankenkasse Landesvertretung Hessen /sd
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