…in Sachen Kunst unterwegs zur WalderdorffGalerie -„Neue Vorbilder“ von Carl Pfeil

26.04.2026
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Lilly-Moments
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Bei einer Malerei wie der des jungen Südtirolers Carl Pfeil fällt schnell das Wort Abstraktion – doch was meinen wir eigentlich damit? Im strengen Wortsinn wäre ein Bild dann abstrakt, wenn es von einem Gegenstand ausgeht und ihn in die Form eines Bildes überträgt, ohne dass er dabei aufhört, als solcher erkennbar zu sein. In der Malerei meinen wir damit oft etwas ganz anderes: ein Sichtbares, das sich von dieser Frage vollständig gelöst hat – kein Bild von etwas, sondern ein Vor-Bild, das noch vor jeder Abbildung liegt. Ein Ideal, das seit Beginn der Moderne etliche Künstler beflügelt hat.

Doch letztlich hinterlässt jeder Pinselstrich auf einer Leinwand eine ganz buchstäbliche Spur, die uns – als Figuration einer Bewegung – zurückführt zur menschlichen Hand, die sie vollzog. So sehr man es auch versucht: Wir haben es bei der Abstraktion aus Sicht des Künstlers mit einer Sisyphusaufgabe zu tun.

Carl Pfeil weiß den Pinselstrich als Botschafter dieser unauflösbaren Verbindung zu würdigen, seinen Ausdruck zu zelebrieren, und positioniert seine Bilder bewusst in der Grauzone zwischen Gestik und Erzählung. Begleitet von existenziellen und lyrischen Herleitungen erzeugen sie einen offenen Raum für Erfahrung. Die Dynamik der Geste, die uns aus ihnen so kraftstrotzend entgegentritt, versteht sich nicht als Stellvertreter, sondern ist ganz bei sich selbst – und doch hinterlässt sie eine Spur, in die wir uns hineinversetzen können, die den inneren Unruhen des Künstlers direkt zu entstammen scheint und die unsere eigene, assoziative Logik unvermittelt in Gang wirft.

Die groben schwarzen Striche auf monochromen Gründen entwickeln sich auf unserer Seite des Erlebnisses zu einem inhaltlichen Konzentrat mit tausend Facetten. Da sind plötzlich Wege, Haken, Ausbuchtungen, Verfransungen, die sich durchdringen wie die Schriftzeichen einer längst vergessenen Sprache. Und immer wieder – als motivische Konstante: Kreuzungen. Mal solche, die wie konstruiert erscheinen, mal solche, die wie zufällig wirken und den Anschein erwecken, als seien sie nicht ohne Widerstände der beteiligten Pinsel entstanden. Da sind Relikte, wie die einer Reise, einer Lebensreise vielleicht; da ist ein ganzes Spektrum einzelner Stimmungen vor dem breit klingenden Hintergrund aus Blau, Rot, Lavendel.

So erleben wir diese Bilder im Zusammenspiel der einzelnen Striche wie im großen Ganzen: Kreuzungen im Sinne von Begegnungen – von dem einen Leben mit einem anderen, vom Inneren und dem Äußeren – und kreuzen uns immer wieder mit unseren eigenen inneren Vorbildern.

Wir freuen uns, Carl Pfeils Neue Vorbilder in einer Einzelausstellung erstmals in unserer Galerie in Molsberg präsentieren zu dürfen.

Text: Julius Tambornino 2026

Eine einzigARTige Ausstellung in Molsberg.
Lass dich inspirieren und fahr mal hin, Lilly

Emmanuel & Theresa Walderdorff
EWG Molsberg / Scheune - Hauptstr. 41
56414 Molsberg - www.walderdorff.net

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Christopher Muth & Manuel Schneider

Limburger Straße 15 , 35781 Weilburg

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Mittagstisch (25.08.2026)

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In bilico
Rosenhang Museum | So., 21.6.2026 bis So., 20.9.2026 23:59 Uhr

Die umfangreiche Ausstellung des Künstlers Giuseppe Donnaloia präsentiert eine Reihe vorwiegend neuer Arbeiten in Malerei, Zeichnung und Skulptur.

Schon der Titel der Ausstellung „In bilco“ verweist auf Donnaloias inhaltlich-motivischen Schwerpunkt im Fokus von Mensch und Natur. Dabei kommen in metaphorischen Nuancen mittels Stil, Technik und Thematik meist Sinngehalte zum Tragen, die im Kontext von sensitiven Schwingungen und gesellschaftlichen Reflexionen angesiedelt sind. Auf dieser Meta-Ebene des existenziell Gestalthaften erzeugt Donnaloia Bilder, Zeichnungen und Skulpturen im Spannungsfeld von Figuration und abstrakter Geste. Neben ausgewählten Exponaten des Bilder-Zyklus „Rigeneratione Naturale“ zeigt auch eine Reihe von neuen Aktzeichnungen Donnaloias elementare Expressivität, die ganz im Zeichen der Reflexion über prekäre Gleichgewichte steht. Seine Bilder beanspruchen nicht selten kontemplative Züge, indem sie das sehnsuchtsvolle Abtauchen in die von Menschen dominierte Gefühlswelt veranschaulichen. Jedoch sind sie gleichermaßen zu lesen als ein sich aufbäumender Kraftakt, der mit den Instrumenten des Künstlers gegen die definitive Machtübernahme maschineller Rationalität ansteuert.

Donnaloia, 1967 in Duisburg geboren, erhielt seine künstlerische Ausbildung in Florenz und Monopoli, bildete sich anschließend in Köln zum Bronzegießer sowie zum Steinmetz und Steinbildhauer aus und lebt und arbeitet heute in Calci bei Pisa. Als Maler, Bildhauer und Restaurator verbindet er traditionelles künstlerisches Handwerk mit einer zeitgenössischen Formensprache. Seine Arbeiten zeichnen sich durch eine intensive Auseinandersetzung mit Material, Struktur und Wahrnehmung aus und bewegen sich zwischen handwerklicher Präzision, bildhauerischer Kraft und malerischer Eigenständigkeit. Seit 2022 lehrt Giuseppe Donnaloia zudem Bildhauerei an der Accademia di Belle Arti di Lecce.