07.10.2026

Was bleibt, ist Dankbarkeit

Weilburg nimmt Abschied von Bruno Götz

Bruno Götz. Unvergessen. Foto: Privat.

Mit Bruno Götz verliert Weilburg einen engagierten Kommunalpolitiker, einen geschätzten Mitbürger und einen Menschen, der über Jahrzehnte Zeit, Wissen und Tatkraft für andere einsetzte. Eine Würdigung voller Dankbarkeit.

Eine Stadt lebt von Menschen, die Verantwortung übernehmen. Die sich kümmern, Aufgaben anpacken und ihre Erfahrung mit anderen teilen. Bruno Götz war ein solcher Mensch. Einen Tag nach seinem 85. Geburtstag ist er im Urlaub völlig überraschend verstorben. Sein Tod hinterlässt eine Lücke. Nicht nur bei seiner Familie, auch im öffentlichen Leben Weilburgs – und bei vielen, die ihm persönlich begegnet sind.

Seit 1972 war Weilburg sein Zuhause. Hier engagierte er sich über Jahrzehnte in der SPD, im Stadtparlament und im Magistrat. Fünfzehn Jahre lang war er Erster Stadtrat, später Stadtverordnetenvorsteher. Zwanzig Jahre übernahm er Verantwortung als Ortsgerichtsvorsteher. Hinter diesen Stationen steht ein Leben mit außergewöhnlich viel Einsatz für das Gemeinwesen.

Wie konkret dieser Einsatz war, zeigt sein Wirken rund um den Hessentag 2005. In dessen Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung arbeitete er über einen langen Zeitraum täglich mehrere Stunden ehrenamtlich für die Stadt. Ebenso übernahm er Verantwortung für Personal und EDV in der Stadtverwaltung. Er brachte seine berufliche Erfahrung dort ein, wo sie gebraucht wurde.

Sein Wissen wurde für andere zur Hilfe

Besonders in Erinnerung bleibt seine Bereitschaft, Menschen und Vereinen mit Rat zur Seite zu stehen. Als früherer Referent im hessischen Justizministerium verfügte er über umfangreiches Fachwissen. Dass andere davon profitieren konnten, gehörte zu seinem Engagement. Ein Porträt zu seinem 75. Geburtstag würdigte diese Hilfsbereitschaft ebenso wie seine Ausdauer und Fairness – Eigenschaften, die ihn auch als begeisterten Sportler prägten. Reiten, Tennis und Laufen gehörten zu seinen Leidenschaften.

Auch Kultur und Bildung lagen ihm am Herzen. Er engagierte sich im Vorstand der Weilburger Schlosskonzerte und der Kreisvolkshochschule sowie im örtlichen Vereinsleben. Bei den Schlosskonzerten hob er das Zusammenwirken der vielen Beteiligten hervor, die gemeinsam Weilburgs kulturelle Ausstrahlung ermöglichten. Darin zeigte sich sein Blick für das, was eine Stadt gemeinsam erreichen kann.

Freundschaften, die Bestand hatten

Seine Verbundenheit mit Weilburg reichte über die Stadtgrenzen hinaus. Bruno Götz begleitete die Entstehung der Städtepartnerschaft mit Colmar-Berg und nahm zwanzig Jahre später am Jubiläumsbesuch in Luxemburg teil. Solche Verbindungen lebten auch durch Menschen wie ihn, die über viele Jahre den persönlichen Austausch pflegten.

Wolfgang Eck, Vorsitzender der Wirtschafts-Werbung Weilburg, erinnert an die vielen Begegnungen: „Ich denke mit großer Dankbarkeit an die vielen Begegnungen mit Bruno Götz zurück. Sein Einsatz für Weilburg und seine Bereitschaft, anderen zu helfen, verdienen unseren tiefen Respekt. Für mich gehört er zu den Menschen, die unsere Stadt durch ihr Wirken und ihre Persönlichkeit geprägt haben. Wir werden ihn vermissen – als engagierten Mitstreiter und als Menschen.“ Eine Weilburgerin: "Ich mochte ihn sehr, er war ein zurückhaltender feiner Mensch."

Die Ernennung zum Ehrenstadtrat, die Silberne Ehrenmedaille der Stadt und die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland würdigten seine besonderen Leistungen. Was bleibt, sind darüber hinaus die persönlichen Erinnerungen: an Gespräche, an Unterstützung und an einen Mitbürger, der sich seiner Stadt über Jahrzehnte verbunden fühlte und für sie Verantwortung übernahm.

Unser Mitgefühl gilt seiner Familie und allen, die ihm nahestanden. Weilburg nimmt Abschied von Bruno Götz – mit Trauer, mit Respekt und mit großer Dankbarkeit.


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