…in Sachen Kunst unterwegs zur WalderdorffGalerie -„Neue Vorbilder“ von Carl Pfeil

26.04.2026
53 Bilder
3.162
Lilly-Moments
Sortierung:
Bilder pro Seite:
15  30  60 

Bei einer Malerei wie der des jungen Südtirolers Carl Pfeil fällt schnell das Wort Abstraktion – doch was meinen wir eigentlich damit? Im strengen Wortsinn wäre ein Bild dann abstrakt, wenn es von einem Gegenstand ausgeht und ihn in die Form eines Bildes überträgt, ohne dass er dabei aufhört, als solcher erkennbar zu sein. In der Malerei meinen wir damit oft etwas ganz anderes: ein Sichtbares, das sich von dieser Frage vollständig gelöst hat – kein Bild von etwas, sondern ein Vor-Bild, das noch vor jeder Abbildung liegt. Ein Ideal, das seit Beginn der Moderne etliche Künstler beflügelt hat.

Doch letztlich hinterlässt jeder Pinselstrich auf einer Leinwand eine ganz buchstäbliche Spur, die uns – als Figuration einer Bewegung – zurückführt zur menschlichen Hand, die sie vollzog. So sehr man es auch versucht: Wir haben es bei der Abstraktion aus Sicht des Künstlers mit einer Sisyphusaufgabe zu tun.

Carl Pfeil weiß den Pinselstrich als Botschafter dieser unauflösbaren Verbindung zu würdigen, seinen Ausdruck zu zelebrieren, und positioniert seine Bilder bewusst in der Grauzone zwischen Gestik und Erzählung. Begleitet von existenziellen und lyrischen Herleitungen erzeugen sie einen offenen Raum für Erfahrung. Die Dynamik der Geste, die uns aus ihnen so kraftstrotzend entgegentritt, versteht sich nicht als Stellvertreter, sondern ist ganz bei sich selbst – und doch hinterlässt sie eine Spur, in die wir uns hineinversetzen können, die den inneren Unruhen des Künstlers direkt zu entstammen scheint und die unsere eigene, assoziative Logik unvermittelt in Gang wirft.

Die groben schwarzen Striche auf monochromen Gründen entwickeln sich auf unserer Seite des Erlebnisses zu einem inhaltlichen Konzentrat mit tausend Facetten. Da sind plötzlich Wege, Haken, Ausbuchtungen, Verfransungen, die sich durchdringen wie die Schriftzeichen einer längst vergessenen Sprache. Und immer wieder – als motivische Konstante: Kreuzungen. Mal solche, die wie konstruiert erscheinen, mal solche, die wie zufällig wirken und den Anschein erwecken, als seien sie nicht ohne Widerstände der beteiligten Pinsel entstanden. Da sind Relikte, wie die einer Reise, einer Lebensreise vielleicht; da ist ein ganzes Spektrum einzelner Stimmungen vor dem breit klingenden Hintergrund aus Blau, Rot, Lavendel.

So erleben wir diese Bilder im Zusammenspiel der einzelnen Striche wie im großen Ganzen: Kreuzungen im Sinne von Begegnungen – von dem einen Leben mit einem anderen, vom Inneren und dem Äußeren – und kreuzen uns immer wieder mit unseren eigenen inneren Vorbildern.

Wir freuen uns, Carl Pfeils Neue Vorbilder in einer Einzelausstellung erstmals in unserer Galerie in Molsberg präsentieren zu dürfen.

Text: Julius Tambornino 2026

Eine einzigARTige Ausstellung in Molsberg.
Lass dich inspirieren und fahr mal hin, Lilly

Emmanuel & Theresa Walderdorff
EWG Molsberg / Scheune - Hauptstr. 41
56414 Molsberg - www.walderdorff.net

80
81
85
68
81
72

Café & Bistro Altes aRthaus
Michael Abel

Marktplatz 3a, 35781 Weilburg
Telefon: 06471-6299388
Logo WWW WWW-Mitglied
Branchen: Bistro Café
77
79
64
76
68
75
67
71
67
57
62
60
51
46
51
51
56
52
49
51
44
55
37
48
45
46
43
54
47
44
50
43
46
47
46
44
42
44
45
41
61
48
36
42
34
34
35

Anzeige

Das Taunus-Wunderland mit Highlights für Groß und Klein.

TOP Galerien

TOP Nachrichten

Mittagstisch (22.10.2026)

Veranstaltung

Kunst gegen den Tod - Bilder aus Theresienstadt
Ausstellungsraum der Universitätsbibliothek Gießen | Mi., 14.10.2026 17:30 Uhr

Kunst als Akt des Widerstands: Eine Ausstellung über die Kraft der Kreativität und des inneren Widerstands in der Universitätsbibliothek Gießen mit künstlerischen Zeugnissen aus dem Ghetto Theresienstadt.

Ab dem 15. Oktober 2026 präsentiert die Gießener Universitätsbibliothek (UB) die Ausstellung „Kunst gegen den Tod. Bilder aus Theresienstadt“.

Die Wanderausstellung versammelt eindrucksvolle und erschütternde künstlerische Zeugnisse, die zwischen 1941 und 1945 im Ghetto Theresienstadt (Terezín) entstanden sind. Damit macht die Ausstellung eine der bewegendsten Formen des Widerstands gegen Unterdrückung und Entmenschlichung sichtbar: die Kunst als Akt des Überlebens und als Instrument der Erinnerung.

Zur feierlichen Eröffnung am 14. Oktober 2026, 17:30 Uhr im Ausstellungsraum der UB (Otto-Behaghel-Straße 8, 35394 Gießen) wird herzlich eingeladen.