23.09.2026

Historische Klinikkapelle wird zum Lern- und Erinnerungsort

Ein besonderer Ort der Erinnerung in Weilmünster

Foto: Weilburg-TV

Auf dem Gelände der Vitos-Klinik wurde die historische Klinikkapelle nach umfangreicher Sanierung zu einem Lern- und Erinnerungsort. Eine neue Dauerausstellung erinnert an die Opfer der NS-Krankenmorde.

Beim Festakt war das Interesse groß. So groß, dass selbst das zusätzlich aufgebaute Zelt neben der Kapelle nicht für alle Besucher ausreichte. Der Verein „Weilburg erinnert“ hat das Projekt gemeinsam mit Vitos, der Gedenkstätte Hadamar, weiteren Institutionen, Förderern und zahlreichen Ehrenamtlichen auf den Weg gebracht.

Der Ort hat eine besondere Bedeutung. Denn hier, in der damaligen Landesheil- und Pflegeanstalt Weilmünster, wurden während der NS-Zeit mehr als 3.000 Menschen Opfer von Hunger, Vernachlässigung und gezielten Tötungen. Tausende weitere Patientinnen und Patienten wurden von Weilmünster in die Tötungsanstalt Hadamar deportiert und dort ermordet.

Die Ausstellung stellt dabei nicht nur Zahlen und Fakten in den Mittelpunkt. Sie erzählt von den Menschen hinter diesen Zahlen – von ihren Lebensgeschichten und Schicksalen.

Historische Dokumente, Fotos und digitale Angebote machen die Geschichte des Ortes nachvollziehbar. Ein digitales Gedenkbuch erinnert an die Opfer. Auch junge Menschen sollen sich künftig mit der Geschichte auseinandersetzen. Führungen, Workshops und Bildungsangebote sind geplant. Finanziert wurde das Projekt durch Spenden und Fördermittel sowie mit Unterstützung von Vitos. Insgesamt flossen rund 265.000 Euro in Sanierung, Ausstellung und Ausstattung.

Mit der Eröffnung endet die Erinnerungsarbeit nicht. Die historische Kapelle soll ein lebendiger Lernort werden – und daran erinnern, wohin Ausgrenzung, Entmenschlichung und die Missachtung von Menschenwürde führen können.

Lahntal-Fernsehen hat beim Festakt mit dem Vorstand von „Weilburg erinnert“ über die Entstehung des Projektes und die Bedeutung dieses besonderen Erinnerungsortes gesprochen.

Quelle: Sabine Gorenflo DJV