11.08.2018

Neues Schuljahr 2018/19

Hessens Schulen starten hervorragend aufgestellt

Kultusminister Lorz: „In herausfordernden Zeiten gewährleisten wir überall in Hessen die bislang beste Ausstattung unserer Schulen mit Stellen und Personal.“

Rückläufige Gesamtschülerzahl bei leicht steigender Erstklässlerzahl
1.300 Schulen profitieren von neuen sozialpädagogischen Fachkräften
70 Prozent aller Schulen bieten Ganztagsangebote an

Unterrichtsversorgung überall in Hessen sichergestellt
„Gute Schul- und Bildungspolitik bedeutet zu allererst eine gute Unterrichtsversorgung und Ausstattung der Schulen mit Lehrkräften. Dafür haben wir inklusive des nun beginnenden Schuljahres in den zurückliegenden vier Jahren rund 4.350 neue Stellen geschaffen. Sie tragen dazu bei, dass Hessens Schulen mit einer Lehrerzuweisung von mindestens 105 Prozent im Landesschnitt im bundesweiten Vergleich einmalig gut versorgt sind“, erklärte Hessens Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz heute in der traditionellen Pressekonferenz zum Schuljahresbeginn.

Rückläufige Gesamtschülerzahl bei leicht steigender Erstklässlerzahl
54.100 Stellen, davon mehr als 1.000 zusätzliche im Vergleich zum vergangenen Jahr – mit dieser Rekordversorgung starten Hessens Schulen am kommenden Montag nach den wohlverdienten Sommerferien in das neue Schuljahr 2018/19. Rund 38.000 dieser Stellen werden für die Grundunterrichtsversorgung, also die Abdeckung des in den Stundenplänen vorgesehenen Unterrichts, benötigt. Der Rest dient der Wahrnehmung zusätzlicher Aufgaben, dem Ausbau der bildungspolitischen Schwerpunkte und zur Entlastung der Lehrkräfte. Diese Lehrerstellen  werden für rund 760.000 Schülerinnen und Schüler an 1.800 öffentlichen allgemeinbildenden und beruflichen Schulen eingesetzt.

70 Prozent aller Schulen bieten Ganztagsangebote an
Das sind rund 2.000 weniger als im vergangenen Schuljahr. Anders verhält es sich mit der Zahl der Erstklässler, die erneut um 200 auf nun 54.200 leicht ansteigt. „Ebenso wie alle anderen Länder gingen wir vor fünf Jahren auf Basis der damaligen Prognosen von wesentlich stärker zurückgehenden Schülerzahlen aus“, erläuterte der Kultusminister und ergänzte: „Nun haben wir seit dem Jahr 2015 annähernd 50.000 Schülerinnen und Schüler durch Flucht und Zuwanderung zusätzlich aufgenommen, die nicht Bestandteil der Prognosen sein konnten. Für die Beschulung und Sprachförderung der Kinder und Jugendlichen und zur Verstärkung unserer bildungspolitischen Schwerpunkte wie dem Ausbau von Ganztagsangeboten und der inklusiven Beschulung haben wir seitdem rund 4.350 neue Stellen geschaffen.“ Zahlreiche Maßnahmen – wie die Weiterbildung von Lehrkräften mit anderen Lehrämtern für die Grund- und Förderschulen, die Ausweitung der Studienplatzkapazitäten, der Quereinstieg ins Grundschulreferendariat und eine Einstellungsgarantie für Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst – tragen dazu bei, für die vorhandenen Stellen geeignete Lehrkräfte zu gewinnen. „Dank dieser Maßnahmen können wir überall in Hessen die Versorgung unserer Schulen mit qualifiziertem Lehrpersonal sicherstellen“, so Lorz. „Eine Leistung, die sich auch im bundesweiten Vergleich sehen lassen kann!“

Gestiegene Zahl der Bewerbungen für den Einstieg in den pädagogischen Vorbereitungsdienst
Besonders erfreulich ist auch die immens gestiegene Zahl der Bewerbungen für den Einstieg in den pädagogischen Vorbereitungsdienst (Referendariat) an den Grundschulen zum 1. November. Mit 380 Bewerberinnen und Bewerbern ist diese so hoch wie seit mehr als zehn Jahren nicht mehr (Vorjahre im Schnitt ca. 200 bis 220).

Sozialpädagogische Fachkräfte nun auch für die weiterführenden Schulen – mehr als 1.300 Schulen profitieren insgesamt über alle Schulformen hinweg
Eng verbunden mit den Maßnahmen zur Lehrkräftegewinnung sind die 700 zusätzlichen Stellen für sozialpädagogische Fachkräfte an Schulen. „Damit entlasten wir unsere Lehrerinnen und Lehrer bei Tätigkeiten, die zusätzlich zum täglichen Schulunterricht anfallen. Hessenweit profitieren mehr als 1.300 Schulen von unserer Investition. Eine Zahl, die uns stolz macht!“, erklärte der Kultusminister. Nachdem seit Februar zunächst die Grundschulen 400 Stellen erhalten haben, profitieren nun auch die weiterführenden Schulen von 300 neuen Stellen. Die Einstellung der sozialpädagogischen Fachkräfte geht auf eine Anregung des Praxisbeirates für die Grundschulen zurück. Dieser war zu Beginn des vergangenen Schuljahres ins Leben gerufen worden. Im Kern geht es darum, den Lehrerinnen und Lehrern versierte Kräfte zur Seite zu stellen, die sie im Unterricht und darüber hinaus bei pädagogischen wie auch organisatorischen Aufgaben unterstützen.

Erstmals Konrektorenstellen für kleine Grundschulen
Im Zuge des Maßnahmenpakets für Grundschulen stehen ab 1. August für 337 kleine Grundschulen (in der Größenordnung zwischen 80 und 180 Schülerinnen und Schülern) erstmals Stellen für die stellvertretende Schulleitung (Konrektoren) zur Verfügung. Sie tragen zur Stärkung und Entlastung von Grundschullehrkräften und ihren Schulleitungen bei.

Bildungspolitische Schwerpunkte der schwarz-grünen Landesregierung:
70 Prozent aller Schulen bieten Ganztagsangebote an
Insgesamt rund 2.950 Stellen, davon 450 zusätzliche im kommenden Schuljahr 2018/19 und mehr als 1.500 seit Beginn der Legislaturperiode – das sind die beeindruckenden Zahlen zum Ausbau ganztägiger Angebote in Hessens Schulen. „Damit haben wir den Stelleneinsatz für den Ganztagsausbau in den zurückliegenden fünf Jahren annähernd verdoppelt“, erklärte der Kultusminister. Am Pakt für den Nachmittag nehmen inzwischen 208 Schulen in ganz Hessen und 25 von 33 Schulträgern teil – dies entspricht Dreivierteln aller Schulträger. Insgesamt können im neuen Schuljahr Schülerinnen und Schüler an rund 1.150 Schulen – das sind mehr als 70 Prozent  aller allgemeinbildenden Schulen in Hessen – Ganztagsangebote in Anspruch nehmen. „Besonders erfreulich ist aus meiner Sicht, dass mittlerweile rund 530 Schulen von Montag bis Freitag ein Bildungs- und Betreuungsangebot von 7.30 bis 17.00 Uhr anbieten – darunter 107 gebundene Ganztagsschulen. Ein eindrucksvoller Beleg für unsere Bemühungen“, so Lorz.

Von der Intensiv-Sprachförderung zur Integration in die Schulgemeinde
Der Schwerpunkt des schulischen Gesamtsprachförderkonzepts entwickelt sich bei deutlich gesunkenen Neuzugängen an Flüchtlingen, jedoch weiterhin hohen Zahlen von Zuwanderern an hessischen Schulen von der Intensivsprachförderung hin zur Integration in die Regelklassen. Insgesamt stehen über 2.400 Stellen für die sprachliche Förderung von Zuwanderern zur Verfügung. Zum Beginn des Schuljahres werden voraussichtlich bis zu 10.000 Schülerinnen und Schüler von einer Intensivmaßnahme an einer allgemeinbildenden Schule in eine Regelklasse wechseln. Darüber hinaus werden voraussichtlich über 5.000 Schülerinnen und Schüler aus Intensivklassen an Beruflichen Schulen (InteA) entweder eine Ausbildung beginnen oder in berufsvorbereitende Maßnahmen oder schulische Bildungsgänge wechseln. Voraussetzung für den Übergang in die Regelklasse sind stets ausreichende Deutschkenntnisse. Zur weiteren Stärkung der Deutschförderkurse sind im Laufe dieses Schulhalbjahres 100 zusätzliche Stellen für die Regelklassen vorgesehen, um die Schulen über den Integrationsindex hinaus, von dem inzwischen über 1.500 Schulen profitiert haben, weiterhin unterstützen zu können.

Intensivsprachfördermaßnahmen
Für das neue Schuljahr 2018/19 ist hessenweit für ehemalige Zuwanderer ohne Deutschkenntnisse eine zusätzliche Deutschförderung in der dualen Ausbildung im Rahmen des zweiten Berufsschultages geplant. Damit wird das schulische Gesamtsprachförderkonzept von den Vorlaufkursen im Jahr vor der Einschulung über die Intensivklassen an den allgemeinbildenden und beruflichen Schulen bis zur dualen Ausbildung erweitert. „Hessens Schulen haben bei der Integration der vielen aus Intensivsprachfördermaßnahmen in das Regelschulsystem gewechselten Schülerinnen und Schüler bereits Beeindruckendes geleistet. Dafür gilt mein besonderer Dank“, sagte Lorz. „Für uns ist es selbstverständlich, allen Kindern und Jugendlichen, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, in unserem Bildungssystem die besten Startchancen gemäß ihren Begabungen zu ermöglichen und damit einen wesentlichen Beitrag zu einer gelingenden gesellschaftlichen Integration zu leisten.“

Qualifizierung für Schulleiterinnen und Schulleiter in Hessen wird ausgebaut
Mit der Qualifizierung für Schulleiterinnen und Schulleiter in Hessen ist im vergangenen Jahr eine neue Ära der Schulleiter-Qualifizierung eingeläutet worden. So haben sich bereits mehr als 650 Lehrkräfte, die das Amt der (stellv.) Schulleiterin bzw. des (stellv.) Schulleiters anstreben, für die Qualifizierung angemeldet, 250 starten neu im Kalenderjahr 2019, 250 haben die Qualifizierung bereits erfolgreich durchlaufen.

Im Herbst starten mehrere Qualifizierungsreihen
Aufgrund der positiven Rückmeldungen bzw. des großen Interesses folgt im neuen Schuljahr ein Angebot für Lehrkräfte, die sich in die mittlere Führungsebene der Schulen (Abteilungsleiter in den beruflichen Schulen, Fachbereichsleiter in den weiterführenden Schulen) weiterentwickeln wollen. Rund 150 Interessenten stehen bereits auf der Warteliste, im Herbst starten mehrere Qualifizierungsreihen. Auch für Schulleiterinnen und Schulleiter, die neu in ihr Amt gekommen sind (weniger als fünf Jahre im Amt), wird es ab Herbst ein Angebot geben, das systematisch auf den anderen aufbaut. Im Aufbau sind zudem entsprechende Angebote für Schulleitungen, die schon länger als fünf Jahre eine Schule leiten.

Bildungssprache Deutsch: Grundwortschatz steht im Schuljahr 2018/19 allen Grundschulen zur Verfügung
„Wir wollen die Bildungssprache Deutsch weiter stärken. Dafür ist die Herausbildung der Recht­schreibkompetenz unserer Kinder entscheidend. Sie ist eine zentrale Aufgabe von Schule, die wir über alle Bildungsgänge und Schulformen hinweg verfolgen. Dazu setzen wir im Unterricht und in der Lehrerfortbildung gezielte Schwer­punkte“, so Lorz. Im vergangenen Schuljahr 2017/18 nahmen bereits 62 Grundschu­len an einem Pilotprojekt zur Erprobung des hessischen Grundwortschatzes teil. Er umfasst rund 850 Wörter, darunter häufig verwendete Wörter des allgemeinen Sprachgebrauchs sowie ausgewählte Modellwörter, anhand derer Kinder Rechtschreibregeln und -strategien exempla­risch erlernen können. Damit trägt der Grundwortschatz von Be­ginn an zum systematischen Aufbau von Recht­schreibsicherheit bei.

Die Rückmeldungen der beteiligten Schulen haben gezeigt:
Der Grundwortschatz bietet den hessischen Lehrkräften Unterstützungsmöglichkeiten und Entlastung bei der Vermittlung von Schriftsprache sowie Rechtschreibkompetenz. Deshalb wird der Grundwortschatz zum kommenden Schuljahr allen hessischen Grundschulen als Angebot zur Verfügung stehen. Ergänzend wird derzeit eine Handreichung mit praktischen Anregungen für den Unterricht erarbeitet.

Weitere Themen:
Neue Fortbildungen zur Finanz- und Verbraucherbildung für Lehrkräfte
Die Förderung der  ökonomischen Kompetenzen, die Kinder und Jugendliche als mündige Verbraucherinnen und Verbraucher angesichts der immer komplexer werdenden Märkte und Produktwelten benötigen, ist eine wichtige bildungspolitische Aufgabe. Daher bietet das Land Hessen im Schuljahr 2018/19 erstmalig landesweit Fortbildungen für Lehrerinnen und Lehrer zur Finanz- und Verbraucherbildung an. Die Fortbildungsveranstaltungen umfassen die Themenbereiche „Konsum und Ethik“, „Sparen und Versichern“ sowie „Wirtschafts- und Finanzpolitik“ und richten sich insbesondere an Lehrkräfte, die in der Sekundarstufe I das Fach Politik und Wirtschaft unterrichten.

Ausbau der inklusiven Beschulung
Zur Umsetzung der schulischen Inklusion hat Hessen starke Anstrengungen unternommen. Im Vergleich zum Schuljahr 2013/14, in dem hessenweit insgesamt rund 4.000 Stellen für die Grundunterrichtsversorgung der Förderschulen und die sonderpädagogische Unterstützung der allgemeinen Schulen eingesetzt waren, stehen im neuen Schuljahr 2018/19 insgesamt 4.670 Stellen, davon 2.605 Stellen für die sonderpädagogische Unterstützung der allgemeinen Schule, zur Verfügung. Im Rahmen der inklusiven Schulbündnisse steht im Schuljahr 2018/19 die dritte und abschließende Tranche an, zu der u.a. auch die Stadt Frankfurt gehört. Zum Beginn des Schuljahres 2019/20 ist dann hessenweit eine flächendeckende inklusive Bildungslandschaft gebildet, in der alle Schulen in den inklusiven Schulbündnissen kooperieren und arbeiten.

Neben den zuvor genannten Themenbereichen gehen auch die Arbeiten zur Digitalisierung in den hessischen Schulen weiter voran.
Dabei steht im Verlauf des neuen Schuljahres insbesondere die Umsetzung des Digitalpakts zwischen Bund, Länder und Kommunen auf der Agenda, in dessen Rahmen der Bund in den kommenden fünf Jahren rund fünf Milliarden Euro in die digitale Ausstattung der  Schulen investieren möchte. „Um die besten Antworten auf anstehende Fragen zu finden, ist es notwendig, dass Bund und Länder – unter Beibehaltung ihrer jeweils eigenen Kompetenzen und Zuständigkeiten – gemeinsam die Herausforderungen angehen und nach Lösungen suchen. Hessen setzt sich daher dafür ein, dass der vom Bund angekündigte Digitalpakt nun schnell zum Laufen gebracht wird. Wir gehen davon aus, dass im Jahr 2019 die entsprechenden Mittel durch den Bund zur Verfügung stehen“, betonte Lorz im Rahmen der Pressekonferenz.

Pilotversion einer benutzerfreundlichen digitalen pädagogischen Plattform („Schulportal“)
Im Laufe des Schuljahrs wird ausgewählten Schulen zudem die Pilotversion einer benutzerfreundlichen digitalen pädagogischen Plattform („Schulportal“) zur Verfügung stehen, die in der Endausbaustufe allen Lehrkräften sowie Schülerinnen und Schülern als geschlossene Arbeits- und Lernplattform dienen soll. Die Plattform unterstützt die tägliche Planung und Durchführung des Unterrichts.

Zum Abschluss dankte der Kultusminister allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die Vorbereitung in den vergangenen Wochen und Monaten und wünschte den Schülerinnen und Schülern sowie ihren Lehrerinnen und Lehrern einen erfolgreichen Start ins neue Schuljahr!


Quelle: Newsletter des Hessischen Kultusministeriums


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Mundart-Gottesdienst über Durst und Wasser
Raum Weilburg (siehe Text) | Sa, 18.8.2018

Am kommenden Samstag, den 11. August, werden die beiden Prädikantinnen Heidrun Ulrich und Heidrun Nickel zuerst in Odersbach (Christuskirche 16.30 Uhr) und dann in Waldhausen (Auferstehungskirche 18 Uhr) einen Mundart-Gottesdienst präsentieren.

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19. Mühlenfest Stadtmuseum Obermühle Braunfels (Bilder:Heike&Gert)
12.08.2018 | 155 Fotos

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