06.02.2026

Magnetische Stimulation verbessert Symptome

Ergänzung oder Alternative zur Behandlung psychischer Erkrankungen: rTMS

Foto: Vitos Weil-Lahn

Die Repetitive transkranielle Magnetstimulation (rTMS) bietet eine nahezu schmerzfreie, gut verträgliche und wissenschaftlich gut belegte Ergänzung bzw. Alternative zur medikamentösen Therapie bei Depressionen, Schizophrenie und weiteren psychischen Erkrankungen. Die Behandlung erfolgt durch gezielte magnetische Stimulation verschiedener Hirnregionen und ist seit 2020 als Kassenleistung für stationäre und teilstationäre Behandlungen anerkannt.

Bei der rTMS werden sehr kurze Magnetimpulse über eine präzise platzierte Spule am Kopf abgegeben. Das erzeugt ein Magnetfeld, das die neuronalen Stromflüsse im Gehirn moduliert und gezielt bestimmte Hirnregionen anregt oder beruhigt. Die Magnetfelder entsprechen in ihrer Stärke der eines MRT-Scanners (ca. 1,5 bis 2 Tesla) und gelten nach aktuellen Erkenntnissen als sicher. Die Behandlung nutzt elektromagnetische Induktion, um neuronale Netzwerke zu beeinflussen und damit Symptomatik zu beeinflussen.

„Mit diesem modernen Therapieverfahren können wir Patientinnen und Patienten mit Depressionen, die nicht oder nicht ausreichend auf anti-depressive Medikamente ansprechen, ein wirksames Angebot machen“, betont Prof. Dr. Christoph Fehr, Klinikdirektor der Vitos Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Hadamar. „Auch das Stimmenhören bei Schizophrenie und in Einzelfällen auch Zwangs-, Angst- und posttraumatische Belastungsstörungen können mit der rTMS behandelt werden.“
Eine Behandlung umfasst in der Regel 20–30 Sitzungen über 4 bis 6 Wochen. Nach der ersten Sitzung, die 45–60 Minuten dauert, verkürzen sich die folgenden Sitzungen auf 3–10 Minuten pro Termin. Oftmals folgt nach 6–12 Monaten eine Erhaltungstherapie über zwei Wochen mit 2–3 Sitzungen pro Woche.

Prof. Fehr betont: „Eine Heilung der zugrundeliegenden Erkrankung durch rTMS kann nicht garantiert werden. Aber das Ziel ist eine deutliche Symptomverbesserung und eine Unterstützung weiterer Therapien.“

Die Erfahrungen mit rTMS haben gezeigt, dass die nicht-invasive und nahezu schmerzfreie Anwendung kaum Nebenwirkungen aufweist und insbesondere bei therapieresistenten Depressionen gut und schnell anschlägt. Bereits nach 10-15 Sitzungen ist eine Besserung der Symptome feststellbar. Damit stellt die Therapie eine sinnvolle Ergänzung oder Alternative zur medikamentösen Therapie dar.
Zu den wenigen Nebenwirkungen zählen leichte Kopfschmerzen und eine empfindliche Kopfhaut im Stimulationsgebiet. In sehr seltenen Fällen können Krampfanfälle auftreten.

Zugang und Kosten

Seit 2020 ist rTMS eine Kassenleistung für stationäre und teilstationäre Behandlungen. Die ambulante Abrechnung ist aktuell noch nicht möglich, daher ist eine ambulante Behandlung nur als individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) für Selbstzahler/-innen möglich. Private Krankenkassen übernehmen in der Regel die Kosten.

Quelle: Vitos Weil-Lahn