11.11.2017

Vortrag im Gymnasium Philippinum

Nicht nur Martin Luther!

Die stellvertretende Schulleiterin Renate Geil (ganz links) mit Referentin Ute Brand-Berg (4. von links) sowie den Mitglieder der AG Foto: Gymnasium Philippinum Weilburg Die stellvertretende Schulleiterin Renate Geil (ganz links) mit Referentin Ute Brand-Berg (4. von links) sowie den Mitglieder der AG "500 Jahre Reformation" Dorothee Bonkowski (2. von links), Carmen Rau (rechts daneben), Pfarrer Hans Fischer und Christiane Glotzbach (ganz rechts).

„Nicht nur Martin Luther – Die großen christlichen Reformatoren“. Ute Brand-Berg aus Bad Ems war es vorbehalten, mit diesem Vortrag in der Aula des Gymnasium Philippinum den Projekttag der Schule zum Thema „Luther und seine Zeit“ zu beschließen.

Jubiläumsjahr der Reformation
In ihrer Begrüßung erinnerte die stellvertretende Schulleiterin Renate Geil zunächst an die zahlreichen Aktionen, die die Aufmerksamkeit der Schulgemeinde im Jubiläumsjahr der Reformation auf dieses Ereignis gelenkt haben. Ihr besonderer Dank hierfür galt der Fachschaft Evangelische Religion für die Organisation, aber auch der Wilinaburgia für die finanzielle Unterstützung.

Martin Luther ein wenig von seinem Sockel herunterholen
„Ich möchte Martin Luther ein wenig von seinem Sockel herunterholen“, formulierte Ute Brand-Berg zu Beginn ihrer Ausführungen und stellte ihn in eine Reihe mit anderen christlichen Reformatoren, die neben dem Doktor der Theologie aus Wittenberg in der öffentlichen Wahrnehmung ihrer Ansicht nach ein wenig verblassen. So habe bereits der englische Pfarrer John Wicliff (1330-1384) 150 Jahre vor Luther im 14. Jahrhundert seine Stimme gegen den Papst und die Kirche erhoben, als er am Ende des Hochmittelalters deren Machtmissbrauch und die Verelendung breiter Bevölkerungsschichten – insbesondere der Bauern - registrierte. Seine Ideen erreichten über Studenten den Kontinent und wurden hier von Johannes Huss (1370-1415) aufgegriffen, der bereits 1402 eine Predigt in tschechischer Sprache gehalten habe.

Übersetzung der Bibel aus dem Lateinischen
Die Referentin betonte, dass die Übersetzung der Bibel aus dem Lateinischen als wichtiges Element der Reformation nicht von Luther erfunden wurde, da bereits Wicliff und Huss Übersetzungen ins Englische und Tschechische vorgenommen hatten. Im Gegensatz zu diesen beiden Reformatoren habe Nikolaus von Kues (1401-1464), der spätere Bischof von Brixen, eine Reformation unter Anerkennung des Papstes versucht, sei jedoch gescheitert.



Referentin Ute Brand-Berg Foto: Gymnasium Philippinum Weilburg Referentin Ute Brand-Berg

Ernüchterndes Fazit nach seiner Rückkehr nach Rom
„Nichts gefällt mir, was hier an der Kurie getrieben wird, alles ist verdorben“, so dessen ernüchterndes Fazit nach seiner Rückkehr nach Rom. Gleich vier Reformatoren hätten dann zu Beginn des 16. Jahrhunderts ihre Stimme erhoben, so Ute Brand-Berg, wobei Thomas Müntzer (1489-1525) – dieser habe bereits 2 Jahre vor Luther eine Messe in deutscher Sprache gehalten - ihrer Auffassung nach totgeschwiegen werde.

Thesen auf dem Reichstag zu Worms vertreten
Lenker und Denker der Reformation und die eigentlich treibende Kraft sei jedoch Philipp Melanchthon (1497-1560) gewesen, so die Referentin. „Er brachte Luther dazu, auf der Wartburg die Bibel zu übersetzen und überzeugte ihn davon, seine Thesen auf dem Reichstag zu Worms zu vertreten. So ist Luther zum Star der Reformation geworden“.


Christiane Glotzbach ├╝berreicht der Referentin einen Pr├Ąsentkorb Foto: Gymnasium Philippinum Weilburg Christiane Glotzbach ├╝berreicht der Referentin einen Pr├Ąsentkorb

Spaltung der Reformationsbewegung in Lutheraner und Reformierte
Zur Verbreitung seiner Gedanken durch Bilder an Menschen, die größtenteils nicht lesen und schreiben konnten, habe aber auch der befreundete Maler Lucas Cranach (1472-1553) ganz wesentlich beigetragen. Der erbitterte Streit Luthers mit Huldrych Zwingli (1484-1531), der als vierter Reformator dieser Zeit ganz eigene Ideen entwickelte, mündete schließlich in die Spaltung der Reformationsbewegung in Lutheraner und Reformierte, was Ute Brand-Berg zu der Feststellung veranlasste: „Die Reformation gibt es nicht!“

Wiedervereinigung der unterschiedlichen Reformationsbewegungen
Über Johannes Calvin (1509-1564), dessen Vorstellungen dann in Schottland von John Knox (1514-1572) aufgegriffen wurden, spannte die Referentin den Bogen abschließend weiter bis zu Nikolaus Krell (1550-1601), der als Kanzler im Kurfürstentum Sachsen die Idee der Wiedervereinigung der unterschiedlichen Reformationsbewegungen verfolgte, damit jedoch scheiterte und öffentlich hingerichtet wurde.
Zahlreiche Nachfragen am Ende des Vortrags zeugten vom großen Interesse des Publikums an der Thematik.

Christiane Glotzbach von der AG „500 Jahre Reformation“ bedankte sich bei Ute Brand-Berg für ihre Ausführungen abschließend mit einem Präsentkorb.




Quelle: Frank Br├Âckl/Philippinum Weilburg/sd
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