06.11.2026

Mit Tiger, Bär und „Oh, wie schön ist Panama“ begeisterte der Künstler Generationen von Kindern und Erwachsenen

Janosch ist tot: Schöpfer der Tigerente mit 95 Jahren gestorben

Horst Eckert (Janosch) ist im Alter von 95 Jahren gestorben. Foto: SWR

Der Schriftsteller und Illustrator Janosch ist tot. Der unter seinem Künstlernamen bekannte Horst Eckert starb am 3. November 2026 im Alter von 95 Jahren auf Teneriffa. Das bestätigte sein Tübinger Verleger Bernhard Feil der Deutschen Presse-Agentur.

Mit Figuren wie Tiger, Bär und der Tigerente schuf Janosch eine unverwechselbare Welt, die Generationen geprägt hat. Besonders bekannt wurde er durch sein Kinderbuch „Oh, wie schön ist Panama“. Seine Geschichten handeln von Freundschaft, Neugier, Mut und Zusammenhalt. Mit viel Humor, liebevollen Zeichnungen und einer oft tiefgründigen Botschaft begeisterte er kleine und große Leser.

Auch im deutschen Fernsehen hinterließ Janosch bleibende Spuren: Der nach seiner berühmten Figur benannte „Tigerenten Club“ gehört seit 1996 zu den bekanntesten Kindersendungen und wird im Ersten sowie bei KiKA ausgestrahlt.

SWR-Intendant Kai Gniffke würdigte den Künstler als jemanden, dessen Geschichten die Kindheit und das Erwachsenwerden vieler Menschen geprägt hätten. Janoschs Werke hätten dazu ermutigt, die Welt mit offenen Augen und einem warmen Herzen zu betrachten. Die Tigerente sei längst Teil des kollektiven Gedächtnisses.

Geboren wurde Janosch 1931 als Horst Eckert. Seine Kindheit verbrachte er zu großen Teilen in Oberschlesien, im heutigen Polen. Armut, Gewalt und die Alkoholsucht seines Vaters prägten diese Zeit. Seine liebevollen Kindergeschichten bildeten dazu einen bewussten Gegenentwurf. In seinen Werken für Erwachsene verarbeitete er dagegen auch die schwierigen Erfahrungen seiner Kindheit, unter anderem im Roman „Cholonek oder der liebe Gott aus Lehm“.

Der SWR möchte Janoschs Vermächtnis weitertragen: Kinder ernst nehmen, ihre Neugier fördern, ihnen Mut machen und Geschichten erzählen, die Herz und Verstand gleichermaßen ansprechen.


Mittagstisch (06.11.2026)

TOP Nachrichten

Veranstaltung

ZWEI PERSPEKTIVEN auf Gefühl und Form
Rosenhang Museum | Do., 29.10.2026 bis Mo., 9.11.2026 23:59 Uhr

Mit der Ausstellung „ZWEI PERSPEKTIVEN – auf Gefühl und Form“ begegnen sich zwei eigenständige künstlerische Handschriften, die unterschiedlicher kaum sein könnten und sich dennoch auf besondere Weise ergänzen.

Iris Witzani ist Diplom-Psychologin und widmet sich seit vielen Jahren mit großer Leidenschaft der abstrakten Malerei. Ihre Werke entstehen überwiegend intuitiv und leben von Farbe, Struktur und Emotion. Schicht für Schicht entwickelt sie Bilder, die Raum für eigene Gedanken und Interpretationen lassen. Dabei kombiniert sie Acrylfarben mit verschiedenen Materialien und schafft Arbeiten, die sowohl Ruhe als auch Dynamik ausstrahlen. Ihre intensive Auseinandersetzung mit dem Menschen, seinen Gefühlen und seiner Wahrnehmung findet sich dabei immer wieder – mal deutlich, mal ganz subtil – in ihren Bildern wieder.

Raimund Kellmann absolvierte eine kunstpädagogische Ausbildung und arbeitete über viele Jahre als Heilpraktiker für Psychotherapie. In dieser Zeit begleitete er Menschen in der Gesprächstherapie und gewann tiefe Einblicke in zwischenmenschliche Beziehungen, Lebensgeschichten und persönliche Entwicklungen. Diese Erfahrungen fließen heute, oft unbewusst, in seine künstlerische Arbeit ein.

Seine Werke entstehen überwiegend als Mixed-Media-Arbeiten. Unterschiedlichste Materialien, Strukturen und Farbschichten werden immer wieder verändert, ergänzt oder reduziert. Dadurch entwickeln die Bilder ihre eigene Geschichte und laden dazu ein, immer neue Details und Zusammenhänge zu entdecken.

Beide Künstler leben und arbeiten in Ehringshausen in Mittelhessen. Trotz ihrer unterschiedlichen Herangehensweisen verbindet sie die Freude am Experimentieren sowie der Wunsch, Menschen mit ihrer Kunst zu berühren, zum Nachdenken anzuregen und Raum für eigene Interpretationen zu schaffen.

Die Ausstellung versteht sich als atmosphärische Kunstreise. Sie lädt dazu ein, sich Zeit zu nehmen, Bilder auf sich wirken zu lassen und eigene Geschichten darin zu entdecken. Bewusst verzichten die Werke auf eindeutige Antworten – sie möchten Fragen stellen, Erinnerungen wecken und unterschiedliche Sichtweisen zulassen.

Ergänzend bieten QR-Codes an ausgewählten Werken einen Blick hinter die Kulissen. Besucherinnen und Besucher erfahren mehr über die Entstehung einzelner Bilder, die Gedanken der Künstler und den kreativen Prozess. So zeigt die Ausstellung, dass sich Kunst und moderne Technik nicht ausschließen, sondern einander bereichern können, wenn sie den Zugang zur Kunst vertiefen und nicht von ihr ablenken.

Vernissage 01.11.2026, 14 h

Die Künstler sind während der Ausstellung werktags jeweils ab 15:00 Uhr sowie an den Wochenenden ganztägig persönlich anwesend und freuen sich auf Gespräche mit den Besucherinnen und Besuchern.

Eintritt frei.

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