17.02.2026

Sonnenschein und gute Laune begleiteten Faschingsumzug und närrischen Rathaussturm

Ausgelassene Stimmung an Rosenmontag in Weilburg

Foto: Weilburg-TV

In der Nacht vor Rosenmontag hatte Frau Holle es ernst gemeint mit Weilburg. Dicke Flocken wirbelten durch die Altstadt und so mancher fragte sich beim Blick gen Himmel, ob der närrische Lindwurm diesmal wohl mit Schneeschiebern ausrücken müsse. Doch pünktlich zum Start geschah das, was man nur als karnevalistisches Wunder bezeichnen kann: Die Wolken rissen auf, die Sonne strahlte vom Himmel, als hätte sie persönlich den Wetterbericht umgeschrieben. Ein Raunen ging durch die Menge – „Anscheinend ist der Herrgott ein Weilburger!“

Der närrische Lindwurm setzte sich in Bewegung, schlängelte sich sonnenglitzernd durch die Straßen, während Kinder Kamelle sammelten und Erwachsene ihre gute Laune. Auf dem Marktplatz versammelten sich Garden, Musikzüge, fantasievoll kostümierte Fußgruppen und Wagen. Zwischen Piraten und Prinzessinnen wurde geschunkelt, gelacht und mit ausreichend Stimmbändern ausgestattet lautstark das eingefordert, was an diesem Tag oberste närrische Pflicht ist: der Rathausschlüssel.

Mit Kanonendonner und Helau bebte der Platz. Oben auf dem Balkon zeigte sich der Bürgermeister, geschniegelt und fest entschlossen, den Schlüssel nicht kampflos herzugeben. Neben ihm der Magistrat, der vergeblich versuchte, staatsmännisch zu wirken, während unten bereits die verbale Belagerung begann. Allen voran der närrische Rädelsführer Kai Kremer, der mit spitzer Zunge, treffsicheren Kommentaren und ordentlich Lautstärke klarmachte, dass Widerstand zwecklos ist.

Schließlich kapitulierte das Stadtoberhaupt unter tosendem Jubel und übergab die Schlüsselkarte – wenn auch mit einem Augenzwinkern. Was folgte, war eine wahrhaft herzliche Niederlage: Der Bürgermeister verteilte Küsschen in alle Richtungen, heftete großzügig Orden an Uniformen, Kostüme und vermutlich auch an verdutzte Passanten, und bewies damit, dass man Macht auch mit Humor verlieren kann. Am Ende zog es die bunte Schar in die Stadthalle, wo das närrische Regiment nahtlos weiterging. So zeigte sich einmal mehr: In Weilburg hat der Rosenmontag Tradition, Temperament und offenbar einen direkten Draht nach oben.

Quelle: Sabine Gorenflo DJV


TOP Nachrichten

Veranstaltung

Chorkonzert im Dom zu Wetzlar
Wetzlarer Dom | So., 22.2.2026 17:00 Uhr

Der Landesjugendchor Hessen bringt am Sonntag, dem 22. Februar um 17 Uhr mit Regionalkantor Tobias Orzeszko ein atmosphärisches Programm zur Aufführung. Eintritt frei.

Am Sonntag, dem 22. Februar 2026, um 17 Uhr lädt der Landesjugendchor Hessen zu einem besonderen Chorkonzert im Dom zu Wetzlar. Unter dem Titel „Zu unseren Zeiten – Zeit und Ewigkeit“ entfaltet das Programm einen musikalischen Tageslauf vom ersten Licht des Morgens bis in die Ruhe der Nacht und verbindet dabei Klänge des Vergänglichen mit Momenten der spirituellen Tiefe.

Zu hören sind unter anderem György Ligetis klangstarke Vertonungen zweier Gedichte von Sándor Weöres, Josef Gabriel Rheinbergers „Morgengesang“ und sein berühmtes „Abendlied“, Gustav Mahlers „Urlicht“ in der Bearbeitung von Clytus Gottwald sowie zeitgenössische Werke von Benedikt Burghardt und Pärt Uusberg. Das Programm spannt einen farbenreichen Bogen über Epochen und Stile, mit starker inhaltlicher Verbindung von Tageszeiten und spirituellen Dimensionen.

Die Leitung des Konzertes übernimmt Tobias Orzeszko, der aus Weilburg stammt, selbst im Landesjugendchor Hessen gesungen hat und das Ensemble in den vergangenen Jahren als musikalischer Assistent begleitet hat. Seit Sommer 2025 ist er Regionalkantor in Bad Homburg und verbindet in seiner Arbeit fundierte Chorerfahrung mit großer musikalischer Ausdruckskraft.

Der Landesjugendchor Hessen ist ein Auswahlensemble für Gesangstalente zwischen 16 und 27 Jahren aus ganz Hessen. Mehrmals im Jahr treffen sich die jungen Sängerinnen und Sänger zu intensiven Probenphasen und erarbeiten geistliche wie weltliche Chormusik auf künstlerisch hohem Niveau.

Der Eintritt zum Konzert ist frei, Spenden sind willkommen.

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