12.06.2019

Auch nicht störender Miteigentümer kann betroffen sein

Entzug von Eigentum

Foto: LBS

Eigentum steht zwar unter dem Schutz des Grundgesetzes. Wenn allerdings ein Eigentümer den Gemeinschaftsfrieden nachhaltig stört, dann kann ihm dieses entzogen werden. Selbst ein „unschuldiger“ Miteigentümer kann davon betroffen sein. Allerdings muss ihm nach Auskunft des Infodienstes Recht und Steuern der LBS die Möglichkeit eingeräumt werden, den Störer zu entfernen und dessen Anteile zu kaufen.
(Bundesgerichtshof, Aktenzeichen V ZR 138/17)

Der Fall:
Ein Ehepaar bewohnte eine Eigentumswohnung. Der Mann war im Zuge eines erheblichen Streits mit anderen Eigentümern für Schmierereien im Treppenhaus, Beschimpfungen und Körperverletzungen verantwortlich. Die Gemeinschaft strebte eine Klage auf Entziehung des Eigentumes an. Das Problem daran: Auch die gar nicht auffällig gewordene Ehefrau hielt Anteile an der Immobilie. Ob auch ihr das Eigentum entzogen werden kann, darüber waren Amts- und Landgericht unterschiedlicher Meinung.

Das Urteil:
Der BGH kam zu der Überzeugung, die Ehefrau sei in einem ersten Schritt zur Veräußerung ihres Miteigentums verpflichtet. Die WEG dürfe einen solchen Beschluss fassen. Es müsse der Frau jedoch die Möglichkeit eingeräumt werden, den Verkauf abzuwenden, indem sie ihren Miteigentümer „dauerhaft und einschränkungslos“ aus der Wohnanlage entferne und dessen Eigentumsanteile übernehme.

Quelle: LBS


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Veranstaltung

l’esprit d’architecture
Kleinen Kabinett des Bergbau- und Stadtmuseums am Schlossplatz | Sa, 15.6.2019 bis So, 15.9.2019 0:00 Uhr

Bis heute prägt das bauliche Wirken in der Barockzeit das Stadtbild von Weilburg an der Lahn. Der Geschichtsverein Weilburg e.V. und das Bergbau- und Stadtmuseum Weilburg würdigen die bauliche Tätigkeit in der Stadt in der Lahnschleife vom 16. bis 18. Jahrhundert mit der Ausstellung „l’esprit d’architecture“ im Kleinen Kabinett des Bergbau- und Stadtmuseums am Schlossplatz.

Die Ausstellung wird am Samstag, 15. Juni, um 10 Uhr eröffnet und wird bis zum 15. September präsentiert.
Gleich fünf Themen werden schwerpunktmäßig in der Ausstellung angesprochen: „Der 30-jährige Krieg bringt Not und Pest ins Weilburger Land“, „Lehr- und Wanderjahre des Johann Ernst zu Nassau-Weilburg (1671 – 1682)“, „Baumeister, Handwerker – und ihre Baustoffe“, „Infrastruktur und Versorgung“ sowie „Die moderne barocke Residenzstadt am Ausgang des Barock und heute“. Gestaltet wurde die Ausstellung von Michaela Heinz, Peter Krauß, Christian Radkovsky, Holger Redling, Werner Richter, Hans-Peter Schick und Frances Wharton. Zu der Ausstellung erscheinen auch zwei Begleithefte, und zwar in deutscher und in englischer Sprache, um auch den internationalen Gästen der Stadt Rechnung zu tragen.

Menschen prägen die Zeit und nicht die Zeit die Menschen
„Als aus einer ruinierten Stadt eine Perle des Lahntals wurde“, so überschreiben die Verantwortlichen der Ausstellung ihre Präsentation und das Zeitalter des Barock in Weilburg: Blickt man in die über 1100-jährige Geschichte der Stadt Weilburg an der Lahn so kann man feststellen, dass die Menschen die Zeit prägen und nicht die Zeit die Menschen. Der aus Weilburg stammende erste deutsche König des ostfränkischen Reiches Konrad I. (911 – 918), Graf Johann I. zu Nassau-Weilburg (1346 – 1371), Graf Philipp III. zu Nassau-Weilburg (1523 – 1559) und Graf Johann Ernst zu Nassau-Weilburg (1684 – 1719), um nur vier zu nennen, entwickelten aus der kleinen fränkischen Siedlung Weilburg im Land der Konradiner an der Lahn eine moderne barocke nassauische Residenzstadt.

Bis heute erstrahlt Weilburg in barockem Glanz, erfährt wesentliche Momente seiner Lebensqualität aus dem Wirken von Menschen in früheren Jahrhunderten. „Halt in Ehren Volk das Werk der Alten, Kraft und Schönheit sind in ihm enthalten“, so heißt es auf einer Spruchtafel an einem Pfarrhaus aus dem 15. Jahrhundert im Westerwald, so lautet die Aufgabe der Menschen in Weilburg sowie aller politisch Verantwortlichen heute und in Zukunft. Aber nicht nur im Bewahren liegt die Zukunft von Stadt und Menschen, sondern auch im Weiterentwickeln, im Setzen neuer Akzente und Impulse, denn Zukunft muss jeden Tag neu erarbeitet, ja verdient werden. Die Geschichte der Stadt Weilburg seit 906 verpflichtet zu Dankbarkeit und gelebter Verantwortung. Die Barockzeit hat Glanzpunkte gesetzt, die bis heute und auch künftig ihre Wirkung entfalten.

Die Barockzeit in Weilburg an der Lahn ist in herausragender Art und Weise mit den Persönlichkeiten Graf Johann Ernst zu Nassau-Weilburg und dem Baumeister Julius Ludwig Rothweil verbunden. Der 300. Todestag von Graf Johann Ernst zu Nassau-Weilburg, verstorben am 27. Februar 1719, ist Anlass, das Wirken des Grafen und seiner Zeit auch mit zwei Ausstellungen zu würdigen:

So lädt die Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten in Hessen bis zum 27. Oktober zu der Ausstellung „l’esprit baroque im Schloss Weilburg“ ein. So laden der Geschichtsverein Weilburg e.V. sowie das Bergbau- und Stadtmuseum Weilburg zu der Ausstellung „l’esprit d’architecture baroque in Weilburg an der Lahn“ bis zum 15. September ein.

Nach der Ausstellungseröffnung findet am 15. Juni dann um 11 Uhr eine Architekturgeschichtliche Stadtführung mit Michaela Heinz statt.
Um 14 Uhr startet dann in der Oberen Orangerie des Schlosses zu Weilburg ein Fachplenum zu Bauen, Gartenkunst und Stadtentwicklung mit Vorträgen des Architekten und Vorsitzenden des Geschichtsvereins Matthias Losacker, Prof. Dr. Mathias Döring „Das Wasser bergauf fließen lassen … wie Weilburg zur Brunnenstadt wurde“ sowie Nils Wetter und Dr. Inken Formann zu „Aktuelle Bauprojekte im Schloss und Schlossgarten Weilburg“.

Bildergalerie

Mittelaltermarkt Selters - Münster (Bilder:Heike&Gert)
16.06.2019 | 411 Fotos

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