10.03.2026

NABU Essershausen gibt Tipps zur Artenvielfalt zuhause

Folge 31: Trockenmauern und Holzstapel werden zu Lebensräumen

NABU/Sebastian Hennings

Im naturnahen Garten lassen sich mitunter Elemente zur Aufwertung verwenden, die dort landläufig wohl gar nicht vermutet werden dürften: Dazu gehören auch Steine aus Abbruchhäusern, die vom Mörtel befreit zu so genannten Trockenmauern aufgeschichtet werden können. „Trockenmauern sind besonders spannende Lebensräume“, so Christoph Gath vom NABU Essershausen. „Sie können recht lange die Wärme der Sonne speichern, daher finden hier auch wärmeliebende Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum“, erläutert der Naturschützer.

Die Steine sollten dabei nicht zu eng übereinandergesetzt werden, damit ausreichend Hohlräume entstehen. In einige der Ritzen und Spalten kann etwas Erde hineingegeben werden, aber möglichst nicht zu nährstoffreich. Dann haben auch Pflanzenarten, die in der Natur an Mauern zumeist auf näherstoffärmeren Böden wachsen, eine Chance zum Wachsen. „In den offenen Räumen finden sich bereits Stunden nach dem Aufsetzen der Mauer die ersten Tiere an: Spinnen und Insekten werden sie schnell beziehen, später dann auch die Kröte, die dort am Tage schattigen Unterschlupf sucht, vielleicht auch mal die Spitzmaus oder die Zauneidechse! Das Leben in und an der Trockenmauer ist wesentlich vielfältiger, als angenommen werden darf“, berichtet Gath. Trockenmauern sind überdies ein Bereich, in dem auch Säugetiere wie Spitzmäuse und Igel sowie viele Vogelarten auf Nahrungssuche gehen. Gerade für Schnecken sind untere, bodennahe und feuchte Spalten in der Mauer von Interesse – sie sind wiederum die erklärte Lieblingsspeise von Igeln.

Die Wärmeabstrahlung der Trockenmauer kommt dabei vor allem im Frühjahr und Herbst vielen Pflanzen zugute. So manches Insekt wird sich „mit Wärme volltanken“, um dann weiterzufliegen oder zu krabbeln. „Von der enormen Wärmewirkung der Trockenmauer wissen alle, die schon mal eine so genannte Kräuterspirale errichtet haben. Diese beherbergt, schneckenartig geformt, viele Mittelmeerkräuter, die wohlige Temperaturen zu schätzen wissen“, ergänzt der NABU-Aktive.

Wer nicht Steine, sondern Holz stapeln möchte, kann auch dadurch Gutes tun: Stämme und Scheite, die ebenfalls so aufeinandergestapelt werden, dass Hohlräume und Lücken entstehen, bieten zahlreichen Insekten-, Spinnen- und Schneckenarten Unterschlupf sowie Überwinterungs- und Entwicklungsräume. Sind die Hohlräume groß genug, kann es mitunter sogar für Vogelbruten reichen: Dann bauen Rotkehlchen, Zaunkönig, manchmal Grauschnäpper, oder, wenn der Holzstapel hoch genug ist, Bachstelzen ihr Nest darin. Ideal ist es, wenn zumindest Teile des Holzstapels über eine davor wachsende Vegetation verfügen, sodass für Vögel ein geschützter Anflug möglich ist. „Und natürlich ist Totholz immer für Insekten interessant“, betont Gath, „denn wo Käfer ihre Gänge bohren können, folgt vielleicht schon bald die Wildbiene als Mieterin!“

Wer sich für die Arbeit der Essershäuser Naturschützer interessiert oder vielleicht auch Mitglied werden möchte, kann sich gerne unter www.nabu-essershausen.de informieren.

Quelle: NABU Essershausen


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