08.11.2020

Agenturbezirk Limburg-Wetzlar: Kurzarbeit stabilisiert Arbeitsmarkt

Der Arbeitsmarkt im Oktober 2020

Foto: Agentur für Arbeit

Im Bezirk der Agentur für Arbeit Limburg-Wetzlar waren im Oktober 2020 insgesamt 12.261 Personen arbeitslos gemeldet. Dies entspricht einer Quote von 5,3 Prozent, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen.

September
Im September lag die Zahl der Arbeitslosen bei 12.576, die Arbeitslosenquote betrug 5,4 Prozent. Vor einem Jahr waren 9.836 Menschen im Bezirk ohne Beschäftigung - die Quote lag seinerzeit bei 4,2 Prozent. Von den insgesamt 12.261 arbeitslosen Personen waren 5.223 bei den Arbeitsagenturen in Limburg, Wetzlar und Dillenburg gemeldet. 2.282 Arbeitslose wurden beim Jobcenter Limburg-Weilburg gezählt. 4.756 Arbeitslose meldete das Kommunale Jobcenter des Lahn-Dill-Kreises.

Zahl der Arbeitslosen ist zurückgegangen
"Die Zahl der Arbeitslosen ist, wie saisonal üblich, von September auf Oktober zurückgegangen. Der Rückgang fällt sogar etwas höher aus als in den Vorjahren", berichtete die Vorsitzende der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Limburg-Wetzlar, Angelika Berbuir, bei Vorlage der Arbeitsmarktzahlen für den abgelaufenen Monat. Die Arbeitslosigkeit sei in beiden Rechtskreisen gesunken. Der Rückgang bei den unter 25-Jährigen falle deutlicher aus als in den Jahren zuvor. Verantwortlich für das alljährliche Abschmelzen der Arbeitslosigkeit bei den Jugendlichen im Oktober sei primär der Beginn des Wintersemesters an Universitäten und Fachhochschulen sowie der Ausbildungsstart in den Pflegeberufen. Ebenfalls positiv bewertete Berbuir, dass in diesem Oktober weniger Arbeitslose zugegangen seien als in den Vorjahren. Die Abgänge bewegten sich leicht unter dem Niveau der Vorjahre. Allerdings liege die Zahl derjenigen, die sich wegen einer Arbeitsaufnahme aus der Arbeitslosigkeit abgemeldet haben, ebenfalls über den Werten der vergangenen Jahre. Mehr Abgänge in Erwerbstätigkeit habe es insbesondere in den Berufssegmenten "Verkehr und Logistik" sowie in den Fertigungsberufen gegeben.

Kurzarbeit verleiht dem Arbeitsmarkt Stabilität
"Nach wie vor verleiht die Kurzarbeit dem Arbeitsmarkt Stabilität", konstatierte die Agenturchefin. Für den Agenturbezirk liege eine erste Hochrechnung für den Juni vor, nach der seinerzeit 22.761 Arbeitnehmer in 2.049 Betrieben tatsächlich von Kurzarbeit betroffen waren. Dies entsprach 15,1 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in 18,5 Prozent aller anspruchsberechtigten Betriebe. Demnach haben im Juni 500 Betriebe weniger kurzgearbeitet, als noch im Mai. Die Zahl der Kurzarbeiter sank im gleichen Zeitraum um 3.184 Arbeitnehmer.

Unterschiedliche Entwicklungen
Mit Blick auf die Beschäftigtenzahlen im ersten Quartal dieses Jahres berichtete Berbuir von unterschiedlichen Entwicklungen in beiden Landkreisen. Während die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmer im Lahn-Dill-Kreis erstmals seit elf Jahren im Vorjahresvergleich zurückgegangen sei (-0,2 Prozent), weise Limburg-Weilburg einen Anstieg um 1,9 Prozent aus (Hessenschnitt 1,1 Prozent). Prozentual habe die Beschäftigung insbesondere in der Arbeitnehmerüberlassung abgenommen. Hier seien im März in Limburg-Weilburg zehn Prozent und im Lahn-Dill-Kreis ein Viertel weniger Menschen beschäftigt gewesen, als ein Jahr zuvor.

Kreis Limburg-Weilburg:
Die Arbeitslosenquote lag im Oktober im Kreis Limburg-Weilburg bei 4,6 Prozent und somit um 0,1 Prozentpunkte niedriger, als im Vormonat. Im Oktober 2019 betrug die Quote 3,7 Prozent. In absoluten Zahlen: 4.283 Personen waren im letzten Monat als arbeitslos registriert. Das waren 144 weniger als im September (-3,3 Prozent) und 862 mehr als vor einem Jahr (+25,2 Prozent).

Im Jahresdurchschnitt 2019 betrug die Arbeitslosenquote im Kreis Limburg-Weilburg 4,0 Prozent.
3.735 Personen waren 2019 durchschnittlich arbeitslos gemeldet. Im aktuellen Monat wurden 46,7 Prozent (2.001 Personen) der gemeldeten Arbeitslosen von der Agentur für Arbeit betreut. Somit ist die Zahl der Arbeitslosen im Rechtskreis SGB III (Arbeitsagentur) innerhalb eines Monats um 98 Personen (-4,7 Prozent) zurückgegangen und im Vergleich zum Vorjahr um 627 Arbeitslose (+45,6 Prozent) gestiegen. 53,3 Prozent (2.282 Personen) aller gemeldeten Arbeitslosen waren im Oktober beim Jobcenter Limburg-Weilburg gemeldet. Das Jobcenter verzeichnet somit im Vormonatsvergleich einen Rückgang um 46 Arbeitslose (-2,0 Prozent).

Gegenüber Oktober 2019 hat sich die Arbeitslosigkeit hier um 11,5 Prozent (235 Personen) erhöht.
Arbeitslose, die aufgrund einer vorherigen Beschäftigung Arbeitslosengeld I erhalten, werden von der Arbeitsagentur betreut. Gleiches gilt für Erwerbslose, die kein Arbeitslosengeld I beziehen, deren Lebensunterhalt jedoch anderweitig gesichert ist. Für Arbeitslose, die keinen Anspruch (mehr) auf Arbeitslosengeld I haben und auf Leistungen der Grundsicherung (Arbeitslosengeld II, umgangssprachlich ,Hartz IV') angewiesen sind, ist das Jobcenter zuständig. Im Schnitt des Jahres 2019 waren bei der Arbeitsagentur 1.526 Arbeitslose und beim Jobcenter 2.209 Arbeitslose gemeldet.

Arbeitslose Männer
Die Zahl der arbeitslosen Männer hat sich im letzten Monat um 134 Betroffene (-5,4 Prozent) auf 2.350 Arbeitslose reduziert. Bei den Frauen sank die Arbeitslosenzahl im gleichen Zeitraum um 10 Personen auf 1.933 Betroffene (-0,5 Prozent). Im Vorjahresvergleich nahm die Arbeitslosigkeit bei den Männern um 500 Arbeitslose (+27,0 Prozent), bei den Frauen um 362 Arbeitslose (+23,0 Prozent) zu. 2019 waren jahresdurchschnittlich 2.113 Männer und 1.622 Frauen arbeitslos gemeldet.

Jugendarbeitslosigkeit
Die Jugendarbeitslosigkeit ist im Oktober um 9,8 Prozent oder 46 Arbeitslose gesunken. Aktuell sind 422 Arbeitslose jünger als 25 Jahre: 105 mehr, als vor einem Jahr (+33,1 Prozent). Im Durchschnitt des Jahres 2019 waren 364 unter 25jährige von Arbeitslosigkeit betroffen.

Ältere Arbeitslose (50+)
Bei den älteren Arbeitslosen (50+) hat sich die Zahl im aktuellen Monat um 13 Betroffene (-0,9 Prozent) auf 1.373 Arbeitslose reduziert. Sie liegt damit um 296 Personen oder 27,5 Prozent über dem Vorjahreswert. Im Jahresdurchschnitt 2019 waren bei der Limburger Arbeitsagentur und dem Jobcenter Limburg-Weilburg 1.152 ältere Arbeitslose gemeldet.

Schwerbehinderte Arbeitslose
Die Zahl der schwerbehinderten Arbeitslosen lag im Oktober im Kreis Limburg-Weilburg bei 334 Personen und damit um 2 Personen oder 0,6 Prozent unter dem September-Wert. Gegenüber Oktober 2019 war ein Anstieg um 58 arbeitslose Schwerbehinderte zu verzeichnen (+21,0 Prozent). Im Jahr 2019 waren jahresdurchschnittlich 299 schwerbehinderte Menschen arbeitslos gemeldet.

Ausländer
Im Berichtsmonat waren im Landkreis 1.329 Ausländer als arbeitslos registriert. Dies waren 54 arbeitslose Ausländer weniger als im September (-3,9 Prozent) sowie 268 (+25,3 Prozent) mehr als vor einem Jahr. Im Durchschnitt des Jahres 2019 waren 1.182 Ausländer von Arbeitslosigkeit betroffen.

242 Vermittlungsaufträge
Im Oktober 2020 erteilten die Unternehmen und Verwaltungen den Arbeitgeberservices von Arbeitsagentur und Jobcenter 242 Vermittlungsaufträge. Dies waren 239 Stellen weniger als im Oktober letzten Jahres (-49,7 Prozent). 2019 wurden insgesamt 5.218 Stellenangebote zur Besetzung gemeldet.

Kurzarbeit:
Im Oktober 2020 gingen nach vorläufigen Erhebungen bei der Arbeitsagentur Kurzarbeitsanzeigen von 16 Betrieben aus dem Landkreis Limburg-Weilburg für 87 Arbeitnehmer ein. Somit liegt die Gesamtzahl der Anzeigen seit Beginn der Corona-Krise im Landkreis bei 1.937, die Zahl der angezeigten Arbeitnehmer bei 19.939. Damit haben seit Beginn der Corona-Pandemie 40,9 Prozent aller anspruchsberechtigten Betriebe Kurzarbeit für 36,5 Prozent aller sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze angezeigt. Aktuell gibt es für den Mai 2020 eine Hochrechnung zur realisierten Kurzarbeit auf Kreisebene. Demnach arbeiteten im Landkreis Limburg-Weilburg im genannten Monat 7.492 Arbeitnehmer in 1.053 Betrieben kurz (Kurzarbeiterquote 13,4 Prozent). Das waren 430 Kurzarbeiter weniger, als im Monat zuvor (-5,4 Prozent). Die Zahl der kurzarbeitenden Betriebe ging binnen Monatsfrist um 179 zurück (-14,5 Prozent). Für den Agenturbezirk Limburg-Wetzlar liegt zudem die Hochrechnung für den Juni vor, nach der seinerzeit 22.761 Arbeitnehmer in 2.049 Betrieben tatsächlich von Kurzarbeit betroffen waren. Dies entsprach 15,1 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in 18,5 Prozent aller anspruchsberechtigten Betriebe. Demnach haben im Juni 500 Betriebe weniger kurzgearbeitet, als noch im Mai. Die Zahl der Kurzarbeiter sank im gleichen Zeitraum um 3.184 Arbeitnehmer.

Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung:
Aktuell liegen die Daten des ersten Quartals 2020 vor. Zum 31. März 2020 gab es im Kreis Limburg-Weilburg 54.659 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte am Arbeitsort. Dies waren 1.043 mehr als im ersten Quartal 2019. Der Veränderungswert lag bei +1,9 Prozent. Hessenweit nahm die Beschäftigung im gleichen Zeitraum um 1,1 Prozent zu. Die höchsten Arbeitsplatzzuwächse kann der Handel verzeichnen. 292 zusätzliche Arbeitsplätze bedeuten im Vergleich zum Vorjahresquartal einen Anstieg von 3,1 Prozent der Beschäftigten dieser Branche. Weitere deutliche Beschäftigungsgewinne verbuchten vor allem Heime und Sozialwesen (208 / +5,7 Prozent) sowie die Herstellung von überwiegend häuslich konsumierten Gütern (157 / +6,7 Prozent). Arbeitsplatzverluste weisen hingegen folgende Wirtschaftszweige aus: Metall-, Elektro- und Stahlindustrie (-188 / -3,3 Prozent), die Arbeitnehmerüberlassung (-122 / -10,7 Prozent) sowie das Gastgewerbe (-51 / -3,5 Prozent).

Quelle: Agentur für Arbeit Limburg-Wetzlar

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