01.12.2019

Mitgliederversammlung der GEW Oberlahn:

Mit Bildung Digitalisierung bewältigen

GEW-Kreisvorsitzende Antje Barth (li.) und der neue 2. Vorsitzender, Martin Engelmann (re.) ehren Harald Dank (Mitte links) und Kurt-Werner Feldhofer für langjährige Mitgliedschaft in der Gewerkschaft Foto: Jürgen Weil

Bildungsforscher Matthias Burchardt von der Universität Köln hat auf der Mitgliederversammlung des Kreisverbandes Oberlahn der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) den Slogan des FDP-Chefs Christian Lindner, „Digital first. Bedenken second“, scharf kritisiert und einen demokratischen Bildungsauftrag dagegengesetzt: „Wir brauchen Bildung, um die Digitalisierung zu bewältigen.“

Schüler müssen auf die digitale Zukunft vorbereitet werden
Gerade weil die Schüler auf die digitale Zukunft in Leben und Arbeitswelt vorbereitet werden müssten, bedürfe es einer von Verantwortung für den mündigen Menschen getragenen Medienpädagogik, besser „Medienethik“, und eines didaktisch-methodisch durchdachten kreativen Unterrichts, in dem gut vorbereitete Lehrkräfte in sinnvoll ausgestatteten Klassenräumen die digitalen Möglichkeiten zur Bereicherung nutzen könnten. Lernsoftware ersetze nicht den Lehrer, Lernen sei zuerst originale Begegnung und soziales Miteinander und „Er“ziehung gelinge durch "Be“ziehung.“ Ansonsten drohe „digitale Verwahrlosung“, die analoge Bildung schaffe erst die Voraussetzung. „Die Manager des Silicon Valley schicken ihre Kinder auf Waldorfschulen!“, sagte Burchardt.

Dr. Matthias Burchardt bei seinem anschaulichen Vortrag zu den "Schattenseiten der Digitalisierung" Foto: Jürgen Weil

Nur gebildete Schüler können ihr Verhalten kritisch reflektieren
Schon heute beobachteten Erzieher, Lehrer oder Psychologen zunehmend Verzögerungen bei der Sprachentwicklung der Kinder, auch erkennbar an mangelnder Lesekompetenz, Aufmerksamkeitsstörungen, Suchtverhalten und reduzierten Fähigkeiten zur Empathie. In der auf Gewinnmaximierung angelegten digitalen Facebook-Welt zum Beispiel verursachten „Likes“, die Nutzer erhalten, einen regelrechten „Dopamin-Kick.“ Nur gut gebildete Schüler seien in der Lage, eigenes Verhalten kritisch zu reflektieren, massenhafte Manipulationen großer Medienkonzerne („Datensammler“) zu durchschauen und dem Weg zum Überwachungsstaat (wie in China) zu widerstehen. Burchardt warnte auch vor der „Sensortechnologie“, die Bewegungsmuster oder Blickrichtungen von Schülern messe und so scheinbar faszinierende Möglichkeiten der individuellen Lernsteuerung biete, aber wohl eher als „Überwachungspädagogik“ zu bewerten sei.

Durchdachte Medienbildungskonzepte gefordert
In der Diskussion teilten viele Gewerkschaftler Burchardts konstruktiv-kritische Bedenken und forderten für durchdachte Medienbildungskonzepte und digitale Ausstattung der Schulen passende Ausbildungs- und Fortbildungsangebote für Lehrkräfte. Lobend erwähnte Patrik Schneider dabei die „ kontinuierlichen unterstützenden Veranstaltungen des kreiseigenen Medienzentrums“ in Weilburg. „Außerdem brauchen die Schulen gut ausgebildete IT-Fachkräfte für einen professionellen Support zum reibungslosen Einsatz der digitalen Medien im Unterricht, jederzeit verlässlich vor Ort oder abrufbar“, sagte Kreisvorsitzende Antje Barth.

Pädagogisch geschulte Lehrkräfte sind unverzichtbar
Die GEW sieht sich in ihrer Auffassung, „pädagogisch geschulte Lehrkräfte sind unverzichtbar“, bestätigt und fordert vehement die Bezahlung auch der Grundschullehrkräfte nach A 13. Dies sei angesichts 2000 fehlender Lehrer für die Primarstufen in Hessen dringend notwendig, „zumal sieben andere Bundesländer inzwischen diesen Weg gehen und Lehramtsstudenten damit anwerben“, sagte Barth. Personalengpässe könnten nur unzureichend mit „Quereinsteigern“ gelöst werden, zumal bei „wenig attraktiver Bezahlung“. Antje Barth blickte in ihrem Jahresbericht auf erfolgreiche bildungspolitische Veranstaltungen zurück, darunter ein Gespräch mit dem Landtagsabgeordneten Andreas Hofmeister (CDU), aber auch auf einen geselligen zweitägigen Ausflug in die geschichtsträchtige Stadt Trier. Geschäftsführer und Pensionärsvertreter Jürgen Weil erhielt für Organisation und Reiseleitung sowie für die vorgelegte Dokumentation der 70-jährigen Geschichte des GEW-Kreisverbandes Oberlahn dankbare Anerkennung. Zur Vorbereitung der anstehenden Personalratswahlen im Frühjahr verwies Barth auch auf eine Schulungsveranstaltung des GEW-Kreisverbandes für Schulpersonalräte im Februar.

Gesamtvorstand einstimmig entlastet
Die Kassenprüfer Heidrun Klapper und Patrik Schneider bescheinigten Kassierer Walter Lehrl eine sorgfältige Buchführung, er wurde wie der Gesamtvorstand einstimmig entlastet. Ebenso einstimmig wählten die Mitglieder Martin Engelmann (Heinrich-von-Gagern-Schule) zum Zweiten Vorsitzenden. Karin Planz ist neue Kassenprüferin. Für 65 Jahre Mitgliedschaft in der GEW wurde Richard Michler geehrt, Harald Dank für 60, Kurt-Werner Feldhofer für 55, Barbara Krause-Rüdiger und Ottomar Löhr für 50 Jahre. Wer Urkunde, Ehrennadel und Geschenkgutschein aus gesundheitlichen Gründen nicht persönlich entgegennehmen konnte, erhielt die besten Wünsche und Grüße der Versammlung ‚analog‘.

Quelle: Von Jürgen Weil

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