05.08.2022

Landkreis und Kreisbauernverband wollen in Region Limburg-Weilburg keine Schweinepest

Einhaltung von Hygieneregeln schützt Vieh und Verbraucher

Der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes, Marco Hepp (links), und Erster Kreisbeigeordneter Jörg Sauer wollen die Afrikanische Schweinepest aus dem Landkreis Limburg-Weilburg heraushalten. Foto: Landkreis Limburg-Weilburg

Im heimischen Landkreis Limburg-Weilburg gibt es im Gegensatz zu anderen deutschen Regionen aktuell noch keine Afrikanische Schweinepest. Damit das so bleibt, bitten Landkreis und Kreisbauernverband, keine Fleisch- und Wurstabfälle in die Natur zu werfen und auch keine Hausschweine damit zu füttern.

Die Hygienevorschriften noch penibler einhalten
Ebenfalls sollte in den Betrieben, wie Erster Kreisbeigeordneter Jörg Sauer und der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes, Marco Hepp, übereinstimmend erklären, auf die Einhaltung der Hygienevorschriften noch penibler als sonst geachtet werden. Hausschweine können sich nämlich auch über verseuchte Kleidung, Gerätschaften und Futtermittel mit der zumeist für die Tiere tödlichen Krankheit infizieren. Jörg Sauer stellt aber klar: „Für den Menschen ist die Krankheit ungefährlich, auch beim Kontakt mit kranken Tieren oder dem Verzehr von Fleisch solcher Tiere“.

Eine Ausbreitung konnte bisher weitestgehend verhindert werden
Die Afrikanische Schweinepest hat seit 2020 die Wildschweinbestände in Sachsen und Brandenburg erheblich dezimiert, seit die Virusinfektion aus Osteuropa kommend Deutschland erreicht hat. Bislang konnte durch massive Bekämpfungsmaßnahmen eine weitere Ausbreitung der Seuche in westliche Richtung und ein Überspringen auf Hausschweinbestände weitestgehend verhindert werden. Umso mehr erschreckend nun die Meldungen von Schweinpest-Ausbrüchen in Hausschweinbeständen in Baden-Württemberg im Mai dieses Jahres und aktuell auch in Niedersachsen. In beiden Fällen ist bis heute unklar, wie das Virus in die Bestände eindringen konnten. Untersuchungen von Wildschweinen in der Umgebung verliefen bis heute ergebnislos. Die Vermutung liegt daher nahe, dass die Virusverschleppung in die Betriebe nicht durch Tierkontakte erfolgte, sondern das Virus auf andere Weise in die Hausschweinbestände eingedrungen ist. Darum bitten der Erste Kreisbeigeordnete Jörg Sauer und der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes Marco Hepp, Betriebsinhaber und –Besucher sowie alle Bürgerinnen und Bürger, derzeit besonders vorsichtig zu sein und wichtige Verhaltensregeln einzuhalten. Denn im Landkreis Limburg-Weilburg gibt es, wie Marco Hepp erklärt, immerhin 83 Schweinehaltungen mit mehr als 14.000 Schweinen. 64 Betriebe davon halten weniger als 100 Tiere. Darunter sind auch reine Haltungen für den Eigenbedarf bzw. Hobbyhaltungen. Wie Erster Kreisbeigeordneter Jörg Sauer anmerkt, gelten auch für diese dieselben Biosicherheitsmaßnahmen wie für die großen Bestände.

Eine Impfung gibt es nicht
Für Haus- und Wildschweine verlaufe eine Infektion mit der Afrikanischen Schweinepest fast immer tödlich. Impfungen gegen diese Infektion gibt es nicht. Darum ist die Eindämmung der Seuchenausbreitung, wie Jörg Sauer erläutert, derzeit die wichtigste Bekämpfungsmaßnahme gegen die Schweinepest. Dabei kann die Übertragung des Virus über verschiedene Wege erfolgen. Bei Wildschweinen ist meist der direkte Kontakt von Tier zu Tier, der die Infektionskette aufrechterhält. Marco Hepp weiß: „Die Übertragung auf Hausschweine kann neben direktem Tierkontakt auch noch viele weitere Ursachen haben“. So sind Übertragungen nachweislich über kontaminierte Materialien wie beispielswiese landwirtschaftlich genutzte Geräte, Futtermittel, Kleidung und Schuhe oder auch Jagdutensilien möglich. Jörg Sauer: „Da das Virus über viele Monate in infiziertem Fleisch und in Wurstwaren infektiös bleibt, geht besonders von für Schweine frei zugänglichen Speiseabfällen eine nicht zu unterschätzende Gefahr aus“. Von daher appellieren der Landkreis und der Kreisbauernverband gleichermaßen, beim Betreten eigener und fremder Betriebe, an die Übertragungsmöglichkeiten durch Kleidung und Gerätschaften zu denken und die geltenden Hygienebestimmungen einzuhalten.

Virus verbreitet sich auch über weggeworfene Fleisch- und Wurstreste
Gerade jetzt in den Ferienzeiten macht es Sinn, darauf hinzuweisen, dass über weggewordene Fleischreste oder Wurstbrote die Schweinepest in Regionen gebracht werden kann, wo sie bisher noch nicht vorkommt. Marco Hepp betont, dass es im eigenen Interesse der Betriebe ist, bei der Vorbeugung penibel zu sein, denn wenn Limburg-Weilburg einmal zum Schweinepest-Gebiet würde, würde sich das äußerst negativ auf Absatz und zu erzielende Preise auswirken, trotz genauester Kontrollen und lückenloser Blutuntersuchungen der zu verbringenden Tiere.

Nähere Informationen über die Afrikanische Schweinepest und die Vorbeugungsmöglichkeiten auf www.landkreis-limburg-weilburg.de/politik-verwaltung/bereiche-ansprechpartner/amt-fuer-den-laendlichen-raum-umwelt-veterinaerwesen-und-verbraucherschutz/fachdienst-veterinaerwesen-und-verbraucherschutz/aktuelle-informationen-zur-afrikanischen-schweinepest

Quelle: Landkreis Limburg-Weilburg (rk)

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