23.02.2026
Bergbau- und Stadtmuseum Weilburg eröffnet neue Ausstellung
Zu Ehren des Kunstmalers Hermann Krupp
Foto: Bergbau- und Stadtmuseum Weilburg
Fast 90 erlesene Sammlerstücke aus Privatbesitz geben einen kleinen Einblick in das umfangreiche Werk an Leinwandbildern mit Öl- und Acrylfarben, Zeichnungen, Aquarellen, Gouachen, Linolschnitten und Offsetlithos.
Die Ausstellung zeigt beispielhaft den Werdegang von den ersten Anfängen über die Atelierbilder zu den abstrakten Sandmischfarben-Schöpfungen, den Sonnenvergleichen und Kreisbildern.
Ab hier begann ein tiefer Einschnitt, denn Hermann Krupp wurde ungefragt von einem berühmten italienischen Maler kopiert. Hinfort entwickelte er ein völlig eigenständiges Werk in komplizierter Malweise in der ihm eigenen präzisen Strichführung. Zu seinen monochromen Kreisen gesellten sich Gegenstände und der Ausblick aus seinem Atelierfenster. Den Fensterbildern folgten Stillleben aus der Vogelperspektive. Daraus erwuchsen wiederum Messer- und schließlich Schraubenbilder. Farb-Balken mutierten dann zu Dialogbildern und diese endeten in seinen Dichotomien.
In seinem Werk verschmelzen die bisher als eigenständig behandelten Metiers Zeichnung und Malerei in einem Bild und er kombiniert realistische Darstellungen mit streng geometrischen, abstrakten Elementen. Alle Serien haben gemeinsam, dass er sie konsequent durchkomponiert, vom Überschwänglichen bis zur totalen Reduktion.
Im Juli 1926 in Hofheim am Taunus geboren, studiert Hermann Krupp als ausgebildeter technischer Kaufmann und Technischer Zeichner nach dem Krieg zunächst Komposition am Konservatorium Offenbach. 1950-56 absolviert er dann an der Frankfurter Städelschule sein Studium der freien Malerei und Wandgestaltung. Seit 1957 hatte er zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland. Seine Werke befinden sich in öffentlichem und privatem Besitz in Europa und Übersee.
Hermann Krupp war durch und durch ein Pionier in Sachen Kunst und Kultur. Zusätzlich zu seinem malerischen Werk unterrichtete er und veranstaltete Ausstellungen anderer Künstler. So erfand er 1962 die Kindermalschule und gründete 1966 seine galerie 66 h.g.krupp in Hofheim am Taunus. Seit 1979 begleitete er das Denkmal-Projekt seiner Tochter und unterstützte sie tatkräftig bei der Restaurierung des Renaissanceschlosses Elkerhausen. 1986 eröffnete er die "Galerie H. G. Krupp" im Galeriehaus Schloss Elkerhausen in Weinbach-Elkerhausen. Bis 1993 lebte und arbeitete Hermann Krupp in seiner Geburtsstadt Hofheim am Taunus und danach bei seiner Tochter in Weinbach-Elkerhausen. Am 16.2.2019 verstarb er plötzlich und unerwartet.
Im Rahmen der Ausstellungseröffnung am Freitag dem 06. März 2026 um 19.00 Uhr spricht die Kunsthistorikerin Dr. Ingrid Krupp Magister Artium, Tochter des Künstlers und Galeristen über sein Werk. Die Ausstellung ist bis zum 26. April 2026 Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen geöffnet.
Weitere Informationen gibt es unter www.hermannkruppkunstmaler.de.
Foto: Bergbau- und Stadtmuseum Weilburg
Quelle:
Bergbau- und Stadtmuseum Weilburg