15.10.2026

Die SPD-Jugend kritisiert Boris Rheins Vorstoß zum Umgang mit der AfD und fordert ein klares Signal gegen Rechtsextremismus

Jusos Limburg-Weilburg fordern AfD-Verbotsverfahren

Foto: Pixabay.com/Einfach-Eve

Die Jusos Limburg-Weilburg kritisieren den Kurs von Hessens Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) im Umgang mit der AfD. Die Jugendorganisation der SPD sieht in seinen Aussagen sowie der Zustimmung heimischer CDU-Landtagsabgeordneter ein falsches politisches Signal. Statt der AfD mehr Einfluss in der parlamentarischen Arbeit zu ermöglichen, müsse sich die Union aus Sicht der Jusos klarer vom Rechtsextremismus abgrenzen.

Hintergrund ist die Debatte über die Rolle der AfD im Bundestag. Rhein hatte sich dafür ausgesprochen, dass die Partei dort künftig auch Ausschussvorsitze übernehmen können soll. Die Jusos Limburg-Weilburg sehen darin eine politische Aufwertung der AfD.

„Konservative Politik muss sich klar von den rechtsextremen Positionen abgrenzen, statt einer Partei zu hofieren, deren Politik von Ausgrenzung und Menschenfeindlichkeit geprägt ist“, erklärt Leon Pätzold, Vorsitzender der Jusos Limburg-Weilburg. Er appelliert auch an demokratisch gesinnte Mitglieder der CDU, sich gegen eine Annäherung an die AfD auszusprechen.

Die Jusos teilen nach eigenen Angaben die Kritik des SPD-Landtagsabgeordneten und Fraktionsvorsitzenden Tobias Eckert an einer stärkeren politischen Einbindung der AfD. Zugeständnisse an die Partei seien aus ihrer Sicht kein geeignetes Mittel, um Wähler zurückzugewinnen. Vielmehr bestehe die Gefahr, demokratische Kräfte zu schwächen.

Jusos verlangen Antrag auf Parteiverbot

Über die Kritik am Umgang mit der AfD hinaus fordern die Jusos ein Parteiverbotsverfahren. Maximilian Mehl, Geschäftsführer der Jusos Limburg-Weilburg, appelliert an die demokratischen Kräfte im Bundestag, die Bundesregierung und den Bundesrat, einen entsprechenden Antrag auf den Weg zu bringen.

Artikel 21 Absatz 2 des Grundgesetzes sieht ein Verbot verfassungswidriger Parteien vor. Ob die Voraussetzungen dafür erfüllt sind, entscheidet allein das Bundesverfassungsgericht. Die Jusos fordern, diese Möglichkeit angesichts der aus ihrer Sicht bestehenden Gefahren durch Rechtsextremismus ernsthaft zu verfolgen.

„Demokratische Verantwortung bedeutet nicht, rechtsextremen Kräften immer mehr Einfluss einzuräumen. Sie bedeutet, unsere demokratischen Institutionen, die Menschenwürde und die freiheitlich-demokratische Grundordnung entschlossen zu verteidigen“, so Mehl.

Quelle: Jusos Limburg-Weilburg


TOP Nachrichten

Veranstaltung

ONCE UPON A TIME – CONDENSED
Rosenhang Museum | Do., 1.10.2026 bis So., 25.10.2026 23:59 Uhr

Martine Seibert-Raken präsentiert eine Werkgruppe, die sich mit Wasser, Wind, Wolken, Nebel und atmosphärischen Veränderungen beschäftigt.

Ausgangspunkt der Ausstellung sind Naturphänomene, die uns täglich begegnen und dennoch etwas Geheimnisvolles bewahren. Sie interessiert dabei weniger die naturwissenschaftliche Betrachtung als die Frage, wie Landschaften, Wetter, Gerüche, Licht und Erinnerungen in uns nachwirken und unsere Wahrnehmung prägen.

Die Ausstellung verbindet unterschiedliche Werkgruppen miteinander: Zeichnungen, Objekte, Installationen und skulpturale Arbeiten. Von Spuren im Sand über Fundstücke aus dem Wasser bis hin zu den großformatigen Wolkeninstallationen entsteht eine Erzählung über Veränderung, Erinnerung und Verdichtung.

Der Begriff Condensed verweist dabei sowohl auf die physikalische Kondensation von Wasser als auch auf die Verdichtung von Zeit, Erfahrung und Erinnerung.

Die Lage des Museums unmittelbar an der Lahn bildet hierfür einen besonderen Bezugspunkt. Die Ausstellung versteht sich als poetische Reise durch verschiedene Zustände von Landschaft und Wahrnehmung – vom Flüchtigen bis zum Greifbaren, vom Fundstück bis zur raumgreifenden Installation.

Neben den größeren Installationen werden auch kleinere Arbeiten gezeigt, die einen unmittelbaren Zugang zu ihrem Werk ermöglichen und unterschiedliche Aspekte ihrer künstlerischen Arbeit sichtbar machen.



Martine Seibert-Raken (*1965 in Lüneburg) lebt und arbeitet in Unkel am Rhein.

Nach einer Ausbildung zur Tischlerin studierte sie Architektur in Köln. Es folgten Tätigkeiten im Bereich Architektur, Interior Design und Kunst am Bau sowie die Gründung ihres eigenen Studios im Jahr 1999. Die Verbindung von Raum, Material, Landschaft und Wahrnehmung prägt bis heute ihr künstlerisches Werk.

Ausgehend von Zeichnung, Objekt und Installation entwickelte sie die fortlaufende Werkserie „Once upon a time…“, die sich mit Natur, Veränderung, Erinnerung und Vergänglichkeit auseinandersetzt. Charakteristisch sind großformatige Installationen und skulpturale Arbeiten, die häufig im Dialog mit Landschaft, Architektur und öffentlichem Raum entstehen.

Zu den wichtigen Stationen ihres künstlerischen Werdegangs zählen der Gewinn des Rhine Prize 2015, die Teilnahme an der Biennale di Venezia 2019, internationale Projekte in Italien, Deutschland und Frankreich sowie die Auszeichnungen im Rahmen des Arte Laguna Prize 2024. 2025 entstanden die Artist-in-Residence-Projekte „Once upon a time… Mandranova“ auf Sizilien sowie weitere Arbeiten in Venetien.

Eintritt frei.

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