13.10.2021

Der Arbeitsmarkt in Hessen

Arbeitsmarkt lässt Krise allmählich hinter sich

Der Arbeitsmarkt in Hessen Foto: Bundesagentur für Arbeit Regionaldirektion Hessen

Der hessische Arbeitsmarkt hat sich im Vergleich zum Vormonat und Vorjahr deutlich erholt. Die Arbeitslosenquote sank im Berichtsmonat September erstmals seit Krisenbeginn wieder unter die Fünf-Prozentmarke auf jetzt 4,9 Prozent. Binnen eines Jahres sank die Arbeitslosigkeit damit um etwa 32.500 Personen auf rund 168.300. Zuletzt wurde im März 2020 eine Quote von unter fünf Prozent erreicht: 4,5 Prozent. Damals gab es rund 153.600 arbeitslose Frauen und Männer.

Weniger Menschen ihren Job verloren als noch im Vormonat und Vorjahr
„Mit Beginn des neuen Ausbildungsjahres verringerte sich erwartungsgemäß auch die Zahl der arbeitslosen jungen Menschen unter 25 Jahren. Aber nicht nur die Suche nach Auszubildenden hat den Markt bewegt, im September haben auch weniger Menschen ihren Job verloren als noch im Vormonat und Vorjahr“, so Dr. Frank Martin, Leiter der Regionaldirektion Hessen.

Die Arbeitskräftenachfrage sei weiterhin stabil, führt Martin aus:
„Die Betriebe melden deutlich mehr offene Stellen als noch im letzten Jahr. Von dieser Entwicklung können aktuell auch viele Arbeitslose profitieren. Gleichzeitig ist die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung bereits über das Vorkrisenniveau gestiegen.“

Ende 2021 werden die Arbeitslosenzahlen tendenziell sinken
Martin sieht gute Chancen, dass sich der Arbeitsmarkt in den nächsten Monaten weiter erholen wird: „Trotz der Lieferengpässe in einigen Branchen bin ich zuversichtlich, dass bis Ende 2021 die Arbeitslosenzahlen tendenziell sinken werden. Die Zeichen stehen auf Erholungskurs.“

Aktuell haben die kreisfreien Städte und besonders Südhessen noch das Nachsehen:
„Gerade im Rhein-Main-Gebiet hat die Coronakrise den Arbeitsmarkt jedoch noch fest im Griff. Bei der positiven Entwicklung der anderen hessischen Regionen können Offenbach, Wiesbaden und Frankfurt derzeit noch nicht mithalten. Das nur langsam anlaufende Geschäft unter anderem bei Flughafen und Messe lässt die Arbeitslosenzahlen nur langsam sinken“, sagt Martin.

Arbeitslosigkeit in Hessen: Deutlicher Rückgang zum Vormonat und Vorjahr - Vorkrisenniveau noch nicht erreicht
Im Berichtsmonat ist die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vormonat gesunken. Im September waren in Hessen 168.295 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. Das waren 9.222 (-5,2 Prozent) weniger als im August und 32.438 (-16,2 Prozent) weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote sank um 0,2 Prozentpunkte auf 4,9 Prozent. Im September 2020 lag die Quote noch bei 5,8 Prozent.
Im Vorkrisenjahr 2019 lag die Arbeitslosenquote im September bei 4,5 Prozent. 146.750 Arbeitslose waren damals zum Stichtag gemeldet.

Saisonbereinigt ergab sich zum Vormonat ein Rückgang um -3.000 Personen, zum Vorjahr zeigte sich ein Rückgang um -33.000 Personen.
Der Rückgang der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vormonat betraf im September alle betrachteten Personengruppen. Wie für einen September üblich sank mit Ausbildungsbeginn die Zahl junger Menschen unter 25 Jahren deutlich (-13,7 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr reduzierte sich die Zahl der Arbeitslosen ebenfalls bei fast allen Personengruppen. Mit einem Plus von 16,7 Prozent bildete die Gruppe der Langzeitarbeitslosen die Ausnahme.

Unterbeschäftigung
Die Unterbeschäftigung, die auch Personen in entlastenden arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen und in kurzfristiger Arbeitsunfähigkeit mitzählt, belief sich im September 2021 auf 223.481 Personen. Das waren 33.325 (-13,0 Prozent) weniger als vor einem Jahr.

Entwicklung in den Rechtskreisen: Rückgang der Arbeitslosenzahlen in erster Linie im Rechtskreis SGB III
Insgesamt zählten im Berichtsmonat 34,8 Prozent (58.601) aller Arbeitslosen in Hessen zum Rechtskreis SGB III (Arbeitslosenversicherung) und 65,2 Prozent (109.694 Personen) zum Rechtskreis SGB II (Grundsicherung).
Im Vorjahresvergleich liegt der Rückgang im Bereich der Arbeitslosenversicherung (SGB III) bei rund -35,0 Prozent. In der Grundsicherung (SGB II) gab es eine Veränderung um -1,0 Prozent.

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung:
Rund 34.000 Beschäftigte mehr als im Vorjahr – Gastronomie und Verarbeitendes Gewerbe zeigen weiterhin Verluste
Der hochgerechnete, vorläufige Wert der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten belief sich im Juli 2021 auf 2.649.200 Personen und somit 1,3 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Insgesamt kann damit ein Anstieg von 33.900 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten verzeichnet werden. Hessen verbleibt damit leicht hinter dem Bund und den westdeutschen Ländern (+1,4 Prozent).

Folgende Branchen konnten gegenüber dem Vorjahr einen Beschäftigungszuwachs verzeichnen:
Öffentliche Verwaltung (+4,5 Prozent), Gesundheitswesen (+3,4 Prozent), Information und Kommunikation (+3,1 Prozent), Immobilien, freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen und Baugewerbe (+3,0 Prozent), Land-/Forstwirtschaft und Heime und Sozialwesen (+2,3 Prozent), Erbringung von Finanz- und Versicherungsdienstleistungen (+1,9 Prozent), Erziehung und Unterricht (+1,8 Prozent), Kunst- und Kultursektor (+1,1 Prozent), Verkehr und Lagerei sowie Handel (0,5 Prozent). Den größten Zuwachs gab es bei der Arbeitnehmerüberlassung (+15,3 Prozent).

Rückgänge in der Beschäftigungsentwicklung
mussten weiterhin insbesondere das Gastgewerbe (-5,4 Prozent), und das Verarbeitende Gewerbe (-1,6 Prozent) verzeichnen. Ein leichter Rückgang ergab sich zudem mit -0,8 Prozent im Bereich Bergbau, Energie und Wasserversorgung und den sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen (-0,6 Prozent).

Offene Stellen:
Zugänge und Bestand bewegen sich weiter auf Vorkrisenniveau zu
Der monatliche Zugang liegt mit rund 10.900 gemeldeten Stellen im September höher (+14,0 Prozent) als noch im Vorjahresmonat. Die meisten Stellen kamen im September aus der Arbeitnehmerüberlassung, dem Handel und dem Verarbeitenden Gewerbe.
Der Stellenbestand der hessischen Agenturen liegt mit rund 52.000 offenen Stellen +33,0 Prozent über dem Vorjahr.

Entwicklung in den Regionen: 8 Kreise blieben unter 4-Prozent-Marke
Aktuell weisen insgesamt 18 der 26 hessischen Kreise eine Arbeitslosenquote von unter 5,0 Prozent auf. Acht Kreise liegen dabei sogar unter 4,0 Prozent: Fulda (2,8 Prozent), Waldeck-Frankenberg (3,2 Prozent), Schwalm-Eder (3,3 Prozent), Hersfeld-Rotenburg und Bergstraße (3,4 Prozent), Vogelsberg (3,5 Prozent), Kassel und Marburg-Biedenkopf (3,6 Prozent). Unter 5,0 Prozent liegen die Kreise, Wetterau, Main-Kinzig, Hochtaunus, Limburg-Weilburg, Rheingau-Taunus, Main-Taunus sowie die Kreise Darmstadt-Dieburg und Odenwald.
Die höchsten Quoten weisen die Städte Offenbach (9,0 Prozent), Kassel und Wiesbaden (7,7 Prozent), Frankfurt (6,3 Prozent), Darmstadt (5,6 Prozent) sowie die Kreise Groß-Gerau und Gießen (5,4 Prozent) auf.

Entwicklung konjunkturelle Kurzarbeit: Anzeigen sinken kontinuierlich
Die Anzeigen für Kurzarbeit sind im September nochmals gesunken. Im Berichtsmonat erreichten die Agenturen 177 neue Anzeigen für etwa 3.200 Personen.
Im März 2021 bezogen fast 244.000 hessische Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in rund 26.000 Betrieben konjunkturelles Kurzarbeitergeld. Erste Hochrechnungen gehen von einem Rückgang der Zahlen für die Folgemonate aus. Für Juni werden rund 17.500 Betriebe und knapp 164.000 Kurzarbeiter in Hessen prognostiziert.

Ausbildungsmarkt:
Die nächsten Zahlen zum Berufsausbildungsstellenmarkt (Abschluss des Ausbildungsjahres 2020/2021) werden am 28.10.2021 bekannt gegeben.

Kurzarbeitergeld:
Die Bundesregierung hat eine Verlängerung des erleichterten Zugangs zum Kurzarbeitergeld bis zum Jahresende beschlossen. Die bisher auf Ende September befristete Regel wird somit um drei Monate verlängert.
Unternehmen haben Anspruch auf Kurzarbeitergeld, wenn mindestens 10 Prozent der Beschäftigten einen Arbeitsentgeltausfall von mehr als 10 Prozent haben. Befristet bis Jahresende können auch Leiharbeitnehmer unterstützt werden. Die Sozialversicherungsbeiträge werden für die ausgefallenen Arbeitsstunden bis zum 31.12.2021 voll erstattet. Der Bezug von Kurzarbeitergeld ist bis zu 12 Monate möglich. Bis Ende 2021 gilt unter bestimmten Voraussetzungen eine Bezugsdauer von längstens 24 Monaten.

Aktuelle Informationen zum Arbeitsmarkt in Hessen
sowie den Angeboten und Services der Agenturen für Arbeit und der Familienkasse finden Sie auch auf Twitter: https://twitter.com/rd_hessen

Quelle: Agentur für Arbeit Limburg-Wetzlar

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