06.10.2026
Glasfaserverfügbarkeit liegt inzwischen bei über 90 Prozent
Viel Licht und Schatten beim Glasfaserausbau im Landkreis Limburg-Weilburg
Foto: Pixabay.com/planet_fox
Der Landkreis Limburg-Weilburg treibt den Ausbau der digitalen Infrastruktur weiter voran. Im Rahmen des Förderaufrufs 2026 zur Breitbandförderung hat der Landkreis fristgerecht einen Förderantrag im sogenannten „Graue-Flecken-Programm“ gestellt. Insgesamt wurden rund 5.600 bislang unterversorgte Adressen für eine Förderung angemeldet. Das vorläufige Fördervolumen beläuft sich auf rund 42,4 Millionen Euro.
Bund und Land übernehmen dabei bis zu 90 Prozent der förderfähigen Kosten. Für die betroffenen Städte und Gemeinden verbleibt ein Eigenanteil von zehn Prozent.
Rücknahme von Ausbauzusagen macht Förderantrag erforderlich
Notwendig wurde der Förderantrag insbesondere, weil Telekommunikationsunternehmen im Jahr 2024 angekündigte eigenwirtschaftliche Ausbauvorhaben teilweise wieder zurückgezogen haben. Betroffen sind vor allem Adressen in den Stadtteilen der Städte Limburg und Weilburg sowie in den Gemeinden Löhnberg und Weilmünster.
Im Rahmen einer zuvor öffentlich durchgeführten formellen Markterkundung wurden die Rücknahmen der Ausbauzusagen bestätigt. Damit liegt für die betreffenden Bereiche das sogenannte „Marktversagen“ vor – eine wesentliche Voraussetzung für die Inanspruchnahme öffentlicher Fördermittel.
Die von den Rücknahmen betroffenen Städte und Gemeinden hatten daraufhin im Rahmen einer Bürgermeisterrunde beschlossen, sämtliche noch unterversorgten Anschlüsse für eine Förderung anzumelden. Ziel ist es, auch diese Bereiche langfristig mit leistungsfähigen Glasfaseranschlüssen zu versorgen.
Mehr als 90 Prozent Glasfaserverfügbarkeit im Landkreis
Gleichzeitig zeigt die Entwicklung der vergangenen Jahre, dass der Landkreis beim Glasfaserausbau bereits einen weit fortgeschrittenen Stand erreicht hat. Durch die konsequente Nutzung von Förderprogrammen und zahlreiche eigenwirtschaftliche Ausbauaktivitäten der Telekommunikationsunternehmen verfügt der Landkreis Limburg-Weilburg – unter Berücksichtigung der bereits vergebenen Bauaufträge, unter anderem für Gewerbegebiete und Außenbereiche und privatwirtschaftliche Ausbauzusagen – inzwischen über eine kreisweite Glasfaserverfügbarkeit von mehr als 90 Prozent.
Von insgesamt rund 61.000 Adressen von Haushalten und Gewerbebetrieben verfügen bereits etwa 56.000 über gigabitfähige Anschlüsse. Nach Angaben des Landkreises stellt dies einen bundesweit hohen Versorgungsstand dar.
„Der Landkreis Limburg-Weilburg nimmt damit aktuell beim Glasfaserausbau in ländlich geprägten Regionen bundesweit eine Spitzenposition ein“, erklärt Landrat Michael Köberle. Gleichzeitig dankte er den im Landkreis tätigen Telekommunikationsunternehmen Deutsche GigaNetz, Deutsche Glasfaser und Telekom für deren eigenwirtschaftliche Ausbauaktivitäten.
„Durch das Engagement der Unternehmen konnte die kommunale Familie erheblich entlastet und sehr viel Geld eingespart werden“, so Köberle weiter.
Förderentscheidung richtet sich nach mehreren Kriterien
Ob und in welchem Umfang die beantragten Fördermittel von Bund und Land bewilligt werden, richtet sich nach der Förderwürdigkeit der angemeldeten Adressen. Maßgeblich sind dabei unter anderem der jeweilige Nachholbedarf beim Breitbandausbau, die Möglichkeit zur Nutzung von Synergien, die digitale Teilhabe im ländlichen Raum sowie die interkommunale Zusammenarbeit.
Mit dem nun eingereichten Förderantrag will der Landkreis sicherstellen, dass auch die bislang nicht eigenwirtschaftlich erschlossenen Adressen perspektivisch an die leistungsfähige Glasfaserinfrastruktur angebunden werden können. Damit soll der bereits hohe Versorgungsgrad im Landkreis weiter verbessert und die digitale Infrastruktur auch in den bislang unterversorgten Bereichen nachhaltig gestärkt werden.
Quelle:
Landkreis Limburg-Weilburg