26.03.2026
Mitten in der Brut- und Setzzeit werden brennende Holzhaufen für viele Tiere zur Gefahr
NABU Essershausen: Osterfeuer werden zur tödlichen Falle für Wildtiere
NABU/Jan Piecha
Bald werden zu Ostern vielerorts wieder die beliebten Osterfeuer entzündet. Der NABU Essershausen mahnt, beim Abbrennen der Osterfeuer auf die Belange der Natur zu achten.
„Zahlreiche Tiere nutzen das vermeintlich sichere Holz- oder Reisigversteck als Zufluchtsort oder Nistmöglichkeit“, berichtet Christoph Gath vom NABU Essershausen. „Doch alljährlich werden die Osterfeuer zum Scheiterhaufen für Käfer und Wildbienen, Hasen und Kaninchen, Igel und Spitzmäuse sowie einige weitere Arten. Vor allem in diesem Jahr, wo Ostern in die späte Frühlingszeit fällt, sind diese Tiere bereits sehr aktiv.“
Viele Vögel haben mit dem Nestbau begonnen oder haben sogar schon vollständige Gelege. Einige Vogelarten wie Zaunkönig, Rotkehlchen und Heckenbraunelle brüten sehr gerne in Holz- und Reisighaufen. Doch solche Haufen, die auf diese Weise von Tieren als Brut- und Wohnstätte angenommen worden sind, dürfen nicht mehr durch Abbrennen zerstört werden.
Um zu vermeiden, dass ein geplantes Osterfeuer aus diesem Grund gegebenenfalls ganz ausfallen muss, empfiehlt der NABU Essershausen, Holz- und Reisighaufen entweder sehr spät anzulegen oder anderweitig Vorsorge zu treffen, damit sich Tiere nicht schon vor dem Abbrennen darin niederlassen können.
Hilfreich sind dabei unter anderem engmaschige Zäune oder die richtige Lagerung des Brennmaterials: „Zusammengetragenes Holz und Reisig ist für Wildtiere als Versteck umso unattraktiver, je lockerer das Material die ersten 30 bis 50 Zentimeter aufgeschichtet ist“, sagt Christoph Gath. „Kann man durch die untersten 50 Zentimeter des Haufens hindurchschauen, sollte die Maßnahme bereits zum Schutz der Tiere beitragen.“
Am Tag vor dem Abbrennen müsse dennoch durch Umschichten des Brennmaterials sichergestellt werden, dass alle sich dort angesiedelten Tiere ausreichend Gelegenheit zur Flucht haben.
Der Essershausen bittet außerdem darum, keine Abfälle, wie alte Schränke oder ausgediente Sessel, auf den Holz- und Reisighaufen zu entsorgen. Diese gehören in den Sperrmüll und haben im Osterfeuer nichts zu suchen. Verbrannt werden darf nur gut getrockneter Baum- und Strauchschnitt sowie Reisig. Beim kurzfristigen Aufschichten oder Umschichten des Holzes sollten ungeeignete Stoffe direkt aussortiert werden.
Grundsätzlich ist ein spontanes „privates Osterfeuer“, also das Verbrennen von Gartenabfällen ohne Anmeldung in Hessen verboten. Aus unterschiedlichen Gründen, ob zur Schonung der Umwelt oder wegen der befürchteten illegalen Sperrmüllablagerungen, verzichtet die ein oder andere Gemeinde sogar auf das traditionelle Osterfeuer. Stattdessen werden meist alternative Veranstaltungen zu Ostern oder Anfang Mai angeboten.
„Eine Entwicklung, die zu begrüßen ist“, betont Gath, „denn eigentlich sind Buschwerk und Reisig viel zu schade, um verbrannt zu werden.“ Schnittholz und Gestrüpp lassen sich im Garten viel sinnvoller verwenden, um Lebensraum und Unterschlupf für Vögel und Kleintiere zu schaffen. Ein von Brombeeren oder Wildrosen überwucherter Reisighaufen, ein Holzstoß in einem dichten Gebüsch – mit geringem Aufwand, etwas Phantasie und gutem Willen lässt sich so ein Stück Natur zurück in den Garten holen.
Wer sich über die Naturschützer aus dem Weiltal interessiert -oder vielleicht auch Mitglied werden möchte, kann sich gerne unter www.nabu-essershausen.de informieren.
Quelle:
NABU Essershausen