16.09.2021

Notfallseelsorge Limburg-Weilburg e.V.

25 Jahre Notfallseelsorge Limburg-Weilburg

Mitarbeiter 2001 Hedi Sehr

Am 6. Mai 1996 stand in großen Lettern über einem Presseartikel der heimischen Presse „Menschen zurücklassen, die wieder lachen können“. Vorangegangen war ein Vorgespräch im Feuerwehrstützpunkt Weilburg unter der Einladung von Pfarrer Bernd-Volker Sponholz (Weinbach) und dem Studenten Stephan Schienbein (Weilburg) sowie der Teilnahme von Walter Kurz und Gerhard Homberg von der Polizeistation Weilburg, Vertretern des DRK Oberlahn und der Feuerwehrführung unter Kreisbrandinspektor Edgar Göbel.

Gesprächspartner nach schwierigen Einsätzen
Sie alle wünschten sich einen Gesprächspartner im Anschluss an schwierige Einsätze, der ebenso unverletzt betroffenen an einer Unfallstelle zur Verfügung steht. „Außer seinem Körper gibt es noch etwas, das den Menschen auszeichnet, und das ist seine Seele“, so Pfarrer Detlev Nierenz, der damalige Leiter des bereits gegründeten Vereins SIN-Wiesbaden.

Vereinsgründung Seelsorge Limburg-Weilburg e.V.
Für die Seele sorgen wurde in ein Wort gefasst und am 4. September 1996 im Unterrichtsraum der Feuerwehr Weilburg mit der Vereinsgründung unter Seelsorge Limburg-Weilburg e.V. auf fundamentierte vereinsrechtliche Füße gestellt. Als Gründungsmitglieder unterzeichneten Pfarrer Bernd-Volker Sponholz, Stephan Schienbein, Pfarrer Albert Keller, Georg Hauch, Peter Schwarz und Hedi Sehr.
Mit dem damaligen Kreisbrandinspektor Edgar Göbel war schnell geklärt: „Wenn eine Alarmierung über Meldeempfänger über die Zentrale Leitstelle erfolgen soll, muss die Notfallfallseelsorge auch für den gesamten Kreis Limburg-Weilburg tätig werden.“
Gleichzeitig wurde das Fundament für eine tragfähige Organisation in unserem Landkreis Limburg-Weilburg gelegt. Schnell fanden sich Mitstreiter wie Pfarrer Paul Gerard Platte aus Villmar, der in den ersten 10 Jahren die Leitung des monatlichen Supervisionsabends für die Mitarbeiter übernahm.

„Learning by doing" in der Anfangsphase
Mehr wie „Learning by doing“ war in der Anfangsphase nicht möglich, gab es zu diesem Zeitpunkt noch keinerlei Ausbildungsmöglichkeiten. Während die Notfallseelsorge dazu anfangs trotz guter Gedanken der Vorgesetzten von den Mitarbeitern aus Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten noch zögerlich und belächelt angenommen wurde, entwickelten sich so langsame Ansätze in Richtung Ausbildungsmöglichkeiten. Peter Schüssler von der Landesfeuerwehr- und Katastrophenschutzschule Koblenz entwickelte Module für die Begleitung und Nachsorge von Feuerwehren, der Malteser Hilfsdienst widmete sich ebenso der Einsatzbegleitung und Nachsorge.

Betreuung von Betroffenen nach plötzlichen Todesfällen
Von der anfänglich angedachten Aufgabe als Ansprechpartner für die Rettungsdienste entwickelte sich sehr schnell die Betreuung von Betroffenen nach plötzlichen Todesfällen, sei es innerhalb bzw. außerhalb des Wohnbereiches, die Begleitung der Polizei bei der Überbringung von Todesnachrichten, die Betreuung von Angehörigen bei Suizid und plötzlichem Kindstod und vielem mehr. Dazu zeigte die Entwicklung die Wichtigkeit einer Prävention von Einsatzkräften auf ihre Stressbelastung im und nach einem Einsatz. Die Entwicklung der Aufgaben auch auf dem Gebiet der Einsatznachsorge forderte von der Leitung der Notfallseelsorge zunächst unter Pfarrer Bernd-Volker Sponholz, Stephan Schienbein, Gerhard Orth (Kassierer) und Hedi Sehr (Schriftführerin) die Teilnahme an vielen Ausbildungen.

Hessische Fachtagung für Notfallseelsorge
Damit die Ressourcen der Erkenntnisse aus den hessischen Landkreisen neben der Entwicklung im eigenen Landkreis ausgetauscht werden konnten, lud das damalige Team zu drei hessenweiten Fachtagungen ein. Am 14. November 1998 trafen sich die ersten hessischen Vertreter zur 1. Hessische Fachtagung für Notfallseelsorge und Krisenintervention mit dem Thema: Erster Erfahrungsaustausch und Begegnungen. Veranstalter: Notfallseelsorge Limburg-Weilburg e.V. in Weilburg im Turm der Hainkaserne. Die Einladungen zu dieser Veranstaltung waren gerade verschickt, als sich tragischer Weise das ICE-Unglück am 3. Juni 1998 in Eschede ereignete.

Zur 2. Hessische Fachtagung für Notfallseelsorge und Krisenintervention am 29. Mai. 1999 unter dem Thema "Chancen und Grenzen der Notfallseelsorge" referierte Heiko Schmidt von der Katastrophenschutzschule Ahrweiler. Veranstalter war auch hier die Notfallseelsorge Limburg-Weilburg e.V. und die Tagung fand im Schulungsraum der Freiwilligen Feuerwehr Weilburg statt. Eine 3. Hessische Fachtagung für Notfallseelsorge und Krisenintervention folgte am 11. März 2000 mit dem Thema: "Erfahrungen von Sinnlosigkeit" mit dem Referenten Dr. Thomas Zippert von der Predigerschule Hofgeismar. Bei dieser Tagung war die Notfallseelsorge Limburg-Weilburg für SIN-Wiesbaden eingesprungen und Teilnehmer tagten ebenfalls bei der Freiwilligen Feuerwehr Weilburg. An der 7. Hessische Fachtagung für Notfallseelsorge und Krisenintervention am 18. Juni 2005 unter dem Thema: „Notfallseelsorge- und Kriseninterventionsteams in Großschadenslagen“ referierte Peter Schüssler von der Landesfeuerwehr- und Katastrophenschutzschule Koblenz. Auch an dieser Stelle agierte die Notfallseelsorge Limburg-Weilburg e.V. als Veranstalter und diese Tagung fand im Bürgerhaus in Beselich-Obertiefenbach statt.

Gründungsmitglieder: Peter Schwarz (Weilmünster) Pfarrer Bernd-Volker Sponholz (Weinbach) Hedi Sehr (Obertiefenbach) Stephan Schienbein (Weilburg) Georg Hauch (Weilburg) Pfarrer Albert Keller (Weilburg) Hedi Sehr

Fortbildungsmodule werden geschaffen
So langsam gab es in den Folgejahren Fortbildungsmodule in der PSNV-B = Betreuung von Betroffenen sowie in der PSNV-E = der Betreuung von Einsatzkräften. Ein Konsensus-Vertrag aus dem Jahre 2013 stellte die Ausbildungsmodule erst einmal auf fundamentierte Grundlagen.

2003 übernimmt Heidi Sehr die Leitung des Teams
Ab 2003 übernahm Hedi Sehr die Leitung des Teams. Ihr zur Seite standen Pfarrer Bernd-Volker Sponholz, Karl-Heinz Schliffer, und ab 2006 Alois Heun. Manuela Schäfer begleitet das Vorstandsteam ebenfalls seit 2003 als Schriftführerin und das Amt des Kassiers übernahm Martin Werner 2009 von Gerhard Orth. Die Begleitung zahlreicher schrecklicher Einsätze in den Anfangsjahren gestaltete sich mitunter schwierig, da von Seiten der Verantwortlichen vor Ort oftmals sehr spät oder gar nicht an eine Alarmierung der Mitarbeiter gedacht wurde. Dem geschuldet wurden die Mitarbeiter oftmals ohne notwendige Vorkenntnisse zur Betreuung von Betroffenen und Familien eingesetzt.

2700 Einsätze mit der Betreuung von mehr als 10.500 Menschen
Mittlerweile sind nahezu 2.700 Einsätze dokumentiert und dabei wurden mehr als 10.500 Menschen betreut. Viele Menschen aus verschiedenen Berufsfeldern sowie aus den Rettungsdiensten stellten sich in den Dienst dieser Arbeit. Zuletzt absolvierten 9 Mitarbeiterinnen die Ausbildung und sind mittlerweile aus dem Team nicht mehr wegzudenken. Mit dem Tod von Alois Heun im Juli vergangenen Jahres ging dazu eine Ära eines engagierten Notfallseelsorgers zu Ende. Auch die Zeit unter Corona-Bedingungen forderte ihren Tribut und die Alarmierung der ehrenamtlich tätigen Mitarbeiter in Bereitschaft musste zeitweise sogar für einige Wochen ausgesetzt werden. Allerdings stand während dieser Zeit ein eingeschränktes Team in der Verantwortung, dass zu jeder Zeit über den Handy-Kontakt angefordert werden konnte.

Rückblick auf 25 Jahre Notfallseelsorge Limburg-Weilburg
Das jetzige Führungsteam unter Hedi Sehr (Vorsitzende), Andrea Köhler (Stellv. Vorsitzende), Manuela Schäfer (Schriftführerin), Martin Werner (Kassierer), Grit Rodestock und Stefan Vogel (Beisitzer) sowie alle MitarbeiterInnen blicken mit Stolz auf 25 Jahre zurück, verbunden im Gedenken an zahlreiche Schicksalsbegegnungen während dieser Zeit, und bedankt sich bei allen für die gute Zusammenarbeit zum Wohle Betroffener in den verschiedensten Situationen.

Quelle: Text: Hedi Sehr

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