17.07.2026

Einzigartiges „Stillleben-Alphabet“ ist im Mittelpunkt

Ausstellung zum 100. Geburtstag von Hermann Krupp eröffnet

Freuen sich über die neue Ausstellung im Kreishaus in Limburg (von links): Der Weinbacher Bürgermeister Christian Harms, die Tochter des Künstlers, Dr. Ingrid Krupp M.A., Landrat Michael Köberle, der Weilburger Bürgermeister a.D., Hans-Peter Schick, und der Elkerhäuser Ortsvorsteher Martin Hainz. Foto: Landkreis Limburg-Weilburg

Im Kreishaus in Limburg läuft derzeit eine neue Ausstellung aus der beliebten Reihe „Kunst im Kreishaus“. Landrat Michael Köberle eröffnete im Rahmen einer gut besuchten Vernissage die Präsentation „Stillleben-Alphabet und andere Köstlichkeiten“ zum 100. Geburtstag von Kunstmaler Hermann Krupp. „Es ist für das kulturelle Leben in unserer Region sehr wichtig, dass die Freundinnen und Freunde der Kunst zusammenkommen, um die ausgestellten Werke hautnah zu erleben und einen direkten Austausch mit anderen Kulturinteressierten zu pflegen. Mehr als 50 Werke von Hermann Krupp sind bis September 2026 hier bei uns im Kreishaus zu sehen, worüber ich mich sehr freue“, so Landrat Köberle bei der Eröffnung, zu der er auch die Tochter des 2019 verstorbenen Künstlers, Kunsthistorikerin Dr. Ingrid Krupp M.A., begrüßen durfte. Im Mittelpunkt dieser Ausstellung steht das einzigartige „Stillleben-Alphabet“, das die Buchstaben des Alphabets aus maßstäblichen Miniaturen von Gegenständen bildet, deren Begriff mit dem jeweiligen Buchstaben beginnt. 

Hermann Krupp wurde 1926 in Hofheim am Taunus geboren. Das Talent zum Malen und Zeichnen hat er von seinem Großvater, Andreas Landler, geerbt. Schon mit 13 Jahren entstanden eigenständige Studien von der Natur. Aus diesen jugendlichen Anfängen entwickelten sich durch kontinuierliche Weiterbildung die Voraussetzungen für das Studium an der Städelschule, der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste in Frankfurt am Main. Hermann Krupp belegte die Fächer Freie Malerei und Wandtechniken bei Professor Albert Burkart von 1948 bis 1956. Von 1957 bis zu seinem Lebensende 2019 arbeitete er als freischaffender Maler. Hermann Krupp beteiligte sich an zahlreichen bedeutenden Ausstellungen: an der Biennale in Paris, in Kanada, Südfrankreich, Frankfurt, am Grand Prix in Spa, an Ausstellungen in Hamburg, Nürnberg, Berlin, München, Lucca sowie am Kunstpreis in Esslingen. Seine erste Einzelausstellung fand 1963 in der Galerie am Dom in Frankfurt am Main statt. Hierzu sendete der Hessische Rundfunk damals sogar einen Film in der Hessenschau, den man in der ARD-Mediathek unter HR-Retro sogar heute noch aufrufen kann. Es folgten zahlreiche weitere Einzelausstellungen in Berlin, Brüssel, Hofheim, Frankfurt am Main, bei der Marielies-Hess-Stiftung im Hessischen Rundfunk, in der Fraport-Galerie des Frankfurter Flughafens, in der Kunsthalle Gießen, in Hof, Kassel, Weilburg und Wiesbaden.  

Seine Werke befinden sich in vielen öffentlichen und privaten Sammlungen im In- und Ausland. Hermann Krupp erfand 1962 die Kindermalschule, 1966 gründete er seine „galerie 66 h.g.krupp“ in Hofheim am Taunus. Von 1986 bis 2013 führte er sie als „Galerie H.G. Krupp“ im Galeriehaus Schloss Elkerhausen weiter. Seine Fähigkeiten als Maler und Restaurator stellte Hermann Krupp hier in den Dienst einer guten Sache, denn von 1980 bis 2011 unterstützte er seine Tochter Dr. Ingrid Krupp M.A. bei der Rettung des Denkmals Schloss Elkerhausen und schuf 2003 am dortigen Galeriehaus ein 150 Quadratmeter großes Wandgemälde-Triptychon auf drei Seiten des Nebengebäudes.

Als Musiker hinterlässt Hermann Krupp zahlreiche Kompositionen, unter anderem den Hofheimer Fastnachtsmarsch von 1947, der einige Jahre erfolgreich gespielt wurde, oder die 1991 von ihm am Klavier mitgestaltete Uraufführung seiner Gesamtkomposition des Festspiels in 7 Bildern zur 800-Jahrfeier des Dorfes Elkerhausen.

Zu seinem 85. Geburtstag erhielt Hermann Krupp 2011 den Ehrenteller des Landkreises Limburg-Weilburg aus den Händen des damaligen Kreistagsvorsitzenden Robert Becker.

Die Werke von Hermann Krupp sind zu den Öffnungszeiten – montags bis mittwochs von 8 bis 17 Uhr, donnerstags von 8 bis 18 Uhr und freitags von 8 bis 13 Uhr – im Kreishaus in Limburg zu sehen.  

Quelle: Landkreis Limburg-Weilburg


TOP Nachrichten

Veranstaltung

Ich liebe Worte
Rosenhang Museum | Do., 9.7.2026 bis Di., 21.7.2026 23:59 Uhr

SAXA Wortmalerei

27.05.1975 geboren in Siegen (NRW), 81-94 Schulen in Niederweimar und Marburg/Lahn | Abitur, 94-95 Zivildienst (individuelle Schwerstbehindertenbetreuung), 95-97 Bauleitungsassistent in Architekturbüro in Gießen, 97-04 Studium der Humanmedizin an der Uni Köln | 3. Staatsexamen, 03-06 Dissertation in der Kinder- und Jugendpsychiatrie | Promotion, ab 05 Künstler und Autor

Ausstellung: „Ich liebe Worte“ – SAXA

Worte können flüstern, schreien, verführen oder verletzen. In seiner neuen Ausstellung „Ich liebe Worte“ widmet sich der Künstler SAXA der Kraft der Sprache – ihrer Schönheit, ihrer Mehrdeutigkeit und ihrem Einfluss auf unser Denken und Fühlen.

Mit einer spannenden Mischung aus Bild, Text und experimentellen Formen erkundet SAXA, wie Worte Bilder erschaffen und wie Bilder selbst zu Worten werden können. Seine Arbeiten spielen mit Fragmenten, Zitaten und eigenen poetischen Setzungen. Mal sind sie laut und provokant, mal leise und nachdenklich – immer jedoch laden sie dazu ein, Sprache neu zu sehen und zu erleben.

Die Ausstellung eröffnet einen Raum, in dem Sprache nicht nur gelesen, sondern gespürt werden kann. Besucherinnen und Besucher sind eingeladen, sich zwischen Zeichen, Bedeutungen und Emotionen zu bewegen und die persönliche Beziehung zu Worten zu entdecken.

„Ich liebe Worte“ ist eine Hommage an die Sprache – und an die unendlichen Geschichten, die sie in sich trägt.

Neben seiner künstlerischen Tätigkeit engagiert sich SAXA auch im Bildungsbereich. Mit seinem Projekt „SAXA macht Schule“ bringt er seine kreative Arbeitsweise direkt in Klassenzimmer. Ziel ist es, Kinder und Jugendliche für Kunst, Sprache und die eigene Handschrift zu begeistern.

Im Rahmen des Projekts gestalten Schülerinnen und Schüler gemeinsam ein großformatiges Kunstwerk. Ein Motiv wird dabei in viele kleine Felder aufgeteilt, die von den Kindern individuell gestaltet werden – mit eigenen Worten, Gedanken oder kurzen Texten. Am Ende werden alle Teile zu einem großen Gesamtbild zusammengesetzt, das die Vielfalt der Beiträge sichtbar macht.

Das Projekt verbindet künstlerische Kreativität mit pädagogischen Zielen: Es stärkt Selbstvertrauen, fördert Teamarbeit und zeigt den Schülerinnen und Schülern, dass ihre eigenen Gedanken Teil eines größeren Ganzen werden können. Da die so entstandenen Kunstwerke in der Regel anschließend dauerhaft in den Bildungseinrichtungen installiert werden, handelt es sich um gemeinsame kreative Erlebnisse, die im wahrsten Sinne des Wortes hängen bleiben.

Mit seiner Kunst und seinem Engagement schlägt SAXA eine Brücke zwischen Kunst, Sprache und gesellschaftlicher Teilhabe – und zeigt eindrucksvoll, wie kraftvoll Worte sein können.

Der Eintritt in die Ausstellung ist frei.

Vernissage 12.07.2026, 14 h

Es spricht Christina zu Mecklenburg, Kunsthistorikerin aus Bonn, und SAXA liest zu seinen Bildern

19.07.2026, 13-17 h

Man kann die Bilder geschmacklich probieren. Bilder sind mit Wein erstellt.
Das PIPPI Projekt (SAXA macht Schule wird vorgestellt)
Buchvorstellung (Neues Buch mit allen Werken und Texten, erschienen November 2025)

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