30.01.2026
Der Arbeitsmarkt im Agenturbezirk Limburg-Wetzlar
Winter und schwächelnde Konjunktur halten Arbeitsmarkt fest im Griff
Bundesagentur für Arbeit
• Arbeitslosenquote steigt im Januar um 0,5 Prozentpunkte auf 6,3 Prozent
• LDK: 544 Arbeitslose mehr als im Vormonat, 202 mehr als vor einem Jahr
• LM-WEL: 775 Arbeitslose mehr als im Dezember und 427 mehr als im Vorjahr
• Stellenmeldungen weiter rückläufig
Im Bezirk der Agentur für Arbeit Limburg-Wetzlar waren im Januar 2026 insgesamt 14.935 Personen arbeitslos gemeldet. Dies entspricht einer Quote von 6,3 Prozent, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen. Im Dezember wurden 13.616 Arbeitslose vermeldet - die Quote lag bei 5,8 Prozent. Vor einem Jahr waren 14.303 Menschen im Bezirk ohne Beschäftigung - die Arbeitslosenquote betrug seinerzeit 6,1 Prozent. Von den insgesamt 14.935 arbeitslosen Personen waren 5.555 bei den Arbeitsagenturen in Limburg, Wetzlar und Dillenburg gemeldet. 3.413 Arbeitslose wurden beim Jobcenter Limburg-Weilburg gezählt. 5.967 Arbeitslose meldete das Kommunale Jobcenter des Lahn-Dill-Kreises.
„Der deutliche Anstieg der Arbeitslosigkeit im Januar ist auch in dieser Höhe saisonüblich und bewegt sich auf dem Niveau der letzten fünf Jahre“, erklärte die Vorsitzende der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Limburg-Wetzlar, Petra Kern, bei Vorlage der Arbeitsmarktzahlen für den abgelaufenen Monat. „Zum Jahreswechsel treffen gleich mehrere typische Faktoren zusammen: Witterungsbedingte Arbeitsausfälle, das Ende des Weihnachts- und Umtauschgeschäfts und zahlreiche befristete Verträge, die zum 31. Dezember auslaufen – entsprechend deutlich sehen wir die Auswirkungen im ersten Monat des neuen Jahres“, so Kern weiter. Besonders stark zeige sich dieser Effekt im Landkreis Limburg-Weilburg. „In der handwerklich und vom Handel geprägten Region steigen die Arbeitslosenzahlen zum Jahresbeginn üblicherweise vor allem im Bereich der Arbeitslosenversicherung (Rechtskreis SGB III) merklich an. Überdurchschnittlich betroffen seien Männer und ausländische Beschäftigte. „Das zeigt, wie stark vor allem witterungsabhängige Außenberufe unter den aktuellen Bedingungen leiden“, erklärte die Agenturchefin.
Doch nicht nur saisonale Effekte bremsen: Auch die wirtschaftliche Dynamik bleibe schwach. „Der Konjunktur fehlt weiterhin der erforderliche Schwung, um dem Arbeitsmarkt neue Impulse zu geben“, betonte Kern. Besondere Aufmerksamkeit gelte nach wie vor der Entwicklung der offenen Stellen. Während die Zahl der Vermittlungsaufträge im Januar im Landkreis Limburg-Weilburg im Vergleich zum Vorjahresmonat drastisch zurückging und sich nahezu halbierte, fiel das Minus im Lahn-Dill-Kreis mit rund 20 Prozent zwar etwas moderater aus: Beide Kennzahlen belasten die Beschäftigungsdynamik im Agenturbezirk jedoch erheblich. Mit Blick auf das kommende Frühjahr stellte die Leiterin der Arbeitsagentur fest: „Eine deutliche Erhöhung des Stellenangebotes wäre der entscheidende Faktor für eine Belebung des Arbeitsmarktes.“
Kreis Limburg-Weilburg:
Die Arbeitslosenquote lag im Januar im Kreis Limburg-Weilburg bei 6,3 Prozent und damit um 0,8 Prozentpunkte über dem Vormonatswert. Im Januar 2025 betrug die Quote 5,9 Prozent. In absoluten Zahlen: 6.018 Personen waren im letzten Monat als arbeitslos registriert. Das waren 775 mehr als im Dezember (+14,8 Prozent) und 427 mehr als vor einem Jahr (+7,6 Prozent). Im Jahresdurchschnitt 2025 betrug die Arbeitslosenquote im Kreis Limburg-Weilburg 5,5 Prozent, 5.233 Personen waren seinerzeit im Schnitt arbeitslos.
Im aktuellen Monat wurden 43,3 Prozent (2.605 Personen) der gemeldeten Arbeitslosen von der Agentur für Arbeit betreut. Somit ist die Zahl der Arbeitslosen im Rechtskreis SGB III (Arbeitsagentur) innerhalb eines Monats um 484 Personen (+22,8 Prozent) und im Vergleich zum Vorjahr um 272 Arbeitslose (+11,7 Prozent) gestiegen. 56,7 Prozent (3.413 Personen) aller gemeldeten Arbeitslosen waren im Januar beim Jobcenter Limburg-Weilburg gemeldet. Das Jobcenter verzeichnet somit im Vormonatsvergleich einen Anstieg von 291 Arbeitslosen (+9,3 Prozent). Gegenüber Januar 2025 hat sich die Arbeitslosigkeit hier um 4,8 Prozent (+155 Personen) erhöht. Arbeitslose, die aufgrund einer vorherigen Beschäftigung Arbeitslosengeld erhalten, werden von der Arbeitsagentur betreut. Gleiches gilt für Erwerbslose, die kein Arbeitslosengeld beziehen, deren Lebensunterhalt jedoch anderweitig gesichert ist. Für Arbeitslose, die keinen Anspruch (mehr) auf Arbeitslosengeld haben und auf Leistungen der Grundsicherung (Bürgergeld) angewiesen sind, ist das Jobcenter zuständig. Im Schnitt des Jahres 2025 waren bei der Arbeitsagentur 2.011 Arbeitslose und beim Jobcenter 3.221 Arbeitslose gemeldet.
Die Zahl der arbeitslosen Männer stieg gegenüber dem Vormonat um 582 auf 3.665 Arbeitslose (+18,9 Prozent). Bei den Frauen erhöhte sich die Arbeitslosenzahl im gleichen Zeitraum um 193 auf 2.353 Erwerbslose (+8,9 Prozent). Im Vorjahresvergleich nahm die Arbeitslosigkeit bei den Männern um 331 Arbeitslose (+9,9 Prozent), bei den Frauen um 96 Arbeitslose (+4,3 Prozent) zu. 2025 waren jahresdurchschnittlich 3.005 Männer und 2.228 Frauen arbeitslos gemeldet.
Die Jugendarbeitslosigkeit ist im Januar um 8,6 Prozent oder 50 arbeitslose Personen angestiegen. Aktuell sind 634 Arbeitslose jünger als 25 Jahre: 98 mehr, als vor einem Jahr (+18,3 Prozent). Im Durchschnitt des Jahres 2025 waren 562 unter 25jährige von Arbeitslosigkeit betroffen.
Bei den älteren Arbeitslosen (50+) ist die Zahl im aktuellen Monat um 259 Betroffene auf 1.976 Arbeitslose gestiegen (+15,1 Prozent). Sie liegt damit um 141 Personen oder 7,7 Prozent über dem Vorjahreswert. Im Jahresdurchschnitt 2025 waren bei der Limburger Arbeitsagentur und dem Jobcenter Limburg-Weilburg 1.687 ältere Arbeitslose gemeldet.
Die Zahl der schwerbehinderten Arbeitslosen lag im Kreis Limburg-Weilburg im Januar bei 312 Personen und somit um 8 Person oder 2,6 Prozent über dem Vormonatswert. Gegenüber Januar 2025 war ein Anstieg um 10 arbeitslosen Schwerbehinderten zu verzeichnen (+3,3 Prozent). Im Jahr 2025 waren jahresdurchschnittlich 309 schwerbehinderte Menschen arbeitslos gemeldet.
Im Berichtsmonat waren im Landkreis 2.687 Ausländer als arbeitslos registriert. Dies waren 490 arbeitslose Ausländer mehr als im Dezember (+22,3 Prozent) und 156 mehr als vor einem Jahr (+6,2 Prozent). Im Durchschnitt des Jahres 2025 waren 2.153 Ausländer von Arbeitslosigkeit betroffen.
Gegenwärtig weist die Statistik 1.660 Langzeitarbeitslose aus, 82 mehr als im Vormonat (+5,2 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist die Zahl der Langzeitarbeitslosen um 169 Personen oder 11,3 Prozent gestiegen. Im Jahresdurchschnitt 2025 waren 1.549 Personen langzeitarbeitslos gemeldet.
Im Januar 2026 erteilten die Unternehmen und Verwaltungen den Arbeitgeberservices von Arbeitsagentur und Jobcenter 135 Vermittlungsaufträge. Dies waren 131 Stellen weniger als im Januar 2025 (-49,2 Prozent). 2025 wurden insgesamt 2.635 Stellenangebote zur Besetzung gemeldet.
Quelle:
Arbeitsagentur Limburg-Wetzlar