Veranstaltung

Vor 50 Jahren

Deutsche Leichtathletik-Nationalmannschaft boykottiert die Europameisterschaften in Athen

In der Scheune mit dem blauen Dach in der Blessenbacher Straße 4 | Weinbach-Elkerhausen | Freitag, 8.11.2019 19:30 Uhr
Foto: Sylvia Schenk

Eine Veranstaltung für am Sport interessierte Menschen findet am Freitag, 8. November, um 19.30 Uhr in der Scheune mit dem blauen Dach in der Blessenbacher Straße 4 in Weinbach-Elkerhausen statt. Im Mittelpunkt stehen an diesem Abend die ehemaligen deutschen Spitzensportler Sylvia Schenk und Dr. Franz-Josef Kemper.

Margit Bach war auch ein Mitglied der Deutschen Leichtathletikmannschaft
Mit ihnen war Margit Bach, der die Scheune mit dem blauen Dach gehört, zusammen Mitglied der Deutschen Leichtathletikmannschaft. Sie gehörte auch 1969 als 100 Meter Hürdenläuferin (Deutsche Meisterin 1970 und 1971 sowie Olympiateilnehmerin 1972) dem deutschen Team an, das in Athen starten sollte - und dann bis auf die Staffeln die Europa-Meisterschaft boykottierte. Wie es dazu kam und wie dieser Boykott zu einer wichtigen Etappe für die Mitbestimmung von Athleten wurde, möchte Margit Bach 50 Jahre später mit ihren Gästen diskutieren und zugleich die heutige Situation im internationalen Sport unter die Lupe nehmen. Dabei wird der Vorsitzende des Leichtathletik-Sportkreises Limburg-Weilburg, Martin Rumpf, als Moderator wirken.

Mitbestimmung der Aktiven
Franz-Josef Kemper hatte in Athen an den Diskussionen teilgenommen, die zum Boykott führten, und kann daher von den Hintergründen berichten. Sylvia Schenk unterstützt aktuell den vor zwei Jahren gegründeten Verein Athleten Deutschland, sie berichtet über heutige Herausforderungen für die Mitbestimmung der Aktiven, auch angesichts von Machtmissbrauch, Diskriminierung, Menschenrechtsverletzungen, Spielmanipulationen und Doping im Sport.

Boykott fast aller Wettkämpfe
In einem Buchartikel über „Die 68er Jahre und der Sport“ schrieb Franz-Josef Kemper 2018 folgendes: „Schon 1969 ereignete sich bei den Europameisterschaften der Leichtathletik etwas, das ohne die weltweite Welle von Selbst- und Mitbestimmungsbekundungen der jungen Generation jener Jahre (der 1968er) sich so kaum ereignet hätte: Die westdeutschen Athleten/innen stellten sich gegen ihre Mannschaftsführung und boykottierten fast alle Wettkämpfe. Es ging um den von der DDR verhinderten Start des früheren DDR-Stars Jürgen May.

Kampf um Mitbestimmung gegen Macht der Funktionäre
Die Mannschaftsleitung, insbesondere der damalige DLV Präsident Max Danz, hatte die Mannschaft bis zuletzt über diese Startverhinderung im unklaren gelassen bzw. belogen. Die innere Dynamik dieses Boykottentschlusses speiste sich aber vor allem aus dem Gefühl der Sportler, seit Jahren vor allem von Danz autoritär geführt worden und oft wie unmündige Bittsteller behandelt worden zu sein.... Die Sportler gewannen erstmals - zumindest in der Geschichte der deutschen Leichtathletik - einen Kampf um Mitbestimmung gegen Macht der Funktionäre und damit ein Stück Selbstbestimmung und Selbstbewusstsein“.

Foto: Franz-Josef Kemper

Sylvia Schenk ist Juristin und ehemalige Leichtathletin.
Sie war in den 1970er-Jahren im 800-Meter-Lauf erfolgreich, so lief sie 1971 mit der vier-mal-800-Meter-Staffel Weltrekord und nahm an den Olympischen Spielen 1972 teil. Sie war als Richterin am Arbeitsgericht tätig und wurde 1989 zur hauptamtlichen Stadträtin in Frankfurt am Main gewählt, das Amt übte sie bis 2001 aus. Von 2001 bis 2004 war Sylvia Schenk Präsidentin des Bund Deutscher Radfahrer. Sie trat nach Kontroversen mit dem Sportdirektor des BDR zurück, weil sie sich mit einem transparenteren Kurs im gegen Doping nicht durchsetzen konnte. Von 2006 bis Juni 2013 war Schenk Mitglied des Vorstands von Transparency International Deutschland, von 2007 bis 2010 als Vorsitzende. Seit Januar 2014 leitet sie die „Arbeitsgruppe Sport“ dieser Organisation. Seit 2017 gehört sie dem unabhängigen Menschenrechtsbeirat der FIFA an. 2018 wurde sie mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Kemper ist 1980 Referent für Grundsatzfragen der Sportförderung und Freizeitpolitik
Ihr Ehemann Dr. Franz-Josef Kemper erzielte seine größten Erfolge als 800 Meter Läufer in den 1960er- und 1970er-Jahren und hielt zeitweise den Europarekord. Nach Studium und Promotion wurde Kemper 1980 Referent für Grundsatzfragen der Sportförderung und Freizeitpolitik im Hessischen Sozialministerium. Dann wechselte er nach Rheinland-Pfalz. Seit dem Jahr 2000 war er dort als Ministerialdirigent und Leiter der Abteilung Sport und Ehrenamt tätig. Im März 2003 wurde er zum Landesbeauftragten für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 berufen.

Veranstalter: Margit Bach

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