21.08.2026
Bei Gesprächen ging es um Personal, Polizeipräsenz und die aktuelle Kriminalitätslage
Polizeipräsident stellt sich Fragen zur Sicherheitslage in Limburg
Foto: Pixabay.com
Wie sicher ist Limburg? Diese Frage stand im Mittelpunkt eines Besuchs von Polizeipräsident Björn Gutzeit. Nach der aktuellen Diskussion über die Sicherheitslage in der Stadt sprach er mit Bürgern, politischen Gremien sowie Führungskräften und Beschäftigten der Polizeidirektion Limburg-Weilburg.
Gutzeit betonte dabei, dass Limburg trotz einer herausfordernden Einsatzsituation weiterhin eine sichere Stadt sei. Die Straßenkriminalität stagnierte im vergangenen Jahr, während die Gewaltkriminalität zurückging. Gleichzeitig stieg die Aufklärungsquote der Polizeidirektion Limburg-Weilburg von 61,4 auf 64,1 Prozent.
Das objektive Lagebild decke sich allerdings nicht in allen Bereichen mit dem Sicherheitsempfinden der Bevölkerung, räumte der Polizeipräsident ein. Deshalb sei ihm der direkte Austausch mit den Menschen vor Ort wichtig.
Keine Stellen im Streifendienst abgebaut
Auch die Personalsituation bei der Polizeistation Limburg war Thema. Nach Angaben der Polizei wurden im Wechselschichtdienst in den vergangenen Jahren keine Stellen abgebaut. Im August 2024 sei der Bereich sogar verstärkt worden. Zu Schwerpunktzeiten wurde die Mindestwachstärke um eine zusätzliche Streife erhöht.
Darüber hinaus soll künftig ein weiterer „Schutzmann vor Ort“ speziell für Limburg eingesetzt werden. Der Polizeiposten am Limburger Bahnhof sorgt bereits für zusätzliche sichtbare Präsenz in der Innenstadt und rund um den Bahnhof.
Zusätzlich können bei Bedarf Kräfte des Hessischen Polizeipräsidiums Einsatz sowie operative Einheiten der Kriminaldirektion des Polizeipräsidiums Westhessen eingesetzt werden.
Neue Strukturen bei der Kriminalitätsbekämpfung
Ein weiterer Punkt der Diskussion ist die landesweite Neuausrichtung der Kriminalitätsbekämpfung, bekannt als Projekt P25. Dabei wurden Aufgaben und Zuständigkeiten neu geordnet. Laut Polizei wurden jedoch keine Stellen aus dem Wach- und Wechselschichtdienst der Polizeidirektion Limburg-Weilburg verlagert.
Neu ist unter anderem ein zentraler Kriminaldauerdienst, der rund um die Uhr zur Verfügung steht. Er übernimmt beispielsweise die qualifizierte Tatortaufnahme und soll die örtlichen Dienststellen entlasten. Dadurch können operative Kräfte flexibler eingesetzt werden.
Mehr Austausch mit den Bürgern
Die Polizei will außerdem die direkte Ansprechbarkeit vor Ort weiter ausbauen. Neben den bisherigen drei „Schutzfrauen und Schutzmännern vor Ort“ im Zuständigkeitsbereich soll eine weitere Stelle speziell für Limburg geschaffen werden.
Auch Gesprächsformate wie „Coffee with a Cop“ sollen künftig häufiger stattfinden. Dabei können Bürger ihre Anliegen und Sorgen direkt mit Polizeibeamten besprechen.
„Sicheres Limburg“ soll weitergeführt werden
Für die Sicherheitsstrategie in Limburg setzt die Polizei zudem auf die Zusammenarbeit mit der Stadt und weiteren Partnern. Im Rahmen des KOMPASS-Programms wurden unter anderem eine Videoschutzanlage und eine Waffenverbotszone eingerichtet.
Zur gemeinsamen Konzeption „Sicheres Limburg“ gehören außerdem regelmäßige Präsenz- und Kontrolleinsätze, die sich an der jeweiligen Lage und bestimmten Delikten orientieren. Auch eine Arbeitsgruppe zum Thema Jugendbanden wurde eingerichtet.
Polizeipräsident Gutzeit kündigte an, den Dialog mit Bürgern und Polizeibeschäftigten fortzusetzen. Ziel sei es, zuzuhören, Entwicklungen einzuordnen und dort zu handeln, wo Handlungsbedarf bestehe.
Quelle:
Polizeidirektion Limburg-Weilburg