26.09.2026

Eindrucksvolle Demonstration, was Karate ausmacht

Karate Dojo Weilburg zeigt sein Können

Lydia Mattheis, Manuel Reusch und Christiane Freihold zeigen ein Szenario, in dem verschiedene Angriffs- und Abwehrtechniken gleichzeitig angewandt werden Uwe Dombach

Was verbirgt sich eigentlich hinter Karate? Ist es nur Kampfsport? Geht es darum, den Gegner zu besiegen? Oder steckt viel mehr dahinter? Antworten auf diese Fragen gab am vergangenen Freitag das Karate Dojo Weilburg in der Windhofhalle. Vor zahlreichen Zuschauern, Gästen und ehemaligen Karateka zeigte der Verein eindrucksvoll, was diese Sportart über Jahrzehnte hinweg für Menschen bedeuten kann.

Das Besondere an diesem Abend war bereits der Blick auf die Matte: Vom zehnjährigen Nachwuchskarateka bis zum 68-Jährigen, vom Weißgurt bis zum Schwarzgurt, waren nahezu alle Alters- und Leistungsstufen vertreten. Unter der Leitung von Hermann Schmidt aus Ahausen, 7. Dan, demonstrierten die Karateka die verschiedenen Facetten ihres Sports.

Dabei wurde schnell deutlich: Karate ist weit mehr als das Erlernen von Schlag- und Tritttechniken. Gemeinschaft, Gesundheit, Disziplin, Körperbeherrschung, Konzentration und Fairness gehören ebenso dazu. Viele der Aktiven betreiben Karate bereits seit Jahrzehnten. Dass dieser Sport bis ins höhere Alter ausgeübt werden kann, wurde an diesem Abend eindrucksvoll sichtbar.

Hermann Schmidt begleitete die Vorführungen immer wieder mit erklärenden und anschaulichen Worten. Die Zuschauer erhielten dadurch einen Einblick in die unterschiedlichen Bereiche des Karate. Gezeigt wurden unter anderem Kihon, also die Grundtechniken, Kata, festgelegte Bewegungsabläufe, sowie Kumité, der freie Kampf.

Dabei wurde auch ein zentraler Grundgedanke des Karate deutlich: Man kämpft miteinander und nicht gegeneinander. Der Trainingspartner ist kein Feind, sondern jemand, mit dem man gemeinsam lernt, seine Fähigkeiten zu verbessern. Kontrolle, Respekt und gegenseitige Rücksichtnahme sind deshalb wesentliche Bestandteile des Trainings.

Besonders interessant wurde es für die Besucher, als sie selbst aktiv werden durften. Nach mehr als eine Stunde übten sie gemeinsam mit den Karateka verschiedene Befreiungsgriffe und einfache Selbstverteidigungstechniken. Unter fachkundiger Anleitung konnten die Teilnehmer erfahren, wie wichtig eine kontrollierte Bewegung, die richtige Körperhaltung und die eigene Reaktion in einer Situation sind.

Für manche der ehemaligen Karateka war dieser Abend eine Reise in die Vergangenheit – und zugleich ein überraschender Neustart. Kaum standen sie wieder in der Halle, war das bekannte Gefühl offenbar sofort wieder da. „Das Kribbeln war sofort wieder da“, war von einigen ehemaligen Aktiven zu hören. Erste Ehemalige haben deshalb bereits angekündigt, wieder regelmäßig am Training teilnehmen zu wollen.

Auch die Gäste zeigten sich überrascht, wie vielfältig Karate ist. Viele hatten die Sportart zuvor vor allem mit Kampf und Selbstverteidigung verbunden. Der Abend zeigte jedoch, dass Karate ebenso viel mit Bewegung, Gesundheit, Konzentration, gegenseitigem Respekt und sozialer Gemeinschaft zu tun hat.

Und genau diese Gemeinschaft wurde nach dem offiziellen Teil weitergelebt. Bei selbst gebackenem Kuchen trafen sich Aktive, ehemalige Karateka und Gäste zu intensiven und angeregten Gesprächen. Erinnerungen wurden ausgetauscht, Erfahrungen weitergegeben und natürlich auch über die verschiedenen Erlebnisse auf der Matte gesprochen.

Begonnen hatte der Abend um 18 Uhr. Doch an ein schnelles Ende war nicht zu denken. Noch weit nach 20 Uhr saßen die Teilnehmer zusammen. Die Atmosphäre machte deutlich, dass Karate im Dojo Weilburg nicht nur als Sport verstanden wird, sondern als eine Gemeinschaft, die Menschen unterschiedlicher Generationen miteinander verbindet.

Wer an diesem Abend neu zum Karate kam, soll dabei nicht nur Zuschauer bleiben. Die gut ausgebildeten und lizenzierten Trainerinnen und Trainer des Dojos bieten interessierten Neulingen die Möglichkeit, Schritt für Schritt in den laufenden Trainingsbetrieb hineinzuwachsen. Dabei spielt es keine Rolle, ob jemand zehn, 30, 50 oder mehr Jahre alt ist oder bereits sportliche Erfahrungen mitbringt.

Der Abend in der Windhofhalle war damit weit mehr als eine reine Vorführung. Er war ein Blick hinter die Kulissen des Karate, eine Begegnung von Generationen und zugleich eine Einladung an alle, die diesen vielseitigen Sport einmal selbst kennenlernen möchten.

Denn eines wurde an diesem Abend besonders deutlich: Karate kann man nicht nur in jungen Jahren betreiben. Man kann damit anfangen, weitermachen, zurückkehren – und gemeinsam mit anderen über viele Jahrzehnte aktiv bleiben

Quelle: Uwe Dombach