23.02.2021

Kleinkunstbühne Thing sendet ein Lebenszeichen

Wir sind immer noch da und gemeinsam halten wir durch

Patrick Jost Foto: Kleinkunstbühne Thing

Fast ein Jahr ist es her, dass die Kleinkunstbühne Thing den Spielbetrieb wegen Corona einstellen musste. Am 6. März 2020 war Thomas Borchert der letzte Künstler, der die Bühne bespielte. Nun möchte das Thing am 28. Februar unter dem Motto: "Wir sind immer noch da und gemeinsam halten wir durch" nicht nur ein Lebenszeichen, sondern auch ein Zeichen für die Kultur im Limburger Raum setzen.

Wir müssen neue Wege gehen, um unserem Kulturauftrag nachzukommen
Üblicherweise geben sich in der Kleinkunstbühne renommierte Künstler aus ganz Deutschland die Klinke in die Hand und begeistern jedes Jahr in ca. 20 Auftritten mehr als 2500 Besucher. „Unser Herz schlägt einfach für die Bühnenkunst und es zerreißt uns innerlich, Veranstaltung für Veranstaltung absagen zu müssen“, so Dieter Keller und Birgit Zanger vom Vorstand der Kleinkunstbühne. „Doch in Zeiten des Internets und des Social Distancing müssen auch wir neue Wege gehen, um unserem Kulturauftrag nachzukommen“, so Dietmar Zanger, ebenfalls Vorstandsmitglied.

Erste Live-Streaming-Veranstaltung aus der Clubebene der Stadthalle Limburg
Nach reiflichen Überlegungen entschied man sich eine erste Live-Streaming-Veranstaltung aus der Clubebene der Stadthalle Limburg durchzuführen. Deutschlandweit bekannte Künstler hierzu einzuladen macht aus Vereinssicht keinen Sinn. Namhafte Künstler sind längst in allen Mediatheken und bei YouTube überpräsent und jederzeit verfügbar. Doch die heimischen Künstler werden selten von ARD oder ZDF in eine Sendung eingeladen und bei YouTube findet man von ihnen höchstens Filme, die mit dem Handy aufgenommen wurden. „Uns ist es sehr wichtig, in diesen Zeiten Künstlern aus dem Umkreis von Limburg die Möglichkeit zu geben, wieder unter professionellen Bedingungen auftreten zu können. Die Resonanz war sehr groß, denn fast alle Künstler- und Künstlerinnen, die wir angesprochen haben, haben sofort zugesagt“, so der Vorstand.

Michael Zabel Foto: Kleinkunstbühne Thing

Beim ersten Live-Streaming dabei ist Søren Thies.
Er studierte in Hamburg und lebt nun in Offheim ist seit über 25 Jahren vor allem als Solist mit Akkordeon und Stimme unterwegs. Im Thing wird er eine Auswahl seiner Lieder unter dem Motto : „Jiddische und Französische Musik“ spielen. Sein Hauptinteresse gilt dabei der Musik und Kultur der osteuropäischen und deutschen Juden. Darüber hinaus schlägt sein Herz aber auch ganz besonders für die französische Musette und die Chansons des 20. Jahrhunderts. Außerdem beschäftigt er sich intensiv mit der Film- und Kabarettmusik in der Weimarer Zeit.

Auch mit dabei ist Patrick Jost, der Straßenmusiker aus Limburg.

Er kommt, begleitet von seiner "corona-negativen" Gitarre ins Thing. Mit im Gepäck hat er sein Evergreen-Material von den 60er-Jahren bis heute.

Theatergruppe Pinocchio '90
Die Theatergruppe Pinocchio '90 hat auch schwer unter den Folgen der Pandemie zu leiden. Keine Auftritte und nur eingeschränkte Probemöglichkeiten. So kam die Zusage, mitzumachen, nicht überraschend. Vier Akteure aus dem künstlerischen Leitungsteam werden Höhepunkte aus Musicals wie z. B. Shrek singen. Mit dabei sind Michael Zabel, Anne-Kathrin Pörtner, Michelle Nowak und virtuell der Pinocchio Chor.

Poetry-Slammerin Kaddy Kupfer
Die in Runkel lebende und in Limburg arbeitende Poetry-Slammerin Kaddy Kupfer, die auch den Poetry Slam im Thing organisiert, wird mit eigenen Texten und viel Spontaneität durch den Abend führen.

Michelle Nowak Foto: Kleinkunstbühne Thing


Das Streamen von Live-Shows bietet auch neue Möglichkeiten
Allen Beteiligten ist klar, das Internet-Veranstaltungen keine Alternative zu Live-Bühnenveranstaltungen sind. Doch das Streamen von Live-Shows bietet auch neue Möglichkeiten. So kann zum Beispiel mit dem Publikum über die Social-Media-Kanäle interagiert werden. Und diese Möglichkeiten werden an diesem Abend voll ausgeschöpft. Ob Fragen an die Künstler oder interaktive Aktionen, alles ist drin.

Hilfe von "Der Virtuelle Hut e.V."
Zur technischen Umsetzung hat sich das Thing professionelle Hilfe bei dem ebenfalls gemeinnützigen Verein „Der Virtuelle Hut e.V.“ geholt. Mit fünf Kameras, drei Kamerafrauen, einem Bildregisseur und einem auf „Broadcasting“ spezialisierten Tontechniker wird man die Kleinkunstbühne in ein Internet-Studio vom feinsten verwandeln. In HD-Qualität kann man den Stream am Sonntag, 28. Februar 18 Uhr live über die Homepage (www.thing-ev.de) und die Facebook-Seite des Things verfolgen und mitmachen.

Die Einnahmen teilt der Verein unter den Künstlern auf
Um das Projekt zu unterstützen, können die Zuschauer durch eine Überweisung Geld an das Thing spenden. Die Einnahmen, die bei dieser Veranstaltung erzielt werden, teilt der Verein unter den Künstlern auf, denn man möchte nicht nur den Künstlern eine Möglichkeit geben, Ihrer Berufung nachzugehen, sondern auch ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

Quelle: Kleinkunstbühne Thing

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