14.09.2021

Wenn das Wasser kommt:

Fridays-for-Future steigt schon mal in die Boote

Wenn das Wasser kommt: Fridays-for-Future steigt schon mal in die Boote Foto: Fridays-for-Future

Am Freitagnachmittag den 3.09.21 fand eine Kundgebung zum Klimaschutz in Weilburg statt. Bei bestem Spätsommerwetter hatten sich Mitglieder von Fridays-for-Future, People-for-Future Weilburg und Interessierte an und auf der Lahn versammelt, um sich für mehr Klimaschutz stark zu machen und vor den Folgen der Erderhitzung zu warnen.

Aus erster Hand ein Bild von dem Ausmaß der Katastrophe
Sehr anschaulich berichtete Nico Müller, der sich nicht nur bei den Fridays engagiert, sondern auch beim THW mitarbeitet, von seinem erschütternden Einsatz im Ahrtal. Die meisten Teilnehmer, die nur die Fernsehbilder kannten, bekamen hier aus erster Hand ein Bild von dem Ausmaß der Katastrophe. Als freiwilliger Helfer des technischen Hilfswerks war Nico Müller bei den Aufräumarbeiten Gestank und Staub dieser zerstörten Landschaft ausgesetzt. Wissenschaftlich ist mittlerweile belegt, dass diese Flutkatastrophe eine Folge des Klimawandels ist und wir uns in Zukunft häufiger auf solch verheerende Ereignisse einstellen müssen. Neben der Solidarität der Menschen nach so einer Ausnahmesituation, berichtete Nico auch von der lähmenden Bürokratie, die sinnvolles Handeln in Deutschland so oft verhindert. So sah er auch, dass die politisch Handelnden sich heute nicht mehr trauen, schmerzhafte, aber wichtige Entscheidungen für die Zukunft zu treffen und lieber ohne anzuecken immer weiter in den Klimakollaps schliddern.

Schon jetzt schmelzen Gletscher und Polkappen ab
Kilian Freihold (Fridays-4-Future), beleuchtet in seiner Rede die große Bedeutung des Wasserhaushaltes in unserer Zeit des Klimawandels. Obwohl die Weltmeere bisher 90% der Erderhitzung aufgenommen haben, ist die globale Temperatur bereits um 1°C angestiegen. Schon jetzt schmelzen Gletscher und Polkappen ab. Sollten wir es schaffen, die Erhitzung auf 1,5°C zu begrenzen, so würden dennoch 11% der Landfläche überflutet werden, bei 2°C Erhitzung sind es schon 21%. Viele Großstädte wie New York oder Hamburg müssten aufgegeben werden. Nach den Ereignissen im Ahrtal ist nun wohl vielen von uns bewusst geworden, dass die Folgekosten unseres „Weiter-so-wie-bisher“ um ein Vielfaches höher sein werden, als es die Kosten für sinnvollen Klimaschutz jemals sein könnten.

Bus und Bahn müssen dringend ihr Angebot erweitern
Marlene Spiong (Fridays-4-Future), berichtete, wie schwierig es ist, sich in unserer Gesellschaft klimagerecht zu verhalten. Bus und Bahn müssen dringend ihr Angebot erweitern. Für den Weg zur Schule und zurück benötigt sie mit dem Bus wegen schlechter Verbindungen 2-3 Stunden. Hat sie erst spät Schule aus, fährt gar kein Bus mehr. Mit dem Fahrrad würde sie die 17 Kilometer zwar schneller bewältigen, es gibt hier aber keine sicheren Fahrradwege. Seit sie von unvorsichtigen Autofahrern von der Straße gedrängt wurde, fährt sie nun selbst mit dem Auto in die Schule. So kann Klimapolitik nicht funktionieren. Sie forderte Landkreis und Kommunen auf, auch hier das Notwendige zu tun, damit das in Paris vertraglich zugesicherte 1,5-Grad-Ziel auch wirklich eingehalten wird.

Ziel rechtzeitig die CO2-Emission zu senken
Antar Spiong (People-4-Future), äußerte Zweifel, dass unsere Gesellschaft die Kraft aufbringt, für dieses Ziel rechtzeitig die CO2-Emission zu senken. Dennoch ist es wichtig, dass jeder Einzelne schaut, wo er mit gutem Gefühl etwas ändern will. Kann ich nicht doch auf einen grünen Stromanbieter wechseln? Kann ich schon auf Fleisch aus Massentierhaltung verzichten? Wo kann ich mal das Auto stehen lassen und die bessere Alternative nutzen? Viele kleine Schritte, mit denen wir das richtige tun, führen zum Ziel.

Macht die Wahl zur Klimawahl!
Aber natürlich muss auch an den großen Schrauben gedreht werden. Diesen Monat wird ein neues Parlament gewählt. Macht die Wahl zur Klimawahl! Es könnte die letzte Chance für wirksamen Klimaschutz sein. Welche Parteien stehen wirklich für Klimaschutz und welche haben einen wirksamen Klimaschutz in den letzten Jahrzehnten verhindert?

Danach ging es mit Kanu, Kajak und Tretbooten auf die Lahn.
Ein großes Banner mit dem Slogan: „Das Klimapaket geht baden, wir haben schon die Boote“ spannte sich quer über den Fluss.

Wenn das Wasser kommt: Fridays-for-Future steigt schon mal in die Boote Foto: Fridays-for-Future

Quelle: Antar Spiong (People-4-Future)

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