21.01.2026
Dritter Stresstest – Malteser üben für den „Blackout“
Maltesern Großübung Code Nox - großflächiger Stromausfall
Betrieb des Notstromaggreates Jürgen Briegel
Limburg. Am Morgen des 3. Januar 2026, einem Samstag, kam es durch einen Brandanschlag auf das Berliner Stromnetz zu einem großflächigen Stromausfall, von dem ca. 45.000 Haushalte und über 2.200 Betriebe im Südwesten Berlins betroffen waren.
Dieser Vorfall macht deutlich, wie schnell so etwas passieren kann. Die Malteser bereiten sich schon seit vielen Jahren auch auf solche Szenarien vor. Vom 16. - 17. Januar 2026 fand jetzt der dritte Stresstest statt. Erneut wollen die Malteser ihr Konzept zur Bewältigung solcher Herausforderungen auf die Probe stellen.
Denn sie müssen gut gerüstet und leistungsfähig sein, um den vielen Herausforderungen zu begegnen. Von Freitagabend 17:00 Uhr, dem Zeitpunkt einer angenommenen Alarmierung nach längerfristigem Stromausfall, bis zum Samstagabend um 17:00 Uhr treffen sich die Helferinnen und Helfer in der Dienststelle der Malteser in Eschhofen, um sich auf den Ernstfall vorzubereiten. Um 16:30 Uhr erfolgt die Alarmierung der Helfenden des 1. Betreuungszuges im Landkreis Limburg-Weilburg, den die Malteser stellen.
Die eigene Leistungsfähigkeit testen und Lehren für die Zukunft daraus ziehen
Zunächst wird die Stromversorgung der Dienststelle durch die Stromeinspeisung von außen über ein leistungsfähiges Notstromaggregat sichergestellt. Damit steht schnell Licht und Wärme zur Verfügung. Damit wird die Dienststelle dem Anspruch eines sogenannten „Katastrophenschutz-Leuchtturms“ gerecht. Diese sind zentrale Anlaufstellen für Bürger in Krisensituationen (wie z.B. längerem Stromausfall), die Informationen, Erste Hilfe, Trinkwasser, Wärme, Lademöglichkeiten und die Absetzung von Notrufen bieten, um die Eigenvorsorge zu ergänzen und die Bevölkerung zu unterstützen. Sie werden oft in Gebäuden wie Schulen oder Gemeindehäusern eingerichtet, sind mit Notstrom und Kommunikationstechnik ausgestattet und dienen als wichtige Informations- und Unterstützungszentren im Katastrophenfall.
Dann bereitet man sich auf eintreffende Bürger vor, die Hilfe beanspruchen. Angefangen vom einfachen Laden des Mobilfunktelefons bis zur Zubereitung von Babynahrung reicht die Palette der Anfragen. Hier zahlen sich die getätigten Investitionen und die Materialbeschaffung aus. Wenn es woanders dunkel und kalt ist, kann die Dienststelle für viele Hilfesuchenden eine erste Anlaufstation sein.
Hilfsbedürftige Menschen können in der Dienststelle mit Nahrung und Getränken versorgt werden. Andere bedürfen einer Betreuung. Der Nächste macht sich Gedanken um sein Haustier, und wieder ein anderer, wie seine lebensnotwendigen Medikamente gekühlt werden können. Viele Fragen und Ängste, auf die eine Antwort gefunden werden muss. Dies kann nur durch eine gut strukturierte Zusammenarbeit aller Betreuungskräfte funktionieren.
Insgesamt sind 58 Personen in diese Übung einbezogen, die in dieser Zeit auch mit Nahrung und Getränken versorgt wurden, dazu kam die Versorgung von weiteren Hilfebedürftigen.
Auch die Politik erkennt die Notwendigkeit leistungsfähiger Strukturen
Auch die Politik hat dieses Thema im Blick. Landrat Michael Köberle freut sich bei seinem Besuch in der Dienststelle der Malteser, dass die Übung so gut funktioniert. “Es ist sehr wichtig, dass wir vorbereitet sind auf Ereignisse dieser Art. Hier ziehen der Landkreis Limburg-Weilburg und die beteiligten Hilfsorganisationen an einem Strang. Köberle dankt ausdrücklich für das hervorragende Engagement der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer. “Gut vorbereitet zu sein für den Ernstfall ist außerordentlich wichtig” betont Köberle. Und er wünscht sich, dass auch in Zukunft eine so vertrauensvolle Zusammenarbeit möglich sein wird.
Hofmeister, Mitglied des hessischen Landtages bedankt sich für die Einblicke, die die Malteser, Limburg-Weilburg ihm hier geboten haben und dass man dadurch erfährt, wie eine solche Übung läuft und man die Hintergründe erkennen darf, und welche Aufgaben können sich stellen. Er betont „Das ist für die Verantwortlichen in der Politik wichtig zu wissen. In Berlin hat man jüngst erfahren können, wie schnell Ernstfall da ist. Im Nachgang muss das Ganze auswertet werden, damit die Politik auch weiß, wo es möglicherweise noch Unterstützung braucht, und wo die Strukturen noch enger vernetzt werden. Herzlichen Dank“.
Wendel sag „Mir ist wichtig, meine große Dankbarkeit zu äußern für das hervorragende Engagement, gerade auch in der gemeinsamen Arbeit von Haupt- und Ehrenamt. Malteser tun mit den anderen Hilfs- und Rettungsdiensten einen unglaublich wichtigen Beitrag für unsere alle Sicherheit, für die Sicherheit unserer Region und weiter darüber hinaus. Deshalb bin ich sehr, sehr dankbar, dass ich heute hier an der Dienststelle in Eschhofen einen kurzen Einblick in die 24-Stunden-Blackout-Übung nehmen durfte. Und ich kann nur sagen, hohen Respekt vor der Professionalität, mit der hier gearbeitet wird. Wir werden das auch aus der Politik heraus gerne auch zukünftig und intensiv unterstützen“ Er bedankt sich nochmals sehr herzlich für die hervorragende Arbeit.
„Wir sind mit dem Ablauf der Übung sehr zufrieden“ äußert sich die für die Übung Verantwortliche des Malteser Hilfsdienstes, Charlotte Scheffler als Zugführerin. „Bei jeder Übung werden wir sicherer und lernen immer wieder dazu, um noch leistungsfähiger zu werden“, ist ihr Fazit.
Christian Darantik, Kreisbeauftragter der Gliederung Limburg-Weilburg, dankt allen Beteiligten ganz herzlich für das große ehrenamtliche Engagement und freut sich gemeinsam mit diesen schon auf die nächste Großübung. „Nur durch eine gute, zielführende und organisationsübergreifende Zusammenarbeit sind wir in der Lage, den bevorstehenden Herausforderungen zu begegnen“ lautet seine Kernbotschaft.
Ehrenamtlich Interessierte, die sich über die Mithilfe im Katastrophenschutz informieren möchten, können sich an die Gliederung Limburg-Weilburg, Dienststelle der Malteser in Limburg wenden: Charlotte Scheffler, E-Mail: charlotte.scheffler@malteser.org.
Mitglieder des hess. Landtages Herr Christian Wendel und Herr Andreas Hofmeister im Gespräch mit Christian Darantik Jürgen Briegel
Landrat Köberle besucht die Malteser während der Übung, hier mit Kevin Sebbes von der Technik Jürgen Briegel
Quelle:
Malteser Hilfsdienst e. V.