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Bildergalerie

Nils Mönkemeyer und die Berliner Barock Solisten in Schloss Oranienstein
20.06.2021 | 41 Fotos

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Veranstaltung

Die nackte Gewalt
Rosenhang Museum | So, 13.12.2020 16:00 Uhr bis Sa, 31.7.2021 18:00 Uhr

Am 28. Mai 2021 wird das Rosenhang Museum wieder geöffnet. Bitte teilen Sie per E-Mail an info@rosenhang-musem.de Ihren Wunschtermin mit, dieser wird Ihnen dann gerne bestätigt. Das Rosenhang Museum in Weilburg freut sich auf Ihren Besuch!

Bitte tragen Sie während des gesamten Besuchs einen medizinischen Mund-Nasen-Schutz über Mund und Nase und halten mindestens 1,5 m Abstand.

Monumentale Gruppenbilder
Am Anfang des Arbeitsprozesses von Sigurd Wendland stehen Bildideen, aus denen er seine komplexe, narrativ dichte Kunst entwickelt. In monumentalen Gruppenbildern von geradezu barocker Dynamik und Farbigkeit inszeniert er rätselhafte Szenarien: Im heftigen ineinander Verschränken und sogar Verbeißen der Protagonisten, die mal aggressiv, mal lustvoll nach einander greifen, gelingen ihm eindrucksvolle Darstellungen der Gewalt und Zärtlichkeit, des gnadenlosen Kampfes und der liebevollen Hingabe.

Wendland spielt gern mit Symbolen
Oft zeigen die Gesichter übersteigerten Ausdruck, theatralisch wie die Masken, die beispielsweise im „Karneval“ – Bild auftauchen. Trotz der körperlichen Nähe wirken die meist entblößten Akteure merkwürdig isoliert: Der Blickkontakt untereinander fehlt, ihre Augen sind entweder geschlossen oder auf den Bildbetrachter gerichtet. Wenn sie mit Arbeitsgeräten wie beispielsweise Motorsägen auf ihre Mitmenschen zugehen oder sich auf einem leeren Einkaufswagen bzw. vor geöffnetem Kühlschrank lieben, lässt sich erahnen, welcher Natur die hier angedeuteten zwischenmenschlichen Beziehungen sind. Wendland spielt gern mit Symbolen, stellt ungewöhnliche Zusammenhänge her. Provokant verknüpft er Technisches und Profanes mit Spirituellem, vor allem mit sehr frei interpretierten Elementen der christlichen Ikonographie aus dem Passionskontext. Daher lässt Wendlands Kunst, trotz seiner entschieden modernen Behandlung der Bildthemen – etwa durch den bewussten Verzicht darauf, die Bilder „altmeisterlich“ bis ins letzte Detail fertig zu malen – eine große Vertrautheit mit und Affinität zu Bildtraditionen weit zurück liegender künstlerischer Epochen erkennen.

Interpretation als die Quelle des Lebens 
So könnten beispielsweise die betenden Hände in Bild „Ich, ich, ich“ und der Hase samt Rasenstück im Bild “Energie, Sprichworte“ als Anspielungen auf das Schaffen von Albrecht Dürer angesehen werden. Und wenn er „Wasser als Ware“ malt, fließt es vom Himmel so segensreich auf die Menschen herunter, dass die – christliche- Interpretation als die Quelle des Lebens nahe zu liegen scheint. Eine Vorstellung, die ebenso an Christus erinnert wie die schwarz vermummte Muslima im Bildhintergrund, die mit ihren ausgestreckten Armen und Händen kreuzesgleich die ganze Bildbreite einnimmt.

All das sind aber nur Teilaspekte des Bildgeschehens.
Der Künstler greift weiter aus: Es geht ihm auch um das Bloßstellen wirtschaftlicher Machtstrukturen und Vorgänge in der modernen Gesellschaft, die undurchsichtig aber brutal in das Leben jedes einzelnen hineinspielen. So thematisiert er beispielsweise das Problem der Privatisierung von Wasser und Strom. Im Gemälde „Wasser als Ware“ laben sich dürre und durstige Menschen. Ihre Gier nach dem Leben spendendem Element und das Glück, es zu spüren, finden ihre visuellen Entsprechungen in den beiden sich liebende Paaren am linken und rechten oberen Bildrand. Doch die sich hingebenden, mit ihren Armen liebevoll umfangenden Gestalten wirken alle mit ihren geschlossenen Augen und zurück gebogenen Köpfen allzu unvorsichtig und arglos, wie die potenziellen Opfer jener, die über das Lebensnotwendige gebieten. Bemerken sie nicht, wie bedrohlich der Wasserschlauch sie immer enger zusammenbindet und zusammenschnürt? Nur die zwei den Betrachter anblickende Frauen scheinen zu wissen oder zu erahnen, was hier tatsächlich vor sich geht: Die eine flehend aus einer seltsamen Tiefe zu uns aufschauende gänzlich Unbekleidete unten im Bild, die andere sich hinter Tschador verbergend. Unheimlich wirkt sie mit ihren ausgreifenden Armen, diffus den Gekreuzigten ähnlich, aber auch wie ein schwarzer, Unheil verkündender Riesenvogel. Was wird sich hier bald ereignen?