04.08.2022

Schule – Bildung und mehr

20 Jahre Entwicklungshilfe in Nepal

v. li. – Sonam Sherpa (Chairman HCF in Nepal), Eugen Rudolph Ancke (1. Vorsitzender Wilinaburgia), Schulleiter Stefan Ketter und Dr. Walter Staaden (Vorstandsmitglied HCF).

„Namasté, Philippinum Weilburg!“ – Sonam Sherpa, Chairman der Himalayan Care Foundation in Nepal, referierte in einem Sondervortrag der naturwissenschaftlichen Vortragsreihe des Weilburger Gymnasiums über die politische und soziale Situation in Nepal.

Im Rahmen dieser in die Feierlichkeiten zum 100jährigen Bestehen der Wilinaburgia eingebetteten Veranstaltung gab er einen Überblick über die vielfältigen schulischen und medizinischen Projekte der Hilfsorganisation. Unterstützt wurde er dabei von Dr. Walter Staaden, ehemaliger Schüler des Philippinum und amtierender Vorstandsvorsitzender der Himalayan Care Foundation.


Schulleiter Stefan Ketter sowie der Vorstandsvorsitzende der Wilinaburgia Eugen Rudolph Ancke begrüßten den weit gereisten Gast auf das Herzlichste.
Walter Staaden, vor 21 Jahren durch seine Passion für das Bergsteigen auf die schwierigen Lebensumstände der Menschen in Nepal aufmerksam geworden, legte mit der von ihm mitbegründeten Organisation „Meditibet“ zunächst den Schwerpunkt auf den medizinischen Bereich. „Schau dir mal eine Schule an!“, habe Sonam Sherpa, den er als 18jährigen 2002 in Nepal kennen lernte, einmal zu ihm gesagt, worauf nach und nach die Erkenntnis gereift sei, durch die Förderung der Bildung eine größere Nachhaltigkeit in Nepal, einem der zehn ärmsten Länder der Welt, erreichen zu können. Die in Himalayan Care Foundation umbenannte Hilfsorganisation legt bei den von ihr betreuten sechs Schulen großen Wert auf das Erlernen der englischen Sprache, war zu erfahren. So wird in allen Klassenstufen und sämtlichen Fächern von Beginn an eine Stunde pro Woche in englischer Sprache („English medium“) erteilt. Sonam Sherpa berichtete ausführlich über das größte Projekt der Organisation, die Garma School, mit der im Jahr 2005 alles begonnen habe. Wurden damals 180 Schülerinnen und Schüler in verfallenen und feuchten Schulgebäuden unter bedenklichen hygienischen Bedingungen unterrichtet, bietet die Lehranstalt heute nach Renovierung, Neubau einer Gehörlosenschule und eines Waisenhauses auf dem Schulgelände 570 Jungen und Mädchen mit engagierten Lehrerinnen und Lehrern eine Perspektive auf eine bessere Zukunft. Als im Jahr 2015 ein staatliches Projekt zur Förderung des Wissens in der Landwirtschaft aufgelegt wurde, bekam das Vorzeigeobjekt der Himalayan Care Foundation als eine von 50 Schulen in ganz Nepal den Zuschlag, so Sonam Sherpa. Das Projekt genieße in der Region mittlerweile eine so hohe Reputation, dass Schülerinnen und Schüler bereit wären, eine Wegstrecke von mehreren Stunden bis Tagen zur Garma School in Kauf zu nehmen, was den Bau eines Hostels erforderlich gemacht habe. Als schlimmste Erfahrung seiner Tätigkeit in Nepal bezeichnete Walter Staaden die Auswahl, die er bei der Verwirklichung seines Herzensprojekts – einer Schule für körperbehinderte Kinder – treffen musste. An einer Förderung von Kindern mit Behinderungen habe der Staat Nepal kein Interesse, die seiner Organisation betriebene Schule könne jedoch nur Kinder aufnehmen, die bildbar seien und eine Perspektive besäßen, später ihr Leben selbst meistern zu können.

Als aktuell wichtigstes Projekt bezeichneten Sherpa und Staaden die durch Insektenbefall zerstörte Schule in Maidel, deren Neubau mit Stahlträgern – diese müssen von China oder Indien über weite Teile von den Arbeitern zur Baustelle getragen werden – enorme Kosten verursache. Sonam Sherpa dankte der Schule sehr herzlich dafür, dass der Großteil der Gelder des vor wenigen Tagen im Rahmen des 100jährigen Jubiläums der Wilinaburgia durchgeführten Spendenlaufes diesem Vorhaben zugutekommen wird.

Zahlreiche Nachfragen am Ende der Veranstaltung zeugten vom großen Interesse der Anwesenden. Schulleiter Stefan Ketter und Eugen Rudolph Ancke bedankten sich bei den beiden Referenten für den informativen Vortrag und überreichten Präsente. Sonam Sherpa revanchierte sich mit einem Schal aus seiner nepalesischen Heimat, den er allen Gästen zum Abschied umhängte.

 

Quelle: Gymnasium Philippinum

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