06.04.2026

Hans-Jürgen Eck bleibt trotz seiner Erkrankung im Vereinsleben aktiv

Am 11. April ist wieder Welt-Parkinson-Tag

Hans-Jürgen Eck aus Steeden hat seine Parkinson-Erkrankung noch gut im Griff. Foto: Landkreis Limburg-Weilburg

Am 11. April ist wieder der Welt-Parkinson-Tag. Hans-Jürgen Eck ist auch einer der Menschen, die seit Jahren mit der Diagnose Parkinson leben müssen. Genauer gesagt mit dem Rigor-Typ, der sich durch eine merkliche Steifheit des Körpers auszeichnet. Auch wenn sich der Zustand des Steedeners die letzten Jahre spürbar verschlechtert hat, versucht der Rentner, das Beste aus seinem Leben zu machen.

Bis 2010 war Hans-Jürgen Eck noch als Krankenpfleger in einem Alten- und Pflegeheim tätig. Nach der Parkinson-Diagnose 2014 bei einem Neurologen in Wiesbaden konnte er sich endlich einige Probleme erklären, die ihm bereits vor fünf bis zehn Jahren an sich aufgefallen waren. Zum Beispiel hatte die Feinmotorik in seinen Händen nachgelassen. Der Steedener bekam dadurch Probleme, Hemdknöpfe zu schließen und bei einer Tätigkeit mit dem Hammer fiel ihm dieser aus der Hand. Hans-Jürgen Eck vermutete damals noch einen Zusammenhang mit den Symptomen seiner rheumatoiden Erkrankung und dem älter werden.

2011 musste der Steedener dann aufgrund einer Burnout-Erkrankung mit 57 Jahren in Rente gehen. Die damals noch nicht bekannte Parkinson-Erkrankung machte ihm da noch wenig zu schaffen. Von daher suchte er sich in dieser Zeit neue Betätigungsfelder und fand eines beim örtlichen Heimat- und Geschichtsverein. Eck half, das Heimatmuseum -die Steedener Stuben- mitaufzubauen. Dies machte er mit viel Freude. „Das hat mich wieder ausgelastet“, sagt Hans-Jürgen Eck. Durch seine Recherchearbeit für das Museum musste er viel lesen und am PC sitzen. Aber die Erfolge taten ihm gut und Parkinson war weit weg. Eck nahm regelmäßig seine Medikamente und ging ein bis zwei Mal im Jahr zum Neurologen. Zu dieser Zeit war es ihm auch noch ohne Probleme möglich, längere Spaziergänge in Steeden und Umgebung zu machen. „Mir ging es durch die Medikamente zu dieser Zeit recht gut“, erzählt Eck, doch das blieb leider nicht so. Nach und nach kamen die Symptome immer mehr zum Vorschein. Seit 2018 fällt es dem Parkinson-Kranken immer schwerer, längere Strecken zu gehen. Die Muskulatur in den Oberschenkeln verkrampft sich immer öfter. Nachts bekommt er regelmäßig Muskelkrämpfe, so dass auch der Schlaf gestört ist. Da er durch seine unruhigen Beine und seinen unruhigen Schlaf, der auch ein Symptom des Parkinson-Syndroms ist, ein getrenntes Schlafzimmer hat, fällt dies, außer dass er morgens länger schläft, nicht weiter auf.

Ecks Familienmitglieder und Freunde wissen von seiner Parkinson-Erkrankung. Der Betroffene ist von Anfang an offen mit ihr umgegangen.

Hans-Jürgen Eck berichtet, dass die Symptome und Einschränkungen durch Parkinson zunehmen. Folglich muss er sein Leben immer mehr an seine Erkrankung anpassen. „Die Wege, die ich zurücklegen kann, werden immer kürzer. Auch die Körperkraft in den Muskeln nimmt ab“, so Hans-Jürgen Eck. Neue Symptome wie Konzentrationsschwäche und Wortfindungsstörungen treten vermehrt auf.

Laut Eck ist Parkinson eine On-Off-Erkrankung. Das heißt, es gibt Momente, in denen es dem Erkrankten gut geht, aber auch solche, in denen es ihm von einem auf dem anderen Moment wieder schlechter geht. Es kann, wie Eck berichtet, im schlimmsten Fall sogar zu einem „Freezing“ führen, dass er sich vorübergehend gar nicht mehr bewegen kann. Hans-Jürgen Ecks aktuelle Situation: „Bei mir überwiegt auch heute noch die On-Zeit und die Off-zeiten sind nur wenig ausgeprägt. Somit kann ich meine Tätigkeiten zuhause und in den Vereinen weiterhin, wen auch in eingeschränkter Weise ausführen“. Eck sagt, dass es sehr wichtig so weit wie möglich weiterhin ein aktives Leben zu leben, da dies neben der Medikation die beste Therapie sei, um den Verlauf der Krankheit weiter hinauszuzögern. Eck rät: „Immer in Bewegung bleiben, körperlich und geistig“. Das geistig sei wichtig, um seine Denk- und Reaktionsfähigkeit zu trainieren. Schließlich sei ja bekannt, dass ein gewisser Anteil von Parkinson-Erkrankungen zu Demenz führen könne.

2023 ist Eck dann in die Parkinson-Regionalgruppe Limburg-Weilburg eingetreten, wo er sich einmal im Monat im Vereinsheim des Kleintierzuchtvereins Runkel-Steeden (Bachstr. 28) immer am ersten Mittwoch im Monat von 14 bis 16 Uhr mit anderen Betroffenen austauschen, Bewegungsübungen machen und hin und wieder auch Fachvorträge hören kann. Bei der nächsten Zusammenkunft am 8. Mai 2026 geht es um das Thema Akupunktur. Wer Fragen zum Thema Parkinson bzw. zur heimischen Selbsthilfegruppe hat, erreicht Ingrid Schäfer unter Telefon 06472 7222, Christina Adam Geis unter 06471 41849 und Hans Jürgen Eck unter 0151 56932958.

Anlässlich des Welt-Parkinson-Tages am Samstag, 11. April 2026 richtet die Parkinson-Selbsthilfegruppe Limburg-Weilburg auch einen Informationsstand in der WERKStadt in Limburg aus. Der Stand ist von 10:00 Uhr bis 15:00 Uhr besetzt. Jeden Montag kann auch in Kooperation mit dem TTC Offheim im Tischtennisraum des Offheimer Hallenbades von 14 bis 16 Uhr PingPongParkinson gespielt werden.

Quelle: Landkreis Limburg-Weilburg


TOP Nachrichten

Veranstaltung

Führung durch den Unica-Bruch und das Lahn-Marmor-Museum
Lahn-Marmor-Museum Villmar | So., 26.4.2026 14:00 Uhr bis 16:00 Uhr

Am 26. April bietet das Lahn-Marmor-Museum zwei Führungen an:
Von 14:00 bis 15:00 Uhr gibt es eine Führung durch den Unica-Bruch.
Im Anschluss gibt es von 15:00 bis 16:00 Uhr eine Führung durch das Museum.

Das Lahn-Marmor-Museum bietet anschauliche Informationen zur Entstehung, dem Abbau, der Verarbeitung und der Verwendung des Marmors von der Lahn, ein besonderer Rohstoff, der vor 380 Mio. Jahren - im Mitteldevon - entstanden ist. Die Struktur eines Stromatoporen-Riffs im Devonmeer ist nirgends in der Welt so klar zu sehen wie im Unica-Bruch in Villmar. In Villmar findet sich auf der rechten Lahnseite 380 Meter hinter dem Lahn-Marmor-Museum der Aufschluss „Unica-Bruch“, der mit einer glattgesägten und geschliffenen Wand einen weltweit einmaligen Einblick in ein mitteldevonisches Stromatoporenriff in Lebendstellung bietet. Zu erkennen sind neben den Stromatoporen und Korallen auch Seelilien, Kopffüßler, Schnecken sowie Brachiopoden, deren Wachstum durch den hohen Kalkgehalt des Devonmeeres begünstigt wurde.

Der Aufschluss im Villmarer Unica-Bruch – eine in zwei Terrassen gegliederte, etwa 6 Meter hohe, 15 Meter breite, gesägte Wand – gilt als ein sehr seltenes, vielleicht in der ganzen Welt sogar einmaliges Zeugnis der Entwicklung eines Stromatoporen-Riffs. Vor diesem Hintergrund wurde der Villmarer Aufschluss 2005 mit den Prädikaten "Nationales Geotop" und "Planet Erde - Welt der Geowissenschaften" ausgezeichnet. Damit zählt der Aufschluss zu den bedeutenden 77 Geotopen in Deutschland, hiervon befinden sich vier in Hessen. 

Das Museum gliedert sich in folgende Bereiche:

Geowissenschaften/Geologie
Anhand von Gesteinsproben, gesägten Platten, Fossilien und geologischen Filmen ist ein Vergleich des „Gestern“ mit dem „Heute“ möglich und verdeutlicht die faszinierenden, geowissenschaftlichen Facetten des Lahnmarmors. Die Erdgeschichte vor 380 Mio. Jahren "Als Hessen am Äquator lag" wird dargestellt

Technik-, Wirtschafts- und Sozialgeschichte
Hier kommen Technikfans auf ihre Kosten kommen, denn für den Abbau, die Verarbeitung und den Transport kommen zahlreiche Aspekte der Bewältigung schwerster körperlicher Arbeiten zur Sprache. Welche Gewinnungs- und Verarbeitungstechnologien waren in welcher Zeit üblich bzw. notwendig, welche Transportmittel standen zur Verfügung? Eine Besonderheit ist das Modell eines Steinbruches, das von Vereinsmitgliedern hergestellt wurde und anschaulich alle Geräte und Arbeitsschritte in übersichtlicher Tischgröße zusammenfasst. Die drei Aspekte Abbau, Verarbeitung und Transport werden eindrucksvoll mit Werkzeugen, historischen Fotos und Quellen erläutert, so dass die harte Arbeit der Steinbrecher, der Marmorierer und Steinmetze anschaulich vermittelt wird. In einer speziellen Dauerausstellung wird auch über den heutigen Kalksteinabbau in der Lahnregion informiert. Anhand von anschaulichen Beispielen wird ebenso die heutige Nutzung erklärt.

Kunstgeschichte und Architektur
Ein Werkstein wird erst zu einem solchen, indem er in Gebäuden und Objekten Verwendung findet. Somit ist der architektonisch-kunstgeschichtliche Teil der Ausstellung ein zentraler Punkt. Hier wird anhand von Bilddokumenten und Texten die weltweite Verbreitung des Lahnmarmors demonstriert. Kleinere kunsthandwerkliche Objekte (Vasen, Schalen, Schreibtischgarnituren) zeigen dem Besucher die gesamte Bandbreite der Verwendung.

Hinzu kommt als Highlight die diesjährige Sonderausstellung "Lahnmarmor im 19. Jahrhundert - Aufbruch in die Moderne".

Eine Anmeldung ist weder für die Führung durch den Unica-Bruch noch für das Lahn-Marmor-Museum erforderlich.

Kontakt: Lahn-Marmor-Museum
Mail: , Tel. 06482 6075588 (nur während der Öffnungszeiten)
www.lahn-marmor-museum.de

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