11.06.2021

Parlamente:

Frauen holen auf, Männer bleiben in der Überzahl

Eine Analyse der Frauenanteile im Kreistag und in den Kommunalparlamenten der Städte und Gemeinden des Landkreises Limburg-Weilburg für die Legislaturperiode 2021 bis 2026 macht deutlich, dass Frauen in der Politik unterrepräsentiert sind. Die Leiterin des Frauenbüros des Landkreises Limburg-Weilburg, Ute Jungmann-Hauff, ist der Frage nachgegangen: Wie weit sind wir von einer paritätischen Besetzung der Parlamente im Landkreis entfernt?

Frauen weiterhin in den Parlamenten unterrepräsentiert
„Nun steht es fest: Frauen sind in der neuen Legislaturperiode weiterhin in den Parlamenten unterrepräsentiert, aber sie haben aufgeholt, und das ist gut“, so Ute Jungmann-Hauff. Allerdings ist eine gleichmäßige Verteilung der Sitze in den Parlamenten nicht erreicht, die Entscheidungen werden weiterhin hauptsächlich von Männern getroffen. In acht Gemeinden im Landkreis liegt die Frauenbeteiligung sogar unter 20 Prozent. „Besonders auf kommunaler Ebene wäre es wünschenswert, wenn Frauen an den kommunalen Entscheidungen beteiligt werden würden, weil diese Entscheidungen unmittelbare Auswirkungen auf den Alltag und das Leben in der Kommune haben“, so Jungmann-Hauff. Die Analyse der Wahlergebnisse der Kommunalwahl am 14. März 2021 zeigt insgesamt, dass im Vergleich zur Wahl 2016 vier Prozent mehr Frauen in die Parlamente der Städte und Gemeinden eingezogen sind. Aber in der Summe stellt dies einen Frauenanteil von nur 23 Prozent dar, also noch nicht einmal ein Viertel aller Mandatsträgerinnen und Mandatsträger.

Der Frauenanteil im Kreistag ist nach der Kommunalwahl 2021 von 24 auf 34 Prozent gestiegen.
„Im Vergleich zur Kommunalwahl 2016 ist das ein Anstieg von zehn Prozent, das ist ein tolles Ergebnis“, freut sich die Leiterin des Frauenbüros. In den Ortsbeiräten sind ganz vereinzelt Frauen vertreten. Dort überwiegen die Männer. Es engagieren sich 91 Frauen in den Ortsbeiräten im ganzen Landkreis. In absoluten Zahlen haben sich 184 Frauen im Landkreis Limburg-Weilburg erfolgreich zur Wahl gestellt, das sind 25 Prozent mehr als bei der Kommunalwahl 2016. Damals waren 147 Frauen in die Parlamente der Städte und Gemeinden, inklusive Kreistag, gekommen, ohne die Ortsbeiräte. Erstaunlich viele Frauen, nämlich 98, sind in dieser neuen Legislaturperiode „Neueinsteigerinnen“, das sind fast 50 Prozent aller Mandatsträgerinnen. Darunter gibt es auch Frauen, die früher schon einmal politisch aktiv waren und nun wieder dabei sind.

Fortbildungsangebote für politisch interessierte Frauen
Um den Frauenanteil in den Parlamenten zu erhöhen, gab es im Vorfeld der Kommunalwahl die unterschiedlichsten Bemühungen. Das Netzwerk „Frauen in der Kommunalpolitik“ im Landkreis hat mit gezielten Fortbildungsangeboten in Richtung politisch interessierter Frauen für eine Kandidatur in einem Parlament geworben und unterschiedliche Workshops und Seminare durchgeführt. Einige Parteien haben bei der Listenaufstellung das „Reißverschlusssystem Mann-Frau“ umgesetzt und sich so bemüht, Frauen auf den Wahllisten eine höhere Chance zu geben. Allerdings sind durch das Kumulieren und Panaschieren viele Frauen von ihren ursprünglichen Listenplätzen nach hinten verschoben worden. „Solange die paritätische Besetzung der Parlamente nicht erreicht ist, müssen wir uns alle stärker für eine Verbesserung einsetzen“, betont Ute Jungmann-Hauff.

Mentoring-Programm im Sommer
Das Netzwerk „Frauen in der Kommunalpolitik“ startet im Sommer mit einem Mentoring-Programm, wobei erfahrene Politikerinnen die „Neueinsteigerinnen“ unterstützen werden. Interessierte Frauen können sich im Frauenbüro des Landkreises melden. Geleitet wird das Projekt von Rita Frost, Mitglied der Gemeindevertretung Villmar, Fraktionsvorsitzende der Unabhängigen Freien BürgerListe (UFBL) und stellvertretende Vorsitzende des Haupt- und Finanzausschusses.

Weiterführende Informationen finden Sie unter dem Link Frauenbüro:
Landkreis Limburg-Weilburg (landkreis-limburg-weilburg.de)

Quelle: Landkreis Limburg-Weilburg (jk)

Anhang: 2021.06.04_Frauen Kommunalpolitik.pdf

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