09.01.2026

Verbraucherzentrale NRW gibt Tipps zur Rechtslage

Pflichten bei Eis und Schnee

Foto: VZ NRW/adpic

Wenn Eis und Schnee Gehwege rutschig machen, stellt sich für viele Menschen in der Region die gleiche Frage: Wer muss eigentlich räumen und streuen? Auf Straßen sind Städte und Gemeinden zuständig, auf Bürgersteigen und Zufahrten meist die Anwohner.

Grundsätzlich sind Eigentümer verpflichtet, die an ihr Grundstück angrenzenden Wege sicher zu halten. Sie können diese Pflicht jedoch auf Mieter übertragen – allerdings nur, wenn dies ausdrücklich im Mietvertrag geregelt ist. Ein bloßer Hinweis in der Hausordnung reicht nicht aus, sofern diese nicht Teil des Mietvertrags ist. Wohnen mehrere Parteien im Haus, muss klar festgelegt sein, wer wann für das Räumen zuständig ist.

Die genauen Zeiten regeln kommunale Satzungen. In der Regel müssen Gehwege werktags zwischen 7 und 20 Uhr frei sein, an Sonn- und Feiertagen meist ab 9 Uhr.

Haftung bei Unfällen

Stürzt jemand auf einem nicht geräumten oder vereisten Weg, übernimmt zunächst die Krankenversicherung die Behandlungskosten. Passiert der Unfall auf dem Weg zur oder von der Arbeit, greift die gesetzliche Unfallversicherung. Diese kann sich die Kosten jedoch von der verantwortlichen Person zurückholen – also von demjenigen, der seiner Streupflicht nicht nachgekommen ist.

In solchen Fällen sollte umgehend die private Haftpflichtversicherung informiert werden. Wer nicht versichert ist, muss mögliche Schadenersatzansprüche selbst tragen. Das kann schnell teuer werden.

Welches Streumittel ist erlaubt?

Viele Kommunen verbieten den Einsatz von Streusalz. Als umweltfreundliche Alternativen gelten Sand, Splitt oder Granulate aus Kalkstein oder Quarz. Empfehlenswerte Produkte tragen häufig das Umweltzeichen „Blauer Engel“. Nach dem Winter können die Reste zusammengefegt und im Restmüll entsorgt werden.

Schäden vorbeugen und richtig reagieren

Bei angekündigten Unwettern sollten lose Gegenstände auf Balkonen und in Gärten gesichert werden. Während Sturm und starkem Schneefall ist es ratsam, Aufenthalte im Freien zu vermeiden.

Kommt es dennoch zu Schäden an Haus, Auto oder Hausrat, sollten diese vor dem Aufräumen dokumentiert werden. Gleichzeitig gilt die Schadensminderungspflicht: Betroffene müssen – soweit gefahrlos möglich – weitere Schäden verhindern, etwa durch Abpumpen von Wasser im Keller oder das Abdecken beschädigter Dächer.

Welche Versicherung zahlt?

Bricht ein Dach unter der Schneelast ein, greift nur eine Elementarschadenversicherung, sofern sie abgeschlossen wurde. Schäden an Fenstern können über eine Glasversicherung abgesichert sein. Frieren Wasserleitungen ein, übernehmen in der Regel Hausrat- oder Wohngebäudeversicherung die Kosten.

Weiterführende Informationen:

Quelle: Verbraucherzentrale


TOP Nachrichten

Veranstaltung

Theateraufführung „OTTLA – Franz Kafkas Lieblingsschwester“ am 27. Januar 2026 in Weilburg
Stadthalle Weilburg | Di., 27.1.2026 19:30 Uhr bis 21:00 Uhr

Weilburg. Anlässlich des Tages des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus lädt der Verein Weilburg erinnert e. V. am Dienstag, 27. Januar 2026, um 19:30 Uhr zu einer besonderen Theateraufführung in die Stadthalle Weilburg ein. Gezeigt wird das Stück „OTTLA – Franz Kafkas Lieblingsschwester“, das sich einer bislang wenig bekannten Opferbiografie der Shoah widmet.

Das Theaterstück basiert auf dem gleichnamigen Hörspiel des tschechischen Autors Petr Balajka in der Übersetzung von Werner Imhof und wurde von rimon productions realisiert. Im Mittelpunkt steht das Leben von Ottla David, der jüngsten Schwester des Schriftstellers Franz Kafka. Erzählt werden ihr Leben mit der Familie in Prag, ihre Deportation im Jahr 1942 in das Ghetto Theresienstadt sowie ihr Einsatz als Betreuerin von Kindern im dortigen Waisenhaus.

Eine zentrale Perspektive des Stücks eröffnet die Figur des jüdischen Lagerarztes Felix Hershkovitz, der Theresienstadt überlebt. Nach dem Krieg berichtet er den Töchtern von Ottla von seiner Begegnung mit ihrer Mutter. Grundlage der Inszenierung sind unter anderem erhaltene Briefe Ottlas an ihre beiden Mädchen, die Einblicke in ihre Gedanken, Hoffnungen und Entscheidungen unter den Bedingungen der nationalsozialistischen Verfolgung geben. In diesen Briefen wird die enge emotionale Bindung zu ihren Kindern ebenso sichtbar wie ihre Haltung angesichts der zunehmenden Entrechtung und Gewalt.

Dramatisch verdichtet sich die Handlung, als Ottla sich freiwillig meldet, um einen Transport jüdischer polnischer Kinder zu begleiten – in der Hoffnung, ihnen die Flucht nach Schweden oder in die Schweiz zu ermöglichen. Der Versuch von Felix Hershkovitz, sie davon abzuhalten und damit ihr Leben zu retten, bleibt erfolglos. Nach dem Krieg trifft er in Prag Ottlas Tochter Vera, die vergeblich nach dem Schicksal ihrer Mutter sucht.

Die Inszenierung verknüpft diese biografische Erzählung mit Zitaten und Motiven aus dem Werk Franz Kafkas. Ergänzt wird das Stück durch digitale Kunstzeichnungen zu einer überlieferten Begebenheit aus dem Leben Franz Kafkas und seiner Verlobten Dora Diamant. Diese Bilder werden in fünf Teilen erzählt und stehen auf einer Metaebene in Beziehung zu den Kindern im Waisenhaus von Theresienstadt. Alle drei Schwestern Franz Kafkas wurden in der Shoah ermordet.

Mit der Aufführung nähert sich das Theaterstück der Geschichte der Shoah über individuelle Biografien, familiäre Bindungen und moralische Entscheidungen. Es richtet den Blick auf eine Frau, deren Leben und Handeln exemplarisch für viele vergessene Opfergeschichten stehen, und stellt zugleich die Frage nach Verantwortung, Menschlichkeit und Erinnerungskultur in der Gegenwart.

Die Theateraufführung findet im Rahmen der Gedenkveranstaltungen des Vereins Weilburg erinnert e. V. zum Holocaust-Gedenktag statt. Die Theatervorstellungen 2026 werden durch den Beauftragten der Hessischen Landesregierung für Jüdisches Leben und den Kampf gegen Antisemitismus gefördert.

Termin: Dienstag, 27. Januar 2026, 19:30 Uhr (Einlass ab 19:00 Uhr)
Ort: Stadthalle Weilburg, Langgasse 25, 35781 Weilburg

Weitere Informationen und Tickets unter: https://www.weilburg-erinnert.de/events/theaterauffuehrung-ottla-franz-kafkas-lieblingsschwester-am-27-januar-2026-in-weilburg/

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