21.07.2026
DAK-Gesundheitsreport zeigt steigende Fehlzeiten ab Mitte 50 und fordert bessere Arbeitsbedingungen
Mehr als jeder zweite ältere Beschäftigte will früher in Rente
Foto: DAK-Gesundheit
Mehr als die Hälfte der Beschäftigten ab 50 Jahren in Hessen möchte vorzeitig in den Ruhestand gehen. Das geht aus dem aktuellen DAK-Gesundheitsreport „Arbeiten ab 50“ hervor, für den das IGES Institut die Krankmeldungen von rund 257.000 DAK-versicherten Erwerbstätigen in Hessen ausgewertet und eine repräsentative Forsa-Umfrage durchgeführt hat.
Demnach planen 56 Prozent der Befragten einen früheren Renteneintritt. Damit liegt Hessen über dem Bundesdurchschnitt von 52 Prozent. Besonders ausgeprägt ist dieser Wunsch bei Menschen mit einem schlechteren Gesundheitszustand. Nur 29 Prozent möchten bis zum regulären Renteneintritt arbeiten, zwölf Prozent können sich sogar vorstellen, darüber hinaus berufstätig zu bleiben.
Krankenstand steigt mit dem Alter deutlich an
Der Report zeigt außerdem, dass ältere Beschäftigte zwar seltener krankgeschrieben sind als jüngere, ihre Ausfallzeiten jedoch deutlich länger dauern. Während Beschäftigte unter 50 Jahren durchschnittlich 231 Krankschreibungen je 100 Versicherte verzeichneten, waren es bei den über 50-Jährigen 180. Allerdings dauerte eine Krankmeldung bei älteren Beschäftigten im Durchschnitt 15,3 Tage – nahezu doppelt so lange wie bei den Jüngeren mit 7,9 Tagen.
Mit zunehmendem Alter steigt auch der Krankenstand deutlich an. Liegt er bei den 50- bis 54-Jährigen noch bei rund sechs Prozent, erreicht er im Alter von 66 Jahren bereits elf Prozent. Über alle Beschäftigten ab 50 Jahren hinweg liegt Hessen mit einem Krankenstand von 7,5 Prozent leicht über dem Bundesdurchschnitt von 7,4 Prozent.
Gute Arbeitsbedingungen als Schlüssel
Nach Ansicht der DAK-Gesundheit sind bessere Arbeitsbedingungen entscheidend, um ältere Beschäftigte länger gesund im Berufsleben zu halten. Für 62 Prozent der Befragten sind gute Arbeitsbedingungen die wichtigste Voraussetzung für eine längere Erwerbstätigkeit. 57 Prozent nennen zudem die Freude an der Arbeit als wichtigen Faktor. Fast die Hälfte möchte ihre Erfahrungen und ihr Wissen an jüngere Kolleginnen und Kollegen weitergeben.
Auch die sogenannte Aktivrente stößt grundsätzlich auf Interesse: 70 Prozent der Befragten stehen dem Modell offen gegenüber. Rund 27 Prozent können sich eine Nutzung konkret vorstellen, während 30 Prozent die Aktivrente ablehnen.
Weitere Informationen zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement der DAK-Gesundheit gibt es unter www.dak.de/bgm.
Quelle:
DAK-Gesundheit