31.05.2026

Für mehr Verständnis für den Wald

NABU Essershausen auf Exkursion mit den Förstern

Johanna Heep (rechts) erklärt die Umgebung NABU Essershausen

Försterin Johanna Heep und Förster Alfred Ahaus führten eine informative Exkursion an einem Samstag durch, der mit dem Schönsten Wetter gesegnet war. Die NABU Essershausen hatte eingeladen, und zahlreiche Interessierte folgten der Einladung, um mehr über den Wald, seine Schutzwerte und die aktuelle Entwicklung in den Forstgebieten zu erfahren. Von Beginn an zeichneten sich klare Botschaften ab: Der Wald ist lebendig, wandelbar und von großem Wert für Mensch und Natur gleichermaßen.

Schon beim Start stand die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen Forstbehörde und Naturschutzvereinen im Mittelpunkt. NABU-Vorsitzender Christoph Gatth hob in seiner Begrüßung die gute Kooperation mit der Forstbehörde hervor und betonte, dass nur gemeinsames Handeln die Herausforderungen des Waldes effektiv bewältigen könne. Das Gelingen der Exkursion lag deshalb auch in der engen Abstimmung der Akteure, die Fachwissen, Praxisnähe und Naturschutzperspektiven sinnvoll miteinander verknüpften.

Im Fokus der Führungen standen vor allem die Großen Werte der FFH-Gebiete – Flora, Fauna und Habitat. Die Teilnehmer erhielten zahlreiche Informationen rund um den Wald: Welche Arten besonders geschützt sind, wie Lebensräume entstehen und wie sich Tier- und Pflanzenwelt verzahnt. Besonders deutlich wurde, wie wichtig Vielfalt und Strukturreichtum in Waldböden, in der Baumschicht sowie im Totholz sind, um zahlreichen Arten einen Lebensraum zu bieten. Die Führenden erläuterten, wie der Waldbestand durch geeignete Maßnahmen stabilisiert werden kann und welche Rolle biologische Vielfalt für das ökologische Gleichgewicht spielt.

Ein bedeutendes Thema war die Anpassung an den Klimawandel, der nicht nur bei den Fichten sichtbar ist. Die Experten-Infos machten deutlich, dass der Klimawandel auch Schädlinge begünstigen kann, die inzwischen verstärkt an Eichen und Buchen auftreten. Solche Beobachtungen führen zu einem überlegten Umgang mit dem Bestandsaufbau: Die Wiederbepflanzung zielt auf standortpassende Bäume ab, die besser auf veränderte Klima- und Bodenbedingungen reagieren können. Dabei wurden bewusst Maßnahmen vorgestellt, die die Widerstandskraft des Waldes erhöhen, ohne dabei die natürliche Vielfalt zu vernachlässigen.

Auch praktische Aspekte kamen nicht zu kurz: Die Exkursion gab Einblicke in die Bedeutung von Eichen- und Buchenbeständen, deren Anfälligkeiten gegenüber Schädlingen und Trockenstress erläutert wurden. Die Teilnehmenden erhielten Hinweise, wie der Wald durch standortgerechte Pflanzungen und nachhaltige Waldbewirtschaftung langfristig gestärkt werden kann. Die Thematik der Schädlingsbekämpfung – natural und gezielt – war ebenfalls Anknüpfungspunkt für lebhafte Diskussionen und interessierte Nachfragen aus dem Publikum.

Für die Rast sorgte eine bewährte Stärkung: Selbstgemachte Holunderbeerschorle wurde angeboten, begleitet von kurzen Pausen, in denen man sich austauschen und Eindrücke sammeln konnte. Die Pause bot Raum für Gespräche über die ökologische Bedeutung von Eichen- und Buchenbeständen, für persönliche Erfahrungen im Wald und für Anregungen, wie man das Erlebte im Alltag besser verankern kann.

Am Ende der Exkursion wurde deutlich, dass solche Veranstaltungen dem öffentlichen Verständnis des Waldes dienen und die Wertschätzung der Natur erhöhen. Die Kombination aus fachlicher Information, praktischen Hinweisen und persönlichem Austausch machte die Exkursion zu einem gelungenen Erlebnis. Die Teilnehmenden nahmen die Botschaften mit: Der Wald bleibt ein schützenswertes Gut, dessen Zukunft von gemeinschaftlichem Engagement, verantwortungsvoller Nutzung und der Bereitschaft zur Anpassung an neue Rahmenbedingungen abhängt.

Quelle: NABU Essershausen


TOP Nachrichten

Veranstaltung

Heimatgeschichtliche Ausstellung geöffnet!
Beselich-Obertiefenbach | So., 14.6.2026

Die Heimatstube Obertiefenbach ist am Sonntag, dem 14. Juni 2026, von 14:00 bis 16:00 Uhr, geöffnet. Im denkmalgeschützten Kath. Pfarrheim Alte Schule, An der Kirche 12, ist auf einer Fläche von rund 190 m2 die seit 28 Jahren immer wieder erweiterte, heimatgeschichtliche Dauerausstellung im Dachgeschoss zu besichtigen.

Vielzahl an Dokumenten, Fahnen, Fotografien, Büchern und Ortsplänen

Das Heimatarchiv bietet eine Vielzahl an Dokumenten, Fahnen, Fotografien, Büchern, Bildern und Ortsplänen aus dem Leben früherer Generationen. Eine komplette historische Schuhmacherwerkstatt, eine frühere Wohnstube mit Herd, ein Bett mit Strohmatratze, Arbeitsgeräte einer Schreinerei und Zimmerei, eines Dachdeckers und eines Anstreichers finden sich ebenfalls hier sowie viele alte Geräte aus der Landwirtschaft und aus dem Haushalt. Zudem sind Gegenstände aus dem religiösen Leben und historische Ausrüstungsgegenstände der Freiwilligen Feuerwehr ausgestellt. Auch drei frühere Schulbänke sind im Bereich Schule und Lernen zu bewundern. Ein Gebrauchsgegenstand des Museums war bereits Höhepunkt in einer Sendung der Rateshow des hr-fernsehens „dings vom dach“.

Exponate, welche die Arbeiten beim Basaltabbau zeigen

Regionaltypisch sind auch die Exponate, welche die Arbeiten beim Basaltabbau zeigen, sowie die Gesteine aus der Heimatgemeinde: Basalt, Ton, Quarzit und Eisenstein; zudem eine Güterlore, die sich vor dem Gebäude befindet.

Gruppenfotos der Erstkommunion-Jahrgänge ab 1926 einsehbar

In heimatkundlichen Sammlungen sind nach Themengebieten wesentliche Presseartikel und Fotografien, darunter Gruppenfotos der Erstkommunion-Jahrgänge ab 1926, für interessierte Besucher einsehbar.

Bei etlichen Fotos sind allerdings die Namen der abgebildeten Personen nicht bekannt; hier freut sich das Museumsteam über Ergänzungen beim Besuch.

Lückenlose Darstellung der Kirmesburschenjahrgänge ab 1947

Die lückenlose Erfassung der Kirmesburschenjahrgänge ab 1947 als Fotodokumentation und auch die dazugehörigen Zeitungsberichte über die Obertiefenbacher Kirmes seit 1950 liegen zur Ansicht für alle Besucher aus.

Obertiefenbach nahm besonders viele Heimatvertriebene auf

Da infolge des Zweiten Weltkriegs das Dorf Obertiefenbach besonders viele Heimatvertriebene aufnahm, die das Dorfbild um die 1950er Jahre mitprägten, ist auch dies in der Heimatstube veranschaulicht.

Geschichte und Darstellungen zum Kloster Beselich

Ebenso sind vielfältige Unterlagen und Darstellungen über das ehemalige Kloster bzw. die Klosterruine Beselich sowie deren Erhaltungsmaßnahmen dokumentiert.

Urkunde des Treuebekenntnisses der sieben Knaben zu Bischof Blum

In einer Urkunde hatten sieben Schuljungen ihr Bekenntnis als treue Anhänger der katholischen Kirche und ihres Limburger Bischofs Peter Joseph Blum in der Zeit des Kulturkampfes am 16. Juni 1874 festgehalten und darüber hinaus weitere Schriftstücke hinterlassen. Diese historischen Dokumente der Schüler geben dem Schulgebäude eine unverwechselbare geschichtliche Bedeutung. Eine nachgebildete Schulbankgruppe lädt insbesondere Kinder zum Spielen und Verweilen ein.

Ernennungsurkunde des verstorbenen Bundesministers und Ehrenbürgers Georg Leber

In einer Vitrine sind auch die Original-Ernennungsurkunde des verstorbenen Bundesverteidigungsministers und Obertiefenbacher Ehrenbürgers Georg Leber sowie weitere mit ihm zusammenhängende Dokumente und Fotos aus der Politik der 1960er bis 1980er Jahre (u.a. Leber mit US-Präsidenten John F. Kennedy und Jimmy Carter, sowie Bundeskanzler Helmut Schmidt) ausgestellt.

Am zweiten Sonntag jeden Monats für Besucher geöffnet

Im Übrigen ist dieses Heimatmuseum am zweiten Sonntag jeden Monats für Besucher geöffnet. Eintritt wird nicht erhoben.

Das ehrenamtliche Team der Heimatstube freut sich über Ihren Besuch.

URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Heimatstube_Beselich-Obertiefenbach

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