10.10.2019

Gewerkschaft Verdi und Katholische Arbeitnehmer-Bewegung Diözesanverband Limburg e. V. haben geklagt

Verkaufsoffener Sonntag im Gewerbegebiet Kubach und Gewerbeschau abgesagt

Entspannt einkaufen an einem Sonntag bei schönem Wetter - es gibt Gegner und Befürworter. Foto: Archiv

Leider müssen die Stadt Weilburg und die Wirtschafts-Werbung Weilburg (WWW) mitteilen, dass der für den 13.10.2019 geplante verkaufsoffene Sonntag im Gewerbegebiet Kubach und damit auch die Gewerbeschau nicht stattfinden kann. Nicht davon betroffen ist der beliebte Residenzmarkt und die Sonntagsöffnung in der Weilburger Innenstadt.

Die verkaufsoffenen Sonntage wie sie bisher in Weilburg bei bis zu vier großen Festen und Veranstaltungen zur Freude der Anwohner und Besucher durchgeführt wurden, sind damit durch einige formale und praxisferne Vorgaben im Hessischen Ladenöffnungsgesetz aus analogen Zeiten gefährdet. Das Verwaltungsgericht Wiesbaden hat einem Eilantrag der Gewerkschaft Verdi und der Katholischen Ar-beitnehmer-Bewegung Diözesanverband Limburg e. V. stattgegeben, die die Öffnungen der Geschäfte im Gewerbegebiet Kubach (Interliving Zeller, OBI, Radsport Wern, Intersport Gros und Geka Küchen) schon seit Jahren verhindern möchten. Ihr Argument: Der Anlass – in diesem Fall der Weilburger Residenzmarkt – ist mit 3.000 Metern zu weit weg vom Gewerbegebiet und eine Auto- oder Gewerbeschau im Rahmen des Residenzmarktes würde so nicht ausreichen, um diesen Bezug herzustellen. Auch nicht, wenn ein Shuttlebus und eine Bimmelbahn die beiden Veranstaltungsschwerpunkte verbinden. Das Gericht hat die Genehmigung aufgehoben.

OBI verlängert Samstagsöffnung – ab 16 Uhr Gutscheine einlösen
Die von Obi-Weilburg beworbenen Coupons, die auf zwei Artikel der Wahl 15 Prozent Rabatt einräumen und nur am Sonntag gültig gewesen wären, können jetzt ausnahmsweise am Samstag den 12.10.2019 zwischen 16 und 20 Uhr eingelöst werden. Obi hat dazu die Öffnungszeiten am Samstag um zwei Stunden verlängert und aktiviert die Rabattaktion um 16 Uhr.

Foto: WWW

Ein Stück Attraktivität und Selbstbestimmung genommen
„Die Aktivität von Gewerkschaft und katholischen Arbeitnehmern sind formal anscheinend durch das aktuelle Ladenöffnungsgesetz gedeckt, aber völlig unnötig und sehr bedauerlich. Wir wollten den Besuchern unserer Stadt ein breites und attraktives Programm bieten. Wir wissen durch Befragungen und vielen Gesprächen auch, dass die meisten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Weilburg kein Problem damit haben rund sechs Stunden Arbeit an drei oder vier verkaufsoffenen Sonntagen zu haben, weil es zum allergrößten Teil freiwillig ist, je nach Arbeitgeber einen höheren Stundenlohn, als Ausgleich 1,5 Tage frei und noch gesonderte Provisionen gibt“, so Wolfgang Eck, der Vorsitzende der WWW. Damit gläubige Menschen nicht vom Gottesdienst abgehalten werden, wird sowieso erst ab 12 Uhr geöffnet. „Ich arbeite sehr gerne sonntags. Die Kunden sind entspannt und genießen den Tag oft mit der gesamten Familie“, hat uns eine Einzelhandelskauffrau verraten.

Sehr ärgerlich ist die Taktik aus Sicht der WWW, kurz vor der Veranstaltung Eilanträge zu stellen. „Die Gewerkschaftsvertreter und der Vertreter der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung, die soviel ich weiß auch Sonntags arbeiten, hatten einige Gespräche mit unserem Bürgermeister Dr. Johannes Hanisch und uns, bekamen seither von der Stadt Weilburg rechtzeitig alle Informationen zum Veranstaltungskonzept und zu den Aktionen. Außerdem wurde als Zeichen des Kompromisses sich darauf verständigt, dass nur 3 statt der möglichen 4 verkaufsoffenen Sonntage in Weilburg realisiert werden sollten. Bedenken wurden nie geäußert. Stattdessen wird gleich über einen Leipziger Anwalt agiert. Das ist kein Stil“, so Eck. Die Unternehmen und Mitarbeiter vor Ort haben in den Vorbereitungen viel Arbeit umsonst investiert, Tausende von Euro in Werbung investiert – die auch dem Residenzmarkt und den heimischen Zeitungen hilft. „Das Arbeitsplätze in der Region davon abhängen, scheint nicht klar und den Gewerkschaftsvertretern erstaunlicher Weise egal zu sein.

Auch der Bürgermeister der Stadt Weilburg kritisiert das Verfahren und die Entscheidung: „Man fragt sich schon, in welchem Namen hier agiert wird und was die Menschen, Mitarbeiter wie Kunden, hier vor Ort überhaupt möchten. Die WWW und wir als Stadt sind hier im engen Austausch und setzen uns gemeinsam für eine Stärkung der heimischen Wirtschaft in Weilburg ein. Das Vorgehen der Gewerkschaft ver.di und der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung ist kein Zeichen des Dialoges, ganz im Gegenteil. Leider müssen wir aber aufgrund des vorliegenden Urteils diesen Weg gehen und das Gewerbegebiet aus dem Geltungsbereich des verkaufsoffenen Sonntages herausnehmen. Mich persönlich ärgert dies sehr, da wir so gezwungen sind, die Weilburger Einzelhändler nicht gleich behandeln zu dürfen. Und das nur, weil Weilburg aufgrund seiner topographischen Situation sowohl in der Altstadt als auch im Gewerbegebiet Geschäfte hat“, so Dr. Johannes Hanisch zum Gerichtsentscheid.

Die WWW ist gegen eine generelle Sonntagsöffnung, aber drei bis vier Sonntage im Jahr mit sechs Stunden finden wir vertretbar und für alle Seiten von Vorteil. Sie bieten Familien die Möglichkeit gemeinsam die städtische Veranstaltung zu besuchen und gemeinsam entspannt ohne Alltagsstress einzukaufen. Sie stärken den regionalen Handel, der auch bisherigen Nicht-Kunden zeigen kann, welches Angebote man erhalten kann. Verkaufsoffene Sonntage machen Veranstaltungen und Städte attraktiv, sichern Arbeitsplätze in der Region. Sie sind kein böses Hexenwerk von schlimmen, ausbeutenden Unternehmern – das wäre ein mittelalterliches Weltbild.

Wer in der Gastronomie, kulturellen Einrichtungen wie Museen oder in der Freizeit- und Tourismusindustrie arbeitet oder Netzwerkadministrator von Online-Shops, Journalist oder Bäcker ist, der arbeitet regelmäßig auch an Wochenenden. Ganz abgesehen von Polizei, Krankenhaus- und Pflegepersonal, Feuerwehren etc. etc. Im Einzelhandel arbeiten rund 3 Millionen Menschen, rund 7 Prozent aller Erwerbstätigen  – und nach unseren Erfahrungen mögen die meisten davon, dass sie an verkaufsoffenen Sonntagen gut gelaunte, entspannte Kunden beraten dürfen und es für den Ausnahme-Einsatz am Wochenende eine Zulage und einen Freizeitausgleich während der Woche gibt – und melden sich freiwillig. Für wen kämpfen die Gewerkschaften und die Kirchen also? Und warum? Es gibt das Gerücht, dass es die Angst ist, dass es generell erlaubt wird, sonntags zu arbeiten und Arbeitgeber das zu Lasten der Arbeitnehmer ausnutzen (Gewerkschaften) oder die Menschen einen – weiteren – Grund haben, nicht mehr in die Kirche zu gehen. Die Klagen der Aktionsgemeinschaft für den freien Sonntag könnten aber genau das Gegenteil bewirken. Das jetzige Gesetz mag Ihnen in einigen Punkte recht geben. Ist es aber ein Sieg, wenn kleine Händler die nicht unter dem Einfluss von Gewerkschaften stehen, schließen müssen? Für die Arbeitnehmer nicht.

Quelle: Wirtschafts Werbung Weilburg

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