24.02.2019

Lärmdämmung: So schützen Sie Heim und Nerven

6 Tipps für ein ruhigeres Zuhause

Foto: DSV

Es wird immer lauter um uns herum. Autos, Züge, Flugzeuge, Baustellen – der Lärmpegel nimmt nicht nur in städtischen Gebieten immer weiter zu. Dazu kann Lärm von Nachbarn kommen, der Sie auch in Ihrem Zuhause nicht zur Ruhe kommen lässt.

Statistiken zeigen, wie groß das Problem geworden ist.
Laut einer Umfrage des Bundesumweltamtes fühlen sich 76 Prozent der Menschen durch Straßenlärm gestört. Knapp 60 Prozent geben an, von den Nachbarn gestört zu werden. Dabei ist Lärm ein ernst zu nehmendes Problem. Die möglichen Auswirkungen gehen nicht nur auf die Ohren, sondern auch auf Herz und Kopf: Menschen mit regelmäßiger, hoher Lärmbelastung haben ein erhöhtes Risiko bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Depressionen.
Der Schutz vor Schall ist also wichtig für Ihr Wohlbefinden. Am einfachsten wäre es, aktiven Schallschutz zu betreiben, also die Quellen der Lärmbelästigung zu beseitigen oder wenigstens einzudämmen. Auch wenn in diesem Bereich in den vergangenen Jahren viel passiert ist, nimmt die Lärmbelastung insgesamt weiter zu. Deshalb bleibt oft nichts Anderes übrig, als passiven Schallschutz zu betreiben und das Eigenheim gegen den Schall zu schützen.
Für jeden ist es wichtig, dass wenigsten die eigenen vier Wände die Ruhe bieten, die Sie brauchen. Deshalb haben wir für Sie sechs Tipps zusammengestellt, die Ihnen beim Schutz gegen den Lärm helfen sollen.

Info: Was bedeutet die Einheit Dezibel?
Lärm- und Geräuschpegel werden zumeist in der Dezibel-Skala (dB) angegeben. Diese bezieht nicht nur die reine Lautstärke, sondern auch unser Empfinden mit ein. Flüstern und Atmen liegen beispielsweise bei rund 10 bis 20 dB, ein normales Gespräch bei etwa 50 dB. Darüber wird es für das menschliche Ohr schnell unangenehm: Ein Motorrad mit 70 dB, ein Presslufthammer in zehn Meter Entfernung mit 90 dB und eine Kreissäge bei 100 dB werden von den meisten als störend empfunden.

Tipp 1: Schon bei der Besichtigung genau hinhören
Am besten, Sie machen sich schon vor dem Einzug in die neue Behausung ein Bild davon, wie laut es ist oder werden kann. Besonders, wenn Sie sich von Lärm schnell gestört fühlen. Dabei kann der erste Eindruck täuschen: Eine Straße kann ruhig erscheinen, aber im Berufsverkehr viel befahren und laut sein. Wie laut die Nachbarn sind, lässt sich bei einer Besichtigung nicht genau sagen. Achten Sie aber darauf, ob die Wände und Gänge besonders hellhörig sind.
Machen Sie deshalb einen Spaziergang durch die Nachbarschaft und versuchen Sie, potenzielle Lärmquellen aufzuspüren. Am besten ist es, wenn Sie das Objekt mehrmals, zu unterschiedlichen Tageszeiten und Wochentagen besichtigen. Wichtig sind Zeiträume, in denen Sie selbst zuhause sind und nicht von Lärm gestört werden wollen. Möglicherweise können Sie schon vor dem Bezug der Immobilie in den Lärmschutz investieren – zum Beispiel in Schallschutzfenster.

Tipp 2: Schallschutzfenster und -türen einbauen
Eine Art der Lärmschutzmaßnahme ist der Einbau von Schallschutzfenstern. Es gibt sechs verschiedene Klassen von Schutzfenstern, die in der VDI-Richtlinie 2719 festgelegt sind. Die einfachsten Fenster dämmen bis etwa 29 Dezibel, die höchste Klasse hält über 50 Dezibel ab.
Wenn Sie sich über den Einbau eines Fensters mit Schallisolierung informieren, sollten Sie klären, welche Art von Dämmung für Sie geeignet ist. Dazu benötigen Sie ein Schallpegelmessgerät. Wenn Sie an Ihrem offenen Fenster unter 29 Dezibel messen, reicht meist ein Einfachfenster. Bei höherer Belastung brauchen Sie entsprechend besser isolierte Installationen.
Beim Einbau von Schallschutzfenstern ist wichtig, dass nicht nur neue Scheiben eingebaut werden. Effektiver Lärmschutz funktioniert als Zusammenspiel von Scheiben, Rahmen, Dichtung und Mauerwerk. Diese sollten aufeinander abgestimmt werden.
Sie sollten bedenken, dass nur geschlossene Fenster vor Lärmbelästigung schützen. Das hört sich selbstverständlich an, kann aber große Konsequenzen für das Raumklima haben. Zumeist reicht es, sich beim Lüften auf Stoßlüften zu beschränken. Allerdings kann sich das in heißen Sommern schwierig gestalten. Falls Wohnen und Schlafen grundsätzlich nur bei geschlossenen Fenstern möglich ist, sollten Sie über den Einbau eines Schalldämmlüfters nachdenken.
Der Einbau von Lärmschutztüren kann ebenfalls helfen, den Lärmpegel in Haus oder Wohnung zu senken. Türen werden in drei Schutzklassen eingeteilt, die unterschiedlich stark Lärm abhalten. Die höchste Klasse 3 hält bis zu 42 dB ab und kommt beispielsweise in Arztpraxen zum Einsatz. Die Schutzklasse 1 schützt vor Schall bis zu 32 dB.
Als Lärmschutzmaßnahmen können übrigens auch Rollläden und Vorhänge dienen. Diese sind günstiger, aber auch weniger effizient als Schallschutzfenster und -türen.

Foto: DSV

Tipp 3: Wände und Decken gegen Lärm dämmen
Bei Wänden und Decken gilt: Viel hilft viel. Je massiver und schwerer eine Wand, desto mehr Schall hält sie ab. Hohlräume in den Wänden können sich deshalb nachteilig auswirken. Das Nachrüsten der Wände ist prinzipiell möglich, sollte aber von Fachleuten durchgeführt werden.
Aufpassen sollten Sie bei einer nachträglichen Dämmung zum Zwecke der energetischen Sanierung. Diese kann sich sowohl positiv als auch negativ auf den Lärmschutz auswirken. Oft wird außen ein relativ lockerer Dämmschutz eingezogen und dafür die Dicke des Außenputzes reduziert. Weil der Außenputz eine höhere Dichte hat, kann es also sein, dass der Schall schlechter abgehalten wird als vor der Dämmung.
Falls Sie sich gegen Lärm von oben schützen wollen, können Sie eine schallschluckende Zwischendecke einziehen. Dabei wird mit Trockenbauplatten eine schallabsorbierende Schicht unter die eigentliche Decke gehängt. Es geht dadurch meist nur wenig Höhe im Raum verloren.
Ebenso ist es möglich, auf dem oberen Stockwerk eine Trittschalldämmung einzubauen. Dabei handelt es sich um eine bis zu fünf Millimeter dicke schallabsorbierende Zwischenschicht, die unter den Boden gelegt wird.

Tipp 4: Mit einer Lärmschutzwand im Garten entspannen
Nicht nur in Ihren vier Wänden, sondern auch im Garten ist Lärmdämmung ein wichtiges Thema. Denn nur in Ruhe können Sie die Zeit hinter oder vor Ihrem Haus oder Ihrer Wohnung richtig genießen. Gerade wenn es darum geht, Straßenlärm abzuhalten, ist für viele Gartenbesitzer eine Lärmschutzwand das Mittel der Wahl. Diese bestehen aus Holz, Beton, Ziegel, Kunststoff oder Glas.
Während sich Hecken eher schlecht als Lärmschutzmaßnahme eignen, kann für einen größeren Garten ein Lärmschutzwall eine Alternative sein. Dieser besteht aus Erde oder bepflanzbaren Betonelementen.
Ob Lärmschutzwand oder -wall: Beides ist relativ hoch und dient zugleich als Sichtschutz.

Foto: DSV

Tipp 5: Teppichböden den Schall schlucken lassen
Eine praktische und günstige Variante des Lärmschutzes ist das Legen von Teppichboden. Teppich schluckt aufgrund seiner Struktur Schall und ist deshalb gut geeignet.
Das gilt übrigens auch, wenn Sie Ihre Nachbarn ein wenig entlasten wollen. Ein Teppich im Kinderzimmer ist nicht nur schön für die Kleinen, sondern schont auch die Nerven.

Tipp 6: Prüfen, ob Sie Unterstützung vom Staat bekommen können
Unter Umständen bekommen Sie staatliche Beihilfe bei nachträglichen Lärmschutzmaßnahmen. Bei einer größeren Veränderung können bis zu 75 Prozent Ihrer Ausgaben erstattet werden, die Ihnen beispielsweise durch den Einbau von Schallschutzfenstern entstehen. Sie können diese geltend machen, wenn in Ihrer Nähe eine neue Straße gebaut wird oder sich sonst etwas an der Verkehrsführung ändert, wodurch Sie stark beeinträchtigt werden. Für die Erstattung wenden Sie sich an die Straßenbauverwaltung.

Außerdem unterstützt die KfW bei Sanierungsmaßnahmen mit Zuschüssen und günstigen Krediten, sofern auch energetische Gesichtspunkte berücksichtigt werden.
Klicken Sie hier und informieren Sie sich über die Fördermöglichkeiten bei Ihrer Immobilie!

Quelle: DSV


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