10.02.2018

Mit Medienkompetenz gegen Cybermobbing

Was tun gegen Cybermobbing?

Foto: Archiv

Schulen sind herausgefordert nicht nur im konkreten Fall zu reagieren, sondern ihre Schüler frühzeitig aufzuklären. Die TK unterstützt sie dabei mit einem interaktiven Webinar-Angebot, um Cybermobbing zu verhindern.

Webinare zum Thema "psychische Folgen und rechtliche Konsequenzen von Cybermobbing"
"Wer digitale Medien kompetent einsetzt, treibt auch seltener Missbrauch mit ihnen", berichtet Rechtsanwältin Gesa Stückmann aus ihren Erfahrungen. Die Juristin veranstaltet die Webinare "law4school" zum Thema "psychische Folgen und rechtliche Konsequenzen von Cybermobbing". Webinare, die mit anschaulichen und realen Beispielen auch vermitteln, was mangelnde Medienkompetenz mit Cybermobbing zu tun hat. Die Techniker Krankenkasse fördert das Angebot. Die TK setzt sich damit gegen Cybermobbing und für mehr Selbstsicherheit von Schülern ein, die Opfer von Cybermobbing werden.

Prävention von Cybermobbing und Aufklärung
Hessische Schulen, die sich für Prävention von Cybermobbing engagieren und ihre Schüler ab der 5. Klasse zum Thema aufklären wollen, können sich jederzeit anmelden. Auch einzelne Klassen können die Webinare über die Lehrkräfte für ihre Schüler und/oder für Elternabende buchen. Bundesweit sind in bislang 750 Online-Seminaren rund 45.000 Zuhörer erreicht worden. Interessierte Lehrkräfte können ihre Klasse oder Schule über das Online-Portal von www.law4school.de für das Webinar anmelden (Eigenbeteiligung pro Klasse bzw. Elternabend 60 Euro).

Safer Internet Day am 6. Februar
An dem interaktiven Angebot können mehrere Schulen gleichzeitig teilnehmen. Es findet als "Live-Sendung" statt, sodass alle Teilnehmer wechselseitig Fragen stellen können und die gegenseitige Kommunikation jederzeit möglich ist. Das Webinar umfasst 90 Minuten und kann in Klassenräumen oder in der Schulaula übertragen werden. Es finden jede Woche mehrere Termine statt. Wer sich spontan noch entscheiden möchte, kann sich auch noch zum Safer Internet Day am 6. Februar anmelden (s. u.).  

Mobbing ist Lebensrealität
Der aktuelle Pisa-Report belegt, dass fast jeder sechste 15-Jährige regelmäßig und teils massiv gemobbt wird. Auch wenn Mobbing kein neues Phänomen darstellt, durch die Möglichkeiten übers Internet zu mobben, erreichen die Täter neue Dimensionen. Cybermobbing ist eine Mobbing-Form, die sich immer stärker ausbreitet. Die TK sieht hier großen Handlungsbedarf präventiv tätig zu werden, denn die individuellen und gesellschaftlichen Konsequenzen von Hetzkampagnen im Netz sind enorm. Daraus entstehende gesundheitliche Beeinträchtigungen können auch noch Jahre später ihre Spuren hinterlassen. "Betroffene Kinder und Jugendliche zeigen oft ernstzunehmende Folgen im physischen und psychischen Bereich – zum Beispiel Appetitlosigkeit, Bauchschmerzen, Schlafstörungen oder Depressionen", sagt Dr. Barbara Voß, Leiterin der TK-Landesvertretung Hessen.

Wer übers Netz mobbt, muss mit Strafen rechnen
Fast 90 Prozent der Kinder und Jugendlichen zwischen zwölf und 19 Jahren sind täglich im Internet unterwegs. Etwa drei von vier Jugendlichen nutzen dafür ihr Handy. Als wichtigsten Kommunikationskanal benennen über 90 Prozent der Jugendlichen den Messenger-Dienst WhatsApp (Quelle: JIM-Studie 2016). Ergebnisse, die auch die Rechtsanwältin Gesa Stückmann aus ihrem Praxisalltag bestätigen kann. In dem Online-Seminar "law4school" ist der Instant-Messenger ein großes Thema, weil sich Infos, Fotos und Videos dadurch rasch und unkompliziert verbreiten lassen – und zwar im Guten wie im Schlechten. Um den negativen Folgen, beispielsweise von Cybermobbing, vorzubeugen, erklärt Juristin Stückmann im Webinar anhand praktischer Fälle, welche rechtlichen Folgen Cybermobbing oder Verstöße gegen das Recht am eigenen Bild haben können.

"Nicht nur Erwachsene können wegen Cybermobbing strafrechtlich belangt werden – auch Kinder können eine Strafe erhalten, wenn sie andere im Netz verunglimpfen oder sich an Hetzkampagnen beteiligen", sagt Stückmann. Außerdem erklärt sie, wie Cybermobbing entstehen kann, wie es sich auf die Opfer auswirkt und das es sich bei dieser Mobbingform nicht um ein Phänomen handelt, das nur Außenseiter betrifft. "Cybermobbing kann jeden treffen. Die Auslöser sind oft Freunde, die sich über irgendetwas geärgert haben und dann einen Stein ins Rollen bringen", erklärt Stückmann.

Hintergrund:
Interessierte Lehrer können ihre Klasse(n) jederzeit online anmelden. Vor Schulungsstart ist es empfehlenswert die technischen Voraussetzungen zu prüfen: Beamer, Internetzugang, Lautsprecher und Mikrofon sind erforderlich. In einem individuellen Termin wird die Software mit Rechtsanwältin Stückmann getestet. Die Kosten des Online-Seminars übernimmt überwiegend die TK, jede teilnehmende Schule erbringt einen Eigenanteil von 60 Euro je Webinar bzw. daran teilnehmender Klasse oder Elternabend. Alle organisatorischen Informationen sind der Website www.law4school.de zu entnehmen. Kontakt zu Gesa Stückmann via E-Mail: info@law4school.de




Quelle: Yvonne Wagner, Referentin Presse- und ├ľffentlichkeitsarbeit/Praktikantin sf
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