26.01.2026

Jahresempfang der Wirtschafts-Werbung Weilburg

Gemeinsam gegen Leerstand, mit Zuversicht in die Zukunft

Foto: Oberlahn.de

Über 80 Gäste diskutieren Zukunft von Innenstadt und regionaler Wirtschaft und bekamen Lösungen, wie man junge Menschen für eine Ausbildung begeistern kann

Der Jahresempfang der Wirtschafts-Werbung Weilburg (WWW) ist traditionell der Auftakt ins neue Geschäftsjahr – und auch 2026 stand dieser ganz im Zeichen des Austauschs über die Zukunft der Stadt und der Region. Über 80 Gäste aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft folgten der Einladung in das Hotel Lahnschleife und nutzten die Gelegenheit zum Dialog.

Herausforderungen im Einzelhandel: Wandel statt Stillstand

In seiner Begrüßungsrede machte der Vorsitzende der WWW, Wolfgang Eck, deutlich, vor welchen Herausforderungen insbesondere der Einzelhandel in der Weilburger Innenstadt steht. Geschäftsaufgaben, Leerstände und Frust im Einzelhandel seien Entwicklungen, die nicht nur Weilburg, sondern viele Städte betreffen. Die Schließung von Innenstadtgeschäften wie dem Kindergeschäft „Kleiner Lorbass“ und Copy & Print, die Ankündigung von Schuhmaxx Ende des Jahres zu schließen sind schon Warnsignale – auch wenn hinter jeder Entscheidung sicher sehr individuelle und persönliche Gründe stecken. Aber auch der Onlinehandel, verändertes Konsumverhalten, Bequemlichkeit schwächen die regionale Wirtschaft. „20 Kleidungsstücke bestellen, 19 zurückschicken – das ist für viele normal geworden. Das schwächt den Handel vor Ort, kostet Arbeits- und Ausbildungsplätze“, so Eck.

Dabei machte er klar: „Die Innenstadt stirbt nicht – sie verändert sich.“ Entscheidend sei, diesen Wandel aktiv zu gestalten, anstatt ihn zu beklagen.

Neue Perspektiven für Innenstädte und Leerstände - Räume neu denken, nicht nur neu vermieten

Eck plädierte dafür, Innenstädte neu zu denken: mehr Erlebnis, Begegnung, Dienstleistung und Genuss seien zentrale Erfolgsfaktoren moderner Stadtzentren. Leerstand sei kein Makel, sondern eine Herausforderung – und zugleich eine Chance, neue Nutzungskonzepte zu entwickeln.

Voraussetzung dafür sei jedoch das Zusammenspiel aller Beteiligten: Eigentümer, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Dauerhafter Leerstand ist eine verpasste Chance – für alle.

IHK: Anspruchsvolle Rahmenbedingungen erfordern Zusammenarbeit

In ihrem Grußwort unterstrich Monika Sommer, Hauptgeschäftsführerin der IHK Limburg-Weilburg, dass die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen derzeit anspruchsvoll seien. Der Strukturwandel im Handel sei Realität und nicht umkehrbar. Umso wichtiger sei es, gemeinsam tragfähige Zukunftsstrategien zu entwickeln.

Vernetzung, Kooperation und ein positiver Blick nach vorn seien dabei entscheidende Faktoren für eine stabile wirtschaftliche Entwicklung der Region.

Stadt Weilburg: Pragmatismus statt Perfektion

Auch Heinz Schweitzer, Erster Stadtrat der Stadt Weilburg, schlug in seiner Ansprache ähnliche Töne an. Der durch den Onlinehandel beschleunigte Strukturwandel sei unumkehrbar. Aufgabe von Politik und Verwaltung sei es nun, pragmatische Rahmenbedingungen zu schaffen, die neue Ideen und Konzepte ermöglichen.

WWW als Netzwerk und Impulsgeber der Region

Ein positives Signal setzte die Wirtschafts-Werbung Weilburg mit Blick auf ihre eigene Entwicklung: In den vergangenen zwei Jahren konnten 17 neue Mitgliedsunternehmen gewonnen werden. Gleichzeitig verschwieg Wolfgang Eck nicht, dass es auch Austritte und Geschäftsaufgaben gegeben habe – insbesondere in der Innenstadt.

Gerade diese Offenheit sei notwendig, um realistische Lösungen zu entwickeln und den Strukturwandel aktiv zu begleiten.

Fachkräftesicherung im Fokus: Impulsvortrag von Osman Citir

Den fachlichen Impuls des Vormittags lieferte Osman Citir, Jugendcoach, Buchautor und Gründer von praktikumskompass.de. In seinem kurzweiligen und praxisnahen Vortrag zeigte er auf, wie modernes Ausbildungsmarketing und Mitarbeitergewinnung über Praktika erfolgreich gelingen können – ein Thema, das viele Unternehmen derzeit intensiv beschäftigt.

Zum Abschluss dankte Wolfgang Eck allen Gästen, Mitwirkenden und Unterstützern. Sein Fazit: Die Zukunft der Innenstadt und der Region sei eine gemeinsame Aufgabe. Nicht Nostalgie, sondern Mut, Kooperation und Verantwortungsbewusstsein seien gefragt.

Dann könne Weilburg auch in Zeiten des Wandels ein attraktiver Ort zum Leben, Arbeiten und Wirtschaften bleiben.

Osman Citir, Wolfgang Eck, Monika Sommer und Heinz Schweitzer. Foto: Oberlahn.de
Foto: Oberlahn.de

Quelle: Oberlahn.de


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Veranstaltung

Entwidmung des Hauses der Begegnung
Haus der Begegnung Selters | So., 1.2.2026 10:00 Uhr

Am Sonntag, 01. Februar um 10 Uhr feiern wir den letzten Gottesdienst im Haus der Begegnung. An diesem Tag wird das Gemeindehaus entwidmet.

Eingeladen sind alle, die mit diesem Haus Erinnerungen verbinden:
Menschen, die hier gebetet, gefeiert, gelacht, getrauert, Gemeinschaft erlebt und Glauben geteilt haben. Dieser Gottesdienst gibt Raum für Dankbarkeit, Abschied und für das, was unausgesprochen im Herzen geblieben ist.

Im Verlauf des Gottesdienstes wird das Gemeindehaus symbolisch verlassen. Ein sichtbares Zeichen dafür, dass eine Zeit zu Ende geht. Das Kreuz aus dem Haus der Begegnung wird dabei aufgenommen und gemeinsam in die Evangelische Kirche getragen. Dort findet der Gottesdienst seinen Abschluss.

So verbindet sich Abschied mit Aufbruch: Was dieses Haus geprägt hat, wird nicht zurückgelassen, sondern geht mit – als Zeichen des Glaubens, der Menschen und Orte überdauert.

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