20.09.2026
Folge 34: Den Garten zur Herbst- und Winterarche machen
NABU Essershausen gibt Tipps zur Artenvielfalt
Laubhaufen sind ein gutes Quartier für Igel NABU/Eric Neuling
Schmetterlinge flattern im Sonnenlicht, Taubenschwänzchen stehen wie Kolibris in der Luft und Bienen umschwärmen die Kräuterblüten: Doch der Eindruck täuscht, denn mit den ersten Septembertagen stellt sich auch der Herbst langsam ein, die Tage werden nun spürbar kürzer und der Sommer geht zu Neige. Grund genug für den NABU Essershausen, Tipps zu geben, um Garten und Kleingarten auch für den Herbst und Winter zu „kleinen Archen“ zu machen.
„Wir haben es in der Hand, durch wenige einfache Maßnahmen dafür zu sorgen, dass sich hier ein reich gedeckter Tisch für Tiere auftut und so manche Art auch überwintern kann“, sagt Vorsitzender Christoph Gath. „Dies beginnt damit, zu überlegen, was nach der Blüte im Garten tatsächlich entfernt werden soll oder nicht“. Dazu zählen etwa die abgestorbenen Stängel von Stauden, die allzu oft direkt nach der Blüte abgeschnitten und entsorgt werden – sehr zum Leidwesen von Insekten und Vögeln. Denn, so Gath weiter: „In den Stängeln entwickeln sich häufig Insektenlarven, die im Frühjahr ausschlüpfen. Auch viele Kleinvögel wissen dies – und nutzen die Stängel als willkommenes Eiweißbüffet an Wintertagen.“ Besser sei es daher, das Gros der Stängel über den Winter stehen zu lassen. Ebenso wertvoll ist Laub, da es ein wichtiger Rohstoff im Garten ist. „Was von vielen verpönt ist, ist für viele Arten, gerade für Insekten, ein Überlebensraum. Laub auf Beeten verhindert zudem ein Austrocknen der Böden, wird zu hervorragendem Humus, ist Überwinterungsterrain für Kleintiere und eine Nahrungsquelle, auch für die in der Bodenbildung unverzichtbaren Regenwürmer. Es sollte daher im naturnahen Garten einen festen Platz als Mulch auf Beeten haben“, erklärt Christoph Gath. Aber auch große Laubhaufen seien wertvoll, weil sich darin zahlreiche Kleintiere wie Igel während der kalten Jahreszeit zurückziehen können.
Ein weiterer „Pflichttermin“ ist die Reinigung der Vogel-Nistkästen, am besten bis Mitte Oktober. Damit wird verhindert, dass sich bereits Tiere zur Überwinterung darin befinden und nun gestört würden oder schon Vorräte angelegt hätten. Die Entfernung alter Vogelnester sei wichtig, sagt der NABU-Mitarbeiter, weil diese in der Regel voller Flöhe, Läuse und anderen Parasiten stecken. Zum Eigenschutz ist es wichtig, den Nistkasten vor der Reinigung vom Baum oder aus der Wand zu nehmen und erst am Boden zu reinigen. Dabei sollte außerdem ein wirksamer Mund-Nasen-Schutz getragen werden, um keine Krankheitserreger einzuatmen. Das alte Nest sollte in einer gut verschließbaren Tüte mit dem Restmüll entsorgt werden.
Zudem kann jetzt mit dem Bau weiterer Nistkästen begonnen, oder es können notwendige Reparaturen vorgenommen werden. „Nistkästen anbringen kann man zu jeder Jahreszeit“, rät Gath. „Doch der Herbst ist ideal, weil sie dann auswittern und in kalten Winternächten als willkommenes Nachtquartier dienen können.“ Besonders sinnvoll sei es, Nistkästen zusammen mit Kindern oder Enkelkindern zu bauen, weil diese so einen Bezug zur Natur aufbauen können, sagt der Naturschützer auch aus eigener, prägender Kindheitserfahrung, die ihn zum Naturschutz geführt hat.
Der Herbst ist auch Pflanzzeit: Es können bienen- und schmetterlingsfreundliche Stauden gesetzt oder eingesät werden. „Damit wird den Insekten des kommenden Frühlings der Tisch reich gedeckt!“, freut sich der NABU-Aktive auf viele summende kleine Flieger des nächsten Jahres. „Warum nicht auch mal an nachtaktive Insekten, insbesondere an Nachtfalter, denken? Nektarreiche, nachtblühende Pflanzen helfen ihnen enorm!“
Und natürlich kann das Angebot an fruchttragenden heimischen Gehölzen, Bäumen und Sträuchern nun erweitert werden. Denn diese decken im Gegensatz zu den leider immer öfter zu findenden Exoten, die für unsere heimische Tierwelt keinen Nutzen haben, das Nahrungsspektrum vieler Tiere.
"Alle, die sich engagieren, neue Menschen kennenlernen und gemeinsam etwas bewegen möchten, können gerne zu uns in den Verein kommen", wirbt Gath für den NABU Essershausen. Hier kann jeder mitmachen – unabhängig von Alter, Erfahrung oder Vorkenntnissen. Die mit eingebrachten Ideen, Fähigkeiten und die Zeit sind wertvolle Beiträge für unsere Gemeinschaft.
Ob bei Veranstaltungen, Projekten, organisatorischen Aufgaben oder im direkten Einsatz: Es gibt viele Möglichkeiten, sich im Verein einzubringen. Schon wenige Stunden im Monat können einen wichtigen Unterschied machen.
"Informieren Sie sich über unsere Arbeit, kommen zu einem unverbindlichen Treffen oder sprechen uns direkt an. Wir freuen uns auf dich und zeigen Ihnen gerne, wie Sie aktiv werden können. Gemeinsam erreichen wir mehr!", so Gath abschließend.
Quelle:
NABU Essershausen