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Bad Soden ist Starkregen-Hochburg

Seit Einführung der flächendeckenden Wetterradarmessung 2001 hat es in Hessen in der Spitze 52,8 Stunden Starkregen gegeben. Diesen Rekord hält Bad Soden am Taunus (PLZ 65812).

Weitere Starkregenregionen
Dahinter folgen Königstein am Taunus (PLZ 61462) mit durchschnittlich 36,6 Stunden und Lindenfels (PLZ 64678) im Kreis Bergstraße mit 30,7 Stunden. Das zeigt eine Auswertung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) für den Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

Hessen ist aufgrund seiner topographischen Lage besonders anfällig für schwere Unwetter.
„Die Nordränder der Mittelgebirge zählen grundsätzlich zu den gefährdetsten Gebieten in Deutschland“, sagt Andreas Becker, Klimaexperte beim DWD. Gleiches gelte für die Westhänge der Mittelgebirge sowie für das Alpenvorland.

Schwere Unwetter deutschlandweit gleich wahrscheinlich
In Bayern liegt auch der starkregenreichste Ort Deutschlands. In der Gegend um Aschau (PLZ 83229) im Landkreis Rosenheim gab es von 2001 bis 2017 insgesamt 115 Stunden heftige Niederschläge. Doch auch im Flachland kommt es regelmäßig zu Wolkenbrüchen. So liegt das am stärksten betroffene Postleitzahlgebiet außerhalb Bayerns in Berlin-Halensee (PLZ 10711) – mit 71 Starkregenstunden.

 „Starkregen kann jeden treffen.
Insbesondere die schweren Unwetter sind deutschlandweit in etwa gleich wahrscheinlich“, sagt DWD-Experte Becker. Insgesamt gab es seit 2001 bundesweit 43 Fälle, in denen Meteorologen von Jahrhundertstarkregen sprechen. 2014 traf es beispielsweise Münster in Nordrhein-Westfalen, im vergangenen Jahr das Umland von Berlin.

Nur ein Drittel der Häuser in Hessen gegen Starkregen versichert
Naturgewalten wie Sturm, Hagel oder Starkregen sorgen Jahr für Jahr in Deutschland für Milliardenschäden an Gebäuden oder Hausrat. Der Versicherungsschutz ist aber noch lückenhaft. „Erst 36 Prozent der Häuser in Hessen sind gegen Überflutungen durch Starkregen oder Hochwasser versichert. Das ist angesichts der zunehmenden Extremwetterereignisse eine besorgniserregende Zahl“, sagt Oliver Hauner, Experte für Sachversicherungen beim GDV.

Hagel und Sturm von einer normalen Wohngebäude- oder Hausratpolice abgedeckt
Während Zerstörungen durch Hagel und Sturm von einer normalen Wohngebäude- oder Hausratpolice abgedeckt sind, braucht es für Überschwemmungsschäden den erweiterten Naturgefahrenschutz. Diesen gibt es als Zusatzbaustein zur Wohngebäude- oder Hausratversicherung. „Für fast alle Gebäude in Hessen ist der Abschluss einer solchen Police problemlos möglich“, betont Hauner.

Die 10 starkregenreichsten Gebiete in Hessen:

  1. Bad Soden am Taunus
  2. Königstein am Taunus
  3. Lindenfels              Bergstraße
  4. Darmstadt
  5. Kelkheim (Taunus)
  6. Abtsteinach            Bergstraße
  7. Darmstadt-Bessungen             
  8. Frankfurt am Main (Gutleutviertel, Gallus, Westend-Süd)
  9. Kronberg am Taunus              
  10. Mühltal            Darmstadt-Dieburg


Zur Methodik:
Für die Auswertung wurden quadratkilometergenau die Niederschlagszeiten von 2001 bis 2017 erfasst, in denen der Regen die DWD-Unwetterwarnstufe 3 für Starkregen überschritt. Dies ist bei mehr als 25 Liter pro Quadratmeter in einer Stunde oder mehr als 35 Liter pro Quadratmeter in sechs Stunden der Fall. Anschließend wurden die Messwerte auf 8.100 Postleitzahlengebiete übertragen, und für jedes Gebiet ein Durchschnittswert der Starkregenstunden errechnet.

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