Feuerwehr Werschau feiert Indienststellung des neuen Löschgruppenfahrzeug (LF 10)

16.10.2025
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Reporter Peter Ehrlich
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34 Kameradinnen und Kameraden der Einsatzabteilung und Jugendfeuerwehr sind begeistert vom neuen Einsatzfahrzeug, welches nun feierlich der Bestimmung übergeben wurde.

Doch vorher galt es Abschied zu nehmen: 31 Jahre stets zuverlässiger Dienst, bei Tag und Nacht in Werschau und weit darüber hinaus – das ist Florian Brechen 3/48 – das alte TSF-W. Mit 17.954 Kilometern auf dem Tacho weiß dieses Fahrzeug so einiges zu berichten, wie anspruchsvoll und fordernd der Einsatzdienst in der Freiwilligen Feuerwehr Werschau ist, 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr bereit – doch auch, wie schön es ist, die Mannschaft von den zahlreichen Wettkampfteilnahmen auf regionaler und überregionaler Ebene begleiten zu dürfen – es ist genau diese Kameradschaft, die in dieser Wehr so stark zu spüren ist. Entsprechend ausgesprochen dankbar und ein bisschen liebevoll verabschiedete Wehrführer Andreas Eufinger es aus seinem Dienst. Die Mitglieder/innen der Wehr, von der Alters- und Ehrenabteilung bis zur Kinderfeuerwehr haben mit diesem Fahrzeug tolle Zeiten erlebt, aber auch herausfordernde, teils dramatische Stunden überstanden – dementsprechend konnte man hier Emotionen in der ganzen Mannschaft spüren, als das Fahrzeug vom Hof fuhr, gefolgt von den Blicken der zahlreichen Gäste aus Feuerwehren, Politik, Gemeinde und Gesellschaft.

6,9 Meter lang, 2,9 Meter hoch und 2,35 bereit, mit einem Gesamtgewicht von (beladen) 12 Tonnen – das ist das neue Löschgruppenfahrzeug (LF 10) der Freiwilligen Feuerwehr Werschau. Mit herbstlichem Blumenschmuck dekoriert und eingeschaltetem Blaulicht wurde es aus dem Nebel des Feuerwehrhauses herausgefahren und mit einem herzlichen Willkommensapplaus in der anwesenden Feuerwehrgemeinde in Empfang genommen.

Aufmerksame Pflege um die Fahrzeuge sorgt dafür, dass sie stets einsatzbereit sind sowie zuverlässig und sicher die Insassen und Ausrüstung transportieren können, dass diese Fürsorge über viele Jahrzehnte von Generation zu Generation weitergegeben wurde und wird, davon kann man sich bei der Freiwilligen Feuerwehr Werschau bei vielen Veranstaltungen überzeugen. Die Kinder- und Jugendfeuerwehrmitglieder/innen gehören genauso dazu, wie natürlich neben der Einsatzabteilung auch die Alters- und Ehrenabteilung und immer auch die Familienangehörigen – eben eine gelebte Kameradschaft.

Ein Feuerwehrauto kann man nicht einfach von der Stange kaufen. Es wird beraten, überlegt, abgewogen, gewünscht, verzichtet aber auch Vorschriften und gesetzliche – oder versicherungsrechtliche Anforderungen mit in die Überlegungen der Anschaffung hineingenommen. Ein Lastenheft, welches eine freiwillige Feuerwehr heutzutage kaum noch alleine bewältigen kann. Daher war hier KommunalUp an der Seite, um den Beschaffungsprozess – auch durch die europaweiten Ausschreibungen - zu begleiten. So war das LF 10 in Werschau das erste Fahrzeug, welches Bürgermeister Groos von der Geburtsstunde im Rathaus an bis zur Übergabe begleitet hat. Gespräche, Informations- und Überzeugungsarbeit in Gemeindegremien, Treffen, Onlinemeetings, Telefonate, Rückschläge, persönliche Fahrten zum Fahrzeug- und Aufbauhersteller… rund drei Jahre hat dieser Prozess in Anspruch genommen. Dankbar zeigte sich auch Bürgermeister Frank Groos, bei der Neubeschaffung auf der Prioritätenliste des Landkreises gut sichtbar zu sein, denn die Fördermittel des Landes Hessen sollten zeitnah zur Verfügung stehen. Wehrführer Andreas Eufinger und dem seinerzeitigen Gemeindebrandinspektor Markus Schütz sei daher genauso Dank beschieden, wie den Gremien der Gemeinde für die politische Unterstützung, dem Landkreis für die priorisierende Unterstützung und dem Land Hessen für die Zuschussgewährung. Der aktuelle Gemeindebrandinspektor Michael Gläser konnte die Abstimmungsprozesse zwischen Feuerwehr und Bürgermeister zusammen mit seinem Stellvertreter Timo Kahlheber stets effizient und schnell durchführen – eine sehr engagierte Zusammenarbeit innerhalb der drei Ortswehren, die besondere Erwähnung von Bürgermeister Frank Groos erfuhr.

Doch warum ein solches Feuerwehrfahrzeug im kleinsten Ortsteil der Gemeinde Brechen mit rund 750 Einwohnern. Gemeindebrandinspektor Michael Gläser weist auf die besonderen Gefahrenanforderungen hin, Verkehrsunfälle und Technische Hilfeleistungen auf der Bundesautobahn A3 (seit 2011 bedient die Brecher Feuerwehr einen zugeteilten Abschnitt zwischen Bad Camberg und Limburg), Kreis-, Land- und Bundesstraßen, die ICE- und Regionalstrecken der Bahn, Industrie- und Produktionsbetriebe in der Gemarkung der Gemeinde, Schulen, Kindergärten und Altersheime – all dies gilt es zu schützen, neben der Bevölkerung mit rund 6000 Einwohnern in der Gemeinde Brechen – 24 Stunden, 365 Tage im Jahr. 100 Feuerwehrleute in den drei Ortsteilwehren sorgen für die Sicherheit der Gemeinde, unterstützen bei den zunehmenden Naturkatastrophen oder anderen infrastrukturellen Herausforderungen – ob je Ortsteil oder Schulter an Schulter miteinander und füreinander – das Gesamtkonzept der Gefahrenabwehr in der Gemeinde. Durch die Bereitstellung des nunmehr dritten Löschgruppenfahrzeugs in der Gemeinde Brechen können einsatztaktisch statt der bisherigen sechsköpfigen Staffel nun neun Einsatzkräfte, eine vollständige Gruppe, als erstes die Einsatzstelle erreichen. Ein Löschwassertank von 1.200 Litern statt bisher 500 Liter ermöglicht ebenfalls neue Vorgehensweisen beim Löschangriff. Damit die neuen hochtechnisierten Fahrzeuge und Geräte auch zum Einsatz kommen können, werden die Feuerwehrleute entsprechend ausgebildet und geschult. Hier zollte Gemeindebrandinspektor Michael Gläser der Mannschaft besonderen Dank für die Bereitschaft.

Das MAN-Fahrgestell wurde ergänzt um einen feuerwehrtechnischen Aufbau der Firma Rosenbauer. Der erste Vorsitzende Marvin Steinebach freute sich, mit der Indienststellung des neuen Fahrzeuges auf jeden Fall die Anforderungen nach §3 des Hessischen Gesetzes über den Brandschutz , die allgemeine Hilfe und den Katastrophenschutz gerecht werden zu können, einen den örtlichen Erfordernissen entsprechend leistungsfähige Feuerwehr aufstellen zu können.

Kreisbrandinspektor Frederik Stahl, Landtagsabgeordneter Christian Wendel, Kreisbeigeordneter und für den Katastrophenschutz im Landkreis Limburg-Weilburg zuständiger Jörg Sauer sowie der stellvertretende Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes Jürgen Sieger entboten ebenfalls in Ihren Grußworten lobende und dankende Worte, bevor Pfarrer Christian Hundt und Pfarrer Jan-Gerrit Engelmann die Einsegnung des Fahrzeuges vornahmen. Im Rahmen eines kleinen Imbisses konnten sich die interessierten Gäste einen ersten Eindruck vom neuen Fahrzeug verschaffen und der Kameradschaftspflege nachkommen.

Einer netten Tradition folgend, übergaben die Wehrführer Ralf Stahl und Markus Reh ein Geschenk – eine Plattform, welche bei der Pflege und Wartung des Feuerwehrautos eine große Unterstützung sein wird.

Die Feuerwehrleute der Freiwilligen Feuerwehr Werschau freuen sich über das neue Fahrzeug, welches nun natürlich ebenfalls bei den donnerstäglich ab 20 Uhr stattfindenden Übungsabenden zum Einsatz kommt.

Mehr Informationen zur Arbeit und den Angeboten der Wehr auch für die Kinder und Jugendlichen unter www.Feuerwehr-Werschau.de und auf Instagram unter feuerwehr_werschau.

© Peter Ehrlich / FOTO-EHRLICH.de

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Veranstaltung

Theateraufführung „OTTLA – Franz Kafkas Lieblingsschwester“ am 27. Januar 2026 in Weilburg
Stadthalle Weilburg | Di., 27.1.2026 19:30 Uhr bis 21:00 Uhr

Weilburg. Anlässlich des Tages des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus lädt der Verein Weilburg erinnert e. V. am Dienstag, 27. Januar 2026, um 19:30 Uhr zu einer besonderen Theateraufführung in die Stadthalle Weilburg ein. Gezeigt wird das Stück „OTTLA – Franz Kafkas Lieblingsschwester“, das sich einer bislang wenig bekannten Opferbiografie der Shoah widmet.

Das Theaterstück basiert auf dem gleichnamigen Hörspiel des tschechischen Autors Petr Balajka in der Übersetzung von Werner Imhof und wurde von rimon productions realisiert. Im Mittelpunkt steht das Leben von Ottla David, der jüngsten Schwester des Schriftstellers Franz Kafka. Erzählt werden ihr Leben mit der Familie in Prag, ihre Deportation im Jahr 1942 in das Ghetto Theresienstadt sowie ihr Einsatz als Betreuerin von Kindern im dortigen Waisenhaus.

Eine zentrale Perspektive des Stücks eröffnet die Figur des jüdischen Lagerarztes Felix Hershkovitz, der Theresienstadt überlebt. Nach dem Krieg berichtet er den Töchtern von Ottla von seiner Begegnung mit ihrer Mutter. Grundlage der Inszenierung sind unter anderem erhaltene Briefe Ottlas an ihre beiden Mädchen, die Einblicke in ihre Gedanken, Hoffnungen und Entscheidungen unter den Bedingungen der nationalsozialistischen Verfolgung geben. In diesen Briefen wird die enge emotionale Bindung zu ihren Kindern ebenso sichtbar wie ihre Haltung angesichts der zunehmenden Entrechtung und Gewalt.

Dramatisch verdichtet sich die Handlung, als Ottla sich freiwillig meldet, um einen Transport jüdischer polnischer Kinder zu begleiten – in der Hoffnung, ihnen die Flucht nach Schweden oder in die Schweiz zu ermöglichen. Der Versuch von Felix Hershkovitz, sie davon abzuhalten und damit ihr Leben zu retten, bleibt erfolglos. Nach dem Krieg trifft er in Prag Ottlas Tochter Vera, die vergeblich nach dem Schicksal ihrer Mutter sucht.

Die Inszenierung verknüpft diese biografische Erzählung mit Zitaten und Motiven aus dem Werk Franz Kafkas. Ergänzt wird das Stück durch digitale Kunstzeichnungen zu einer überlieferten Begebenheit aus dem Leben Franz Kafkas und seiner Verlobten Dora Diamant. Diese Bilder werden in fünf Teilen erzählt und stehen auf einer Metaebene in Beziehung zu den Kindern im Waisenhaus von Theresienstadt. Alle drei Schwestern Franz Kafkas wurden in der Shoah ermordet.

Mit der Aufführung nähert sich das Theaterstück der Geschichte der Shoah über individuelle Biografien, familiäre Bindungen und moralische Entscheidungen. Es richtet den Blick auf eine Frau, deren Leben und Handeln exemplarisch für viele vergessene Opfergeschichten stehen, und stellt zugleich die Frage nach Verantwortung, Menschlichkeit und Erinnerungskultur in der Gegenwart.

Die Theateraufführung findet im Rahmen der Gedenkveranstaltungen des Vereins Weilburg erinnert e. V. zum Holocaust-Gedenktag statt. Die Theatervorstellungen 2026 werden durch den Beauftragten der Hessischen Landesregierung für Jüdisches Leben und den Kampf gegen Antisemitismus gefördert.

Termin: Dienstag, 27. Januar 2026, 19:30 Uhr (Einlass ab 19:00 Uhr)
Ort: Stadthalle Weilburg, Langgasse 25, 35781 Weilburg

Weitere Informationen und Tickets unter: https://www.weilburg-erinnert.de/events/theaterauffuehrung-ottla-franz-kafkas-lieblingsschwester-am-27-januar-2026-in-weilburg/