30.06.2026

NABU Essershausen hat Kontakte zusammengetragen

Wer hilft in Notfällen?

Junger Waldkauz NABU/Horst Petersen

Die heissen Sommertage brachten in den vergangenen Wochen eine ungewöhnliche Fülle von Anrufen mit sich. „Die Telefone klingelten häufiger als sonst, und jedes Mal ging es um Situationen, die unsere Aufmerksamkeit forderten“, fasst Christoph Gath, Vorsitzender des NABU Essershausen die derzeitige Lage zusammen. Verletzte oder vermutlich verwaiste Tiere, verirrte Jungvögel, verletzte Säugetiere am Straßenrand oder Hilfe suchende Bürgerinnen und Bürger, die nicht wussten, an wen sie sich wenden sollten. Die Hitze verstärkte das Problem, weil Tiere in der Dämmerung aktiver wurden und während der heißesten Stunden des Tages oft Schutz suchten oder sich in Schattenräumen verschanzten. Zwischen Notrufen und kurzen Meldungen wuchs eine stille Dringlichkeit: Zeit war ein wichtiger Faktor, um Leid zu verhindern oder zu mildern.

Eine der vielen Anlaufstellen in unserer Region ist der NABU Essershausen. Auf ihrer Homepage (www.nabu-essershausen.de) haben die Naturschützer Adressen zusammengetragen, die in Notfällen helfen können. Die Zusammenarbeit gestaltet sich oft wie ein feines Netz aus Soforthilfe, fachlicher Einschätzung und behutsamer Wiederaussetzung.

„Es ist beeindruckend zu beobachten, wie sich in den heißen Tagen eine Gemeinschaft bildet, die bereit ist, Verantwortung zu übernehmen. Menschen, die morgens zum Wasserhahn rennen, um Wasser für eine durstige Vogelschar bereitzustellen, oder eine verirrte Schleiereule, die sich hinter einem Busch versteckt hält und auf eine ruhige, sachkundige Hand wartet. Die Anrufer schildern die Situation freundlich und sachlich, als würden sie wissen, dass hinter jeder Meldung ein tierisches Lebewesen steht, dem geholfen werden muss. Oft ergibt sich aus einem kurzen Gespräch eine Entscheidung: Soll das Tier eingefangen werden, damit es medizinisch versorgt werden kann, oder reicht es, eine Vergrämung zu vermeiden und dem Tier Zeit zu geben, von selbst zu finden, was es braucht?“, lobt Gath.
Der NABU Essershausen ist in solchen Momenten eine verlässliche Adresse im Weiltal. Die Mitarbeitenden geben auch Hinweise, wie Laien in der Zwischenzeit helfen können: Ruhe, Abstand, kein Füttern, keine unnötigen Geräusche, damit das Tier nicht zusätzlich gestresst wird. In vielen Situationen genügt es schon, eine kleine Wasserstelle in Schattenlage anzulegen oder die Umgebung zu beobachten, um festzustellen, ob das Tier selbstständig weiterzieht oder der Hilferuf weiter verfolgt werden muss.

Die heiße Zeit des Jahres bringt neben den akuten Einsätzen auch eine Lernbereitschaft mit sich. Menschen fragen nach, wie sie die Natur in ihrer Umgebung besser schützen können: Welche Pflanzen ziehen Vögel an, wie man Nistplätze sicher gestaltet, wie man wie folgt vorgeht, wenn man ein scheinbar verwaistes Jungtier entdeckt. Der Austausch mit dem NABU Essershausen hilft, dieses Wissen in die Praxis zu übertragen. Es entstehen kleine Initiativen vor Ort: Beobachtungsflächen für seltene Arten, mobile Futterstellen in sicheren Bereichen, Hinweise an Schulen und Vereine, wie Kinder behutsam lernen können, Verantwortung für Wildtiere zu übernehmen, ohne sie zu gefährden.

So machen sich aus einer Reihe von Anrufen und Hilfsversuchen oft konkrete Schritte. Tiere werden zu Pflegestellen gebracht, medizinisch versorgt oder, wenn möglich, wieder ausgewildert. Und hinter all dem steht eine stille, aber entschlossene Bereitschaft vieler Menschen, gemeinsam zu helfen. Die heißen Sommertage erinnern daran, wie wichtig ein funktionierendes Netzwerk aus Bürgerinnen und Bürgern, Fachleuten und lokalen Organisationen ist, die sich dem Schutz der Natur und der Wildtiere verschrieben haben. schenkt, Orientierung gibt und Hand in Hand mit der Gemeinschaft dafür sorgt, dass verletzte oder verwaiste Tiere eine faire Chance auf Heilung, Freiheit und ein neues, sichereres Zuhause bekommen.
„Mitglieder sind das Herz einer jeden Vereinigung: Sie bringen Vielfalt, Erfahrung und Engagement ein, bilden Netzwerke und geben dem Tun Sinn. Helferinnen und Helfer schließlich sind die stillen Kräfte, die Abläufe reibungslos gestalten, Projekte voranbringen und anderen unter die Arme greifen. Gemeinsam entsteht so eine lebendige Dynamik, die Vertrauen schafft, Ideen trägt und nachhaltig wirkt. Wer heute aktiv wird, gestaltet morgen sichtbare Ergebnisse – für mehr Zusammenhalt, mehr Unterstützung, mehr Erfolg“, wirbt Christoph Gath für seine Gruppe. Näheres gibt es unter www.nabu-essershausen.de

Quelle: NABU Essershausen


TOP Nachrichten

Veranstaltung

Mit den Tierpflegern auf große Fütterungstour
Wildpark "Tiergarten Weilburg" | So., 5.7.2026 14:00 Uhr

Am Sonntag, den 5. Juli, lädt der Tiergarten Weilburg um 14:00 Uhr wieder zu seiner beliebten Fütterungstour ein. Die Veranstaltung richtet sich an große und kleine Naturfreunde und bietet spannende Einblicke in das Leben der Tiere während der warmen Sommerzeit.

Der Hochsommer hat den Tiergarten fest im Griff. Die Jungtiere, die im Frühjahr das Licht der Welt erblickten, haben inzwischen ihre ersten Lebensmonate hinter sich und sind bereits ordentlich gewachsen. Besucher können beobachten, wie sich die jungen Tiere entwickeln und ihren Platz innerhalb der Gruppen finden und gefunden haben.

Während der etwa zweistündigen Tour erfahren die Gäste viel Wissenswertes über die Bewohner des Tiergartens und deren Anpassungen an die sommerlichen Temperaturen. Besonders die Fischotter zeigen sich gerne im kühlen Nass und sorgen mit ihren Schwimm- und Tauchkünsten immer wieder für Begeisterung. Auch die Braunbären genießen die warmen Tage und suchen regelmäßig Erfrischung im Wasser.

Bei den Elchen, Wisenten und Wölfen geht es im Hochsommer dagegen meist etwas ruhiger zu. Sie verbringen die heißen Stunden bevorzugt im Schatten der weitläufigen Waldanlagen und bieten so einen Einblick in das natürliche Verhalten dieser beeindruckenden Wildtiere.

Die Fütterungstour verbindet interessante Informationen, direkt aus erster Hand von unseren Tierpflegern, mit unmittelbaren Tierbeobachtungen und ermöglicht Ihnen, die Tiere aus einer besonderen Perspektive kennenzulernen.

Das Angebot eignet sich für Familien, Naturinteressierte und alle, die den Tiergarten einmal auf eine etwas andere Weise erleben möchten.

Treffpunkt ist am Sonntag, 5. Juli, um 14:00 Uhr am Kassenbereich des Tiergartens Weilburg.

Die Teilnahme ist im regulären Wildpark-Eintritt enthalten.

Der Wildpark „Tiergarten Weilburg“ freut sich auf viele naturbegeisterte Gäste und einen erlebnisreichen Sommernachmittag.

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